SZ + Großenhain
Merken

Weil ihr Beschenken einfach große Freude bereitet

Hiltraud Dietrich schlüpft seit 40 Jahren in die über alles geliebte Rolle des Weihnachtsmannes. Auch dieses Mal wird sie im Landkreis unterwegs sein.

Von Catharina Karlshaus
 3 Min.
Teilen
Folgen
Hiltraud Dietrich aus Boxdorf ist seit 40 Jahren im Dienst als Weihnachtsfrau. Noch immer voller Begeisterung, noch immer mit ganzem Herzen.
Hiltraud Dietrich aus Boxdorf ist seit 40 Jahren im Dienst als Weihnachtsfrau. Noch immer voller Begeisterung, noch immer mit ganzem Herzen. © privat

Großenhain. Es gibt Dinge im Leben, an denen sollte nicht gerüttelt werden. Ein guter Kaffee zum frühen Morgen etwa, Sonne im Urlaub und der Weihnachtsmann. Ein Weihnachtsmann, auf den sich die Kinder freuen, keine Angst vor ihm haben, aber doch seine liebenswerte Autorität anerkennen. Eine Symbolfigur des nahenden Festes, der sie sich so ganz und gar verschrieben hat. Hiltraud Dietrich aus dem Moritzburger Ortsteil Boxdorf liebt die heile Welt aus rotem Plüschmantel, kratzigem Geschenkesack und kindlicher Unverdorbenheit. Mit großem Enthusiasmus macht sich die 66-Jährige an jedem Heiligabend auf den Weg und beschenkt in einer unvergleichlichen Zeremonie die stets begeisterten Mädchen und Jungen.

Wer mit Hiltraud Dietrich spricht, glaubt spätestens nach zehn Minuten selbst daran, dass vielleicht doch alles ein ganz großer Irrtum ist. Dass der Weihnachtsmann gar nicht im finnischen Lappland, weit oben im Norden der Welt, am Polarkreis lebt. Dass er keineswegs mit seinem Rentierschlitten durch die verschiedenen Zeiten zu den lieben Kleinen fliegt, voll beladen mit Geschenken, die ihm die Wichtel schwungvoll zuwerfen. Und schlimmer noch. Dass der Weihnachtsmann am Ende gar nicht ein Weihnachtsmann ist! Sondern sich allen jahrtausendealten Berichten zum Trotz unter dem feuerwehrroten Mantel in Wirklichkeit eine Frau verbirgt. Eine Frau wie Hiltraud Dietrich, die mit tiefer Stimme glaubhaft versichert, sie sei der echte Weihnachtsmann. „Und das bin ich wirklich! Im Dezember zumindest und vor allem 24. Dezember“, sagt die geborene Rostigerin und lacht.

Eine Leidenschaft, welche die Mathematik- und Physiklehrerin nun bereits seit 40 Jahren auslebt. Hatte sie beim ersten Auftritt noch im nagelneuen Wintermantel ihren Neffen Peter beschenkt, legte Hiltraud Dietrich, nun auf den Geschmack gekommen, im nächsten Jahr schon stilistisch nach. Mit selbst erworbenem Stoff nähte sie sich jenen Mantel, mit dem sie auch heute noch durch die Lande zieht.

Trotz der besonderen Bedingungen werde das selbstverständlich auch dieses Mal der Fall sein. Weihnachten sei schließlich Weihnachten und ohne Weihnachtsmann könne das Fest nicht zum schönsten im Jahr werden. So würde sie wieder in Reichenberg, Friedewald, Moritzburg, Ebersbach, Rostig, Großenhain und Göhra unterwegs sein. Zehn bis zwölf Bescherungen seien durchaus drin. Vom Besuch im schmucken Einfamilienhaus bis zur Zweizimmerwohnung wäre alles dabei. Bockwurst mit Kartoffelsalat oder Gans mit Rotkraut und Klößen, schwarzer Anzug oder Jogginghose, vorher ein Hauskonzert oder doch nur ein Vierzeiler – Hiltraud Dietrich hat schon alles erlebt und genießt, was sie tut. Schenken und anderen Menschen Freude bereiten. Nur dann wäre es da, das Weihnachtsgefühl.