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"Für Breitbandausbau noch nicht abgekoppelt"

Der Ebersbacher Bürgermeister Falk Hentschel (CDU) im SZ-Gespräch zu gewichtigen Investitionen, Bürgereinsatz und Corona-Auswirkungen aufs Ehrenamt.

Der Ebersbacher Bürgermeister Falk Hentschel hier mit dem Ex-Landrat Arndt Steinbach und Ministerpräsident Michael Kretschmer (v.l.).
Der Ebersbacher Bürgermeister Falk Hentschel hier mit dem Ex-Landrat Arndt Steinbach und Ministerpräsident Michael Kretschmer (v.l.). © Brühl

Herr Hentschel, Sie sagten im Dezember-Gemeinderat, 2020 ist in der Gemeinde viel geworden. Sie haben einiges aufgezählt. Bitte bewerten Sie diese Erfolge noch einmal in ihrer Wertigkeit für Ebersbach insgesamt?

Ja, ich bin meinen Verwaltungskollegen in der Gemeinde dankbar, dass 2020 für Ebersbach sehr erfolgreich war. Wir haben den Straßen- und Abwasserbau sowie die neue Feuerwehr für Freitelsdorf fertig bekommen. Das waren eine große Anstrengung und ein Batzen Arbeit. Uns ist auch die Modernisierung der Kalkreuther Schulküche mit Förderung über den Dresdner Heidebogen gelungen. Nicht zu vergessen die Wiedereröffnung der Kalkreuther Schafsbrücke, die mit enormem bürgerschaftlichen Engagement gelungen ist. 276 Spender gab es, davon haben 83 eine neue Bole für 150 Euro erworben und dafür ein Stück der alten Brücke erhalten. Bis zu 3.000 freiwillige Stunden wurden geleistet. Das hat mich auch persönlich sehr gefreut. Man könnte also sagen, dass in vielerlei Hinsicht trotz Corona in der Gemeinde eine gute Entwicklung zu verzeichnen ist.

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Der Breitbandausbau bleibt ein Dauerthema mit großem Interesse. Wie zufrieden sind Sie mit dem jetzigen Stand?

Es gab im Oktober Bietergespräche zum geförderten Glasfaserausbau. Diese Angebote mussten präzisiert, also nachjustiert werden. Eine Firma hatte dafür eine Fristverlängerung beantragt. Die haben wir einmalig genehmigt. Wir werden also mehrere Bieter im Verfahren haben. Aber wir sitzen noch immer auf der Lok drauf und sind für den eigentlichen Ausbau noch nicht abgekoppelt. Das ist sicher nicht zufriedenstellend, doch momentan geht es nicht rascher, denn es muss verfahrensrechtlich sauber ablaufen. Bis spätestens 2024 müssen sich die Einwohner noch für den schnellen Internetanschluss gedulden.

Die Gemeindeverwaltung hat seit Dezember eine neue Homepage. Warum ist sie notwendig geworden? Was sollte verändert/verbessert werden? Was gab es bereits an Anregungen der Nutzer?

Wir wollten die Gemeinde-Homepage moderner und optimierter gestalten. Unser Hauptamtsleiter Alexander Cardaun hat auch einen guten Webdesigner gefunden. Jetzt ist zum Beispiel auch ein Rats-Informationssystem integrierbar. Es wären nun die Voraussetzungen für digitale Ratsarbeit geschaffen. Wir sind auch weiter offen für Hinweise aus der Bevölkerung, wie sie unseren neuen Gemeindeauftritt finden.

Mit dem Ausbau der DRK-Sozialstation wird es weitergehen, der Rohbau ist ja schon deutlich sichtbar. Geplant sind auch die Spielplätze in Göhra und Bieberach. Was wird noch in diesem Jahr an Investitionen getätigt?

Über die Baufortschritte bei der Tagespflege und Sozialstation, die das Rote Kreuz errichtet, freue ich mich sehr. Was die Spielplätze anbelangt, so haben wir eine Förderung über den Dresdner Heidebogen bekommen. Die vorhandenen Plätze können damit voraussichtlich ab dem Frühjahr modernisiert werden, was dringend notwendig ist. Derzeit befinden wir uns in der Haushaltplanung. Auch wenn absehbar erscheint, dass uns Gewerbesteuerausfälle nicht in der Größenordnung treffen werden, wie andere Kommunen, da wir von Kleingewerbe geprägt sind, wird uns ein mittlerer sechsstelliger Betrag an Zuwendungen des Landes in diesem Jahr fehlen. Das Straßeninstandhaltungs-Programm wird in jedem Fall fortgesetzt. Einen Fokus wollen wir auch auf das Vorantreiben der begonnenen Bebauungspläne setzen. Dies ist mit erheblichen Planungskosten verbunden. Für die Entwicklung der Gemeinde, beispielsweise für Wohnraum, ist das notwendig. Da bin ich mit dem Erreichten noch nicht zufrieden.

Sie befürchten durch Corona Rückgänge im Ehrenamt. Wo gibt es da schon Anzeichen? Wie kann die Gemeinde konkret unterstützen, damit die Vereine keine Schwierigkeiten bekommen?

Kleine Vereine, die wenig Mitglieder haben, haben es sicher schwer, nach dem Lockdown alle wieder zu mobilisieren. Im normalen Leben haben viele ja auch Schwierigkeiten. Kleine Vereine brauchen aber alle Mitglieder, um zu bestehen. Jeder Ortsteil zeichnet sich durch Besonderheiten aus, die erhalten bleiben müssen. Wir haben einen Vereins- und Projektkoordinator in der Verwaltung, der den Kontakt hält. Wir wollen auch rasch nach dem Ende des Lockdowns wieder einen Stammtisch veranstalten. Die Unterstützung für Vereine durch die Gemeinde wird auf alle Fälle weitergeführt. Ich wünsche mir Durchhaltevermögen und Verständnis der Mitglieder auch bei der Beitragszahlung.

Die Baggerarbeiten für die nötige Entwässerung konnten im alten Jahr noch abgeschlossen werden.
Die Baggerarbeiten für die nötige Entwässerung konnten im alten Jahr noch abgeschlossen werden. © Kristin Richter
In der Nähe der Ebersbacher Gemeindeverwaltung entsteht die neue Sozialstation des DRK.
In der Nähe der Ebersbacher Gemeindeverwaltung entsteht die neue Sozialstation des DRK. © Kristin Richter

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