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In Kühnicht bleibt es spannend

Die Frage der Verkehrsführung ist nicht beantwortet. Jetzt ist eine Bürgerbefragung im Gespräch.

Auf der maroden Ortsdurchfahrt Kühnicht gelten 30 km/h Höchstgeschwindigkeit. Doch das vorhandene Verkehrsproblem löst die Begrenzung nicht.
Auf der maroden Ortsdurchfahrt Kühnicht gelten 30 km/h Höchstgeschwindigkeit. Doch das vorhandene Verkehrsproblem löst die Begrenzung nicht. © Foto: Uwe Schulz

Kühnicht/Hoyerswerda. Man hätte meinen können, dass mit dem Stadtratsbeschluss zum Verzicht auf den Neubau der Kühnichter Spange und der seitens der Stadtverwaltung angekündigten Einahnstraßenregelung (keine Zufahrt mehr für den Individualverkehr aus Richtung Lohsa) die Debatte um die Verkehrsführung beendet sei. Doch das ist sie nicht. Im Gegenteil.

Das Hauptproblem ist, dass seit der Freigabe der Ostumfahrung der Verkehr deutlich zugenommen hat, die Kühnichter Straße in der Ortslage einen miserablen Unterbau hat und die Straße zudem vergleichsweise schmal ist. Eine alle zufriedenstellende Lösung kann es auf Grund der baulichen Gegebenheiten nicht geben. Der angedachte Bau einer Ortsumfahrung, kurz Kühnichter Spange, stieß auf so große Kritik in der gesamten Stadt, dass Verwaltung und Räte die Idee wieder kassierten. Und doch sollen die Anwohner der Kühnichter Straße ja entlastet werden. Die vorgeschlagene Einbahnstraßenregelung ab Höhe Wendeschleife Friedhof stößt aber ebenfalls auf Kritik, da ortseinwärts jeweils rund 4 Kilometer lange Umwege in Kauf genommen werden müssten. Doch auch der Vorschlag, diesen zu verkürzen, in dem der abgepollerte Kastanienweg wieder in eine Richtung geöffnet wird, hat seine Kritiker. Denn jeder will zügig vorankommen, aber niemand will den Verkehr vor seiner Haustür haben.

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Die AfD-Fraktion sprach sich dieser Tage schon für eine rasche Sanierung der bestehenden Kühnichter Straße auf. Bis zu diesem grundhaften Ausbau sollte eine kurzfristige Reparatur erfolgen. Die geplante Einbahnstraßenregelung lehnt man ab.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses griff auch die CDU-Abgeordnete Gitta Kaltschmidt das Thema auf. Sie brachte die Öffnung des Kastanienwegs wieder ins Spiel und erläuterte ebenfalls, dass die angedachte Einbahnstraßenregelung nicht gewollt sei. Sie regte eine Verkehrszählung an. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh wies sie darauf hin, dass die Blitzersäule tagaktuell die Zahl der passierenden Fahrzeuge liefert, aber Gitta Kaltschmidt meint eine Zählung des Verkehrs am Ortsausgang.

Ralph Büchner von der Linkspartei erklärte anschließend, dass sich auch seine Fraktion mit dem Thema beschäftige: „Wir diskutieren alle im Nebel. Es gibt hier eine Petition und dort eine.“ Aber wofür lassen sich Mehrheiten finden und wo ist nur jeweils der Aufschrei der direkt Betroffenen am größten? Er kündigte an, im Stadtrat den Antrag einzubringen, dass die Stadtverwaltung in Kühnicht eine Bürgerbefragung vornimmt. Freilich wäre es ja auch möglich, dass die Verwaltung dies von ganz allein anschiebt. Torsten Ruban-Zeh machte deutlich, dass dieser Vorschlag stark im Sinne der Verwaltung sei und auch seiner persönlichen Wahrnehmung sei. Allerdings müsse man auch genau überlegen, welche Fragen beziehungsweise Überlegungen und Streckenführungen man zur Abstimmung stellt.

Erschwerend hinzu kommt ja der Umstand, dass die Stadt Hoyerswerda finanziell klamm ist und etliche marode Straßen in ihrem Gebiet hat.

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