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Christlicher Frühjahrsputz

Mitglieder der Lampertswalder Martinskirchgemeinde sammelten am Samstagvormittag zentnerweise Müll an den Ortsverbindungsstraßen ein.

Maria Alm, Max (12) und Willy (13-v.l.) von der Lampertswalder Martinskirchgemeinde beim Müll-Einsammeln nahe Weißig am Raschütz.
Maria Alm, Max (12) und Willy (13-v.l.) von der Lampertswalder Martinskirchgemeinde beim Müll-Einsammeln nahe Weißig am Raschütz. © Manfred Müller

Lampertswalde. So viel orange hat man an den Straßen im Raschütz lange nicht gesehen. Am Samstagvormittag leuchteten dort die Warnwesten von 26 freiwilligen Helfern, die mit Müllsäcken und Eimern die Strecken zwischen den Dörfern Lampertswalde, Blochwitz, Brockwitz und Weißig abliefen. Die Martinskirchgemeinde hatte zu einer „Waldputzaktion“ aufgerufen, und kurz nach neun Uhr machten sich sechs Mini-Teams auf den Weg in den Raschützwald. „Die Aktion war eigentlich schon voriges Jahr geplant“, erklärt Pfarrerin Annette Waffenschmidt. „Aber dann kamen die Corona-Beschränkungen, die eine große Unsicherheit mit sich brachten.“ Deshalb habe die Kirchgemeinde lieber auf den Frühjahrsputz verzichtet.

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Im Jahr 2019 hatten sich die Lampertswalder an der „Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit“ beteiligt. Die kirchliche Initiative ist der Bewahrung der Schöpfung gewidmet. Jede Woche gab es eine thematische Veranstaltung: zum Energiesparen im Haushalt, zur klimaschonenden Mobilität, zum plastikfreien Einkauf, zu regionalen Produkten und zum fairen Handel. Es wurden Fachleute aus der Gemeinde und der Region eingeladen, die den Gemeindemitgliedern praktische Tipps zum jeweiligen Diskussionsstoff geben konnten. Im September fand zudem ein Schöpfungsgottesdienst statt, den die Lampertswalder Christen mit einem Hoffest verbanden. Auch hier spielten die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit eine große Rolle. Es wurden Samenkugeln gebastelt, über Imkerei gefachsimpelt und plastikfreie Alternativen durchgespielt. „Aus dem Nachdenken über diese Probleme sind zwei Aktionen erwachsen“, sagt Annette Waffenschmidt. „Zum einen bieten wir bei unseren Veranstaltungen fair gehandelte Produkte an, zum anderen hatten wir die Müll-Sammelaktion geplant.“

Dieser Müll wurde am Ende abtransportiert.
Dieser Müll wurde am Ende abtransportiert. © D. Handrich

Letztere wurde nun am vergangenen Wochenende nachgeholt. „Zwei Pritschenwagenladungen Abfälle in zwei Stunden – das kann sich schon sehen lassen“, sagt Daniela Handrich vom Kirchenvorstand. Neben den üblichen Plastikverpackungen, die sich an Straßenrändern finden, wurden Reifen, Planen und Kunststoffbehältnisse aufgesammelt. Auch ein altes Ofenrohr, ein Spülbecken und ein Besteckkasten gehörten zu den Fundstücken. Dazu mehr als 100 Flaschen. Diese wurden zum Altglas Container gebracht, während der Restmüll über den kommunalen Bauhof entsorgt wird. Zum Abschluss der Sammelaktion gab es am Pfarrhaus einen kleinen Imbiss – Linsensuppe mit Würstchen. Natürlich unter Einhaltung des Abstandgebots.

Das Klimafasten steht in der christlichen Tradition, die in der Zeit vor Ostern des Leidens gedenkt und bewusst Verzicht übt, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen. Klimaschutz macht in diesem Verständnis ebenfalls Verzicht erforderlich. Wenn es dadurch gelingt, achtsamer mit der Schöpfung und den Mitgeschöpfen umzugehen, sei das ein Gewinn sowohl für die Gemeinschaft als auch für den Einzelnen.

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Angesichts der gelungenen Sammelaktion denkt Pfarrerin Annette Waffenschmidt schon ein halbes Jahr voraus. „Wenn es die Situation erlaubt“, sagt sie, „wollen wir im September wieder einen Schöpfungsgottesdienst stattfinden lassen.“

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