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Schnelles Internet für Lampe in Sicht

Die Gemeinde hat einen Fördermittelbescheid über mehr als acht Millionen Euro bekommen – für Glasfasernetz von der Enso.

Die Chancen stehen nach dem Fördermittelbescheid sehr gut, dass auch in Lampertswalde bald die Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt werden können.
Die Chancen stehen nach dem Fördermittelbescheid sehr gut, dass auch in Lampertswalde bald die Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt werden können. © Archvfoto: Uwe Soeder

Lampertswalde. Quasi als Weihnachtsüberraschung hat die Gemeinde Lampertswalde ihren Fördermittelbescheid für den Breitbandausbau bekommen. Für die Versorgung der elf Ortsteile stehen rund 8,2 Millionen Euro zur Verfügung – jeweils zur Hälfte Landes- und Bundesmittel. In den nächsten drei Jahren sollen 1.030 Haushalte, 135 Unternehmen und sechs öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kitas mit modernen Glasfaseranschlüssen versorgt werden. Ausführende Firma ist die Enso Energie Sachsen Ost AG.

Lampertswalde gehört zu den ländlichen Gemeinden, in denen die zugehörigen Dörfer auf eine ausgedehnte Fläche verteilt sind – auf insgesamt 63 Quadratkilometer. Um schnelles Internet in die Dörfer zu bringen, müssen Glasfaserleitungen über große Entfernungen verlegt werden, was die Verkabelung exorbitant teuer macht.

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„Im Januar soll im Gemeinderat ein Zuwendungsvertrag beschlossen werden – dann können wir im Prinzip starten“, erklärt Bauamtsleiterin Catrin Niemz. „Im Prinzip“ heißt – wenn die Corona-Pandemie den Bauleuten keinen Strich durch die Rechnung macht. Im benachbarten Schönfeld, wo ebenfalls die Enso den Breitbandausbau übernommen hat, sollte den Winter über eigentlich geklotzt werden.

Nun allerdings wird die Initiative von den hochschnellenden Infektionszahlen gebremst. Auch die Lampertswalder Verwaltung und der Gemeinderat sind davon betroffen – die Dezember-Ratssitzung musste wegen der Ansteckungsgefahr abgesagt werden. Bürgermeister René Venus freut sich dennoch über das vorgezogene Weihnachtsgeschenk. „Ich hoffe, dass bei den Ausschreibungen für die Tiefbauarbeiten möglichst viele Firmen aus der Region zum Zuge kommen“, sagt er.

In welcher Reihenfolge die Lampertswalder Ortsteile schnelles Internet bekommen, steht noch nicht endgültig fest. In Mühlbach und Teilen von Adelsdorf war die Enso bereits zugange, bevor der Fördermittelbescheid vorlag. Deshalb ist Bauamts-Chefin Niemz optimistisch, dass der Breitbandausbau im kommenden Jahr zügig vorangeht. Nach Großenhain, Radeburg und Klipphausen seien Schönfeld und Lampertswalde im Landkreis bisher am weitesten gekommen.

Die Bereitstellung von Telekommunikations-Dienstleistungen sei zunächst und primär eine Sache der Privatwirtschaft, erklärt Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. „Aber natürlich gibt es auch in Sachsen weite Teile, insbesondere im ländlichen Raum, wo eine moderne Breitbanderschließung nicht eigenwirtschaftlich möglich ist.“ Wenn der Ausbau mangels Rentabilität nicht erfolgen kann, fördere der Freistaat im Rahmen der Digitalen Offensive in Zusammenarbeit mit dem Bund. Es freue ihn besonders, so Dulig, dass sich mit der Enso ein sächsischer Anbieter an dem Verfahren beteiligt und gewonnen habe.

Der regionale Energieversorger hat mit dem Breitbandausbau in den vergangenen Jahren ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Im Jahr 2016 fällte das Unternehmen die Grundsatzentscheidung, als öffentlicher Kommunikationsnetzbetreiber tätig zu werden. Ein erstes Pilotprojekt – die Erschließung im Großenhainer Innenstadtgebiet – war da bereits abgeschlossen.

Es folgten weitere Aktivitäten in Radeburg, Nossen, Glaubitz, Nünchritz und Zeithain. Über 35 Projekte wurden eigenwirtschaftlich, also ohne staatliche Unterstützung, realisiert. Der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes sei eines der zentralen strategischen Geschäftsfelder des Unternehmens, so Enso-Vorstandssprecher Frank Brinkmann.

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