merken
PLUS Görlitz

Landkeis Görlitz erhält neues Forschungszentrum

Am Kraftwerk Boxberg geht es künftig um grüne Carbonfasern. Daraus sollen neue Firmen entstehen. Und für Görlitz gibt es Pläne für ein Helmholtz-Institut.

Das Kraftwerk Boxberg: Es soll zu einem Forschungsstandort für die Entwicklung und den praktischen Einsatz von grünen Carbonfasern werden.
Das Kraftwerk Boxberg: Es soll zu einem Forschungsstandort für die Entwicklung und den praktischen Einsatz von grünen Carbonfasern werden. © kairospress

Nach Görlitz und Zittau wird nun auch im Norden des Kreises ein Forschungszentrum entstehen, um die Folgen des Kohleausstiegs bis 2038 abzufedern und die Wirtschaft umzubauen. 

Wie die Landesregierung am Wochenende mitteilte, wird das Kraftwerk Boxberg zu einem Forschungsstandort für die Entwicklung und den praktischen Einsatz von grünen Carbonfasern werden. Ziel sei es, innovative Leichtbauunternehmen im Umfeld des Kraftwerkes anzusiedeln. Über die Details gibt es am Mittwoch nähere Informationen. Dann wollen die Beteiligten auch eine Absichtserklärung unterschreiben. Um den Plan umzusetzen, wird die Leag als Kraftwerksbetreiber mit dem Freistaat, verschiedenen Fraunhofer-Forschungs-Instituten und der Technischen Universität Chemnitz zusammenarbeiten.  

Anzeige
Wohlbefinden fängt bei den Füßen an
Wohlbefinden fängt bei den Füßen an

Mit der Marke Xsensibel bietet Ihnen die Preuß Gesunde Schuhe GmbH ab sofort eine gelungene Verbindung aus Funktion und modisch-sportlichem Look.

Fraunhofer-Institut wird Partner für Boxberg

Intensiv wird am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung in Potsdam an grünen Carbonfasern geforscht. Solche Carbonfasern werden heutzutage fast ausschließlich aus Werkstoffen hergestellt, die auf Erdöl basieren und damit eine hohe Kohlenstoff-Belastung haben. Der Ersatz von Erdöl beispielsweise durch  nachwachsende Rohstoffe wie Cellulose wäre daher ein großer Fortschritt, um die Klimaziele zu erreichen. Allerdings ist das nicht so einfach, sollen doch die Eigenschaften der Carbonfaser dabei erhalten bleiben.  Wenn das aber gelingt, so dürfte die grüne Carbonfaser stark nachgefragt werden. Schon heute sind die Kohlenstofffasern in stark beanspruchten Bauteilen in Flugzeugen, Autos, Sportgeräten oder Windkraftanlagen zu finden. Auch in Autos unter anderem für Wasserstofftanks sind sie von großem Interesse, heißt es bei Fraunhofer. Und schließlich ist der Einsatz im Bauwesen interessant, denn Carbonbeton rostet nicht und wird heute bereits bei Brückensanierungen verwendet. Das Potsdamer Fraunhofer-Institut ist daher auch Partner bei dem Carbon-Zentrum in Boxberg.

Baustoff Carbon: Weil Carbonbeton nicht rostet, wird es heute bereits bei Brückensanierungen verwendet - unter anderem auf der Baustelle der Carolabrücke in Dresden. Dr. Robert Franke zeigt hier Bewährungsträger aus Carbon - im Bild mit Raoul Schmidt-Lamo
Baustoff Carbon: Weil Carbonbeton nicht rostet, wird es heute bereits bei Brückensanierungen verwendet - unter anderem auf der Baustelle der Carolabrücke in Dresden. Dr. Robert Franke zeigt hier Bewährungsträger aus Carbon - im Bild mit Raoul Schmidt-Lamo © Marion Doering

Krebsforschung in Görlitz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer verteidigte am Wochenende in Görlitz  erneut die Strategie, mithilfe von wirtschaftsnaher Forschung den Strukturwandel in der Oberlausitz zu gestalten. Dazu zählt die Ansiedlung des internationalen Casus-Institutes in Görlitz, das am Untermarkt vorerst angesiedelt wurde. Mittelfristig soll mithilfe von Kohleausstiegsgeldern ein neuer Standort an der Uferstraße für über 100 Wissenschaftler errichtet werden. Bereits im Juli vergangenen Jahres gründete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Zittau und Cottbus das Institut für CO2-arme Industrieprozesse. Das Fraunhofer-Kunststoffzentrum in Zittau erweitert sich bis Herbst 2021. 

Ministerpräsident Michael Kretschmer vor einem Jahr im Nationalen Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie: Mithilfe einer VR-Brille betrachtet er eine vom Krebs befallene Leber. Kretschmer sieht Krebsforschung künftig auch in der Lausitz. Das vorge
Ministerpräsident Michael Kretschmer vor einem Jahr im Nationalen Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie: Mithilfe einer VR-Brille betrachtet er eine vom Krebs befallene Leber. Kretschmer sieht Krebsforschung künftig auch in der Lausitz. Das vorge © dpa-Zentralbild

Weiterführende Artikel

Kraftwerk Boxberg wird Forschungsstandort

Kraftwerk Boxberg wird Forschungsstandort

Ein Projekt zu Carbonfasern soll Boxberg attraktiv für etablierte Firmen und Hightech-Start-ups machen - und neue Jobs schaffen.

Schließlich kündigte Kretschmer jüngst an, das für die Lausitz vorgesehene Helmholtz-Institut in Görlitz anzusiedeln. Das Institut soll der Erforschung von Krebs-Krankheiten dienen. Um die 100 bis 150 Millionen Euro veranschlagt der Ministerpräsident dafür.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz