merken
PLUS Hoyerswerda

Reisen planen trotz Pandemie

Manuela Sobanski hat in den vergangenen Monaten viel zu tun gehabt – erst Stornierungen, dann Buchungen.

Manuela Sobanski hat trotz aller Digitalisierung noch einige Kataloge von Reiseanbietern vorliegen, die zum Schmökern und Entdecken einladen. Dennoch sind für ihre Arbeit PC und Laptop unabdingbar. Das Handy der Selbstständigen ist rund um die Uhr ange
Manuela Sobanski hat trotz aller Digitalisierung noch einige Kataloge von Reiseanbietern vorliegen, die zum Schmökern und Entdecken einladen. Dennoch sind für ihre Arbeit PC und Laptop unabdingbar. Das Handy der Selbstständigen ist rund um die Uhr ange © Foto: Juliane Mietzsch

Klein Partwitz. Mit den Worten „wie ein schlechter Film“ beschreibt Manuela Sobanski das vergangene Jahr. Sie arbeitet als selbstständige Reiseberaterin, begrüßt Kunden in ihrem Büro in Klein Partwitz oder fährt für Hausbesuche bis nach Dresden, Cottbus, Löbau oder Radebeul. Beratungen finden ebenso auf Wunsch per Videotelefonie statt. Die Selbstständige kann so auf jede Lebenssituation und Gegebenheit reagieren und ist damit noch ziemlich glimpflich durch die letzte Zeit gekommen.

Denn während Reisebüros geschlossen, Mitarbeiter in Kurzarbeit waren, und überhaupt die Reisebranche viel zurückstecken musste, hat sich Manuela Sobanskis Arbeitsweise „total bewährt“, wie sie sagt. „Ich habe alles richtig gemacht“, ist sie sichtlich froh über ihre Unabhängigkeit. Noch vor über einem Jahr war sie vor allem mit Stornierungen beschäftigt, was oftmals den Verlust der Provision bedeutete. Allerdings fiel durch ihre Heimarbeit keine zusätzliche Belastung wie zum Beispiel durch Mietzahlungen für sie an.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Alpen und Ostsee beliebt

Während Flüge immer noch knapp, die Flugpläne ausgedünnt sind, hat sich die Nachfrage vor allem auf den Nahbereich verschoben. Außerdem macht sich die Tendenz zur Kurzfristigkeit bemerkbar. Einerseits seien die Mittelmeerregion sowie speziell die Türkei nach wie vor beliebte Reiseziele, andererseits gehen viele Reisen in die Alpen und an die Ostsee. Das zeigt sich auch bei der Preisentwicklung in diesen Destinationen, wie Manuela Sobanski zu berichten weiß.

Der Markt für Fernreisen öffnet sich erst langsam wieder. „Dieses Jahr wollen die Kunden erst recht reisen“, war und ist zu beobachten. Die Reise-Expertin musste nach eigener Einschätzung im Angebot keine Abstriche machen und möchte weiterhin „alles ermöglichen“. Es gibt nahezu täglich neue Informationen und Hinweise – die Pandemie und das Reisen betreffend. Die Verfügbarkeit von Teststationen in anderen Ländern empfindet sie als gut. Die Reisebestimmungen behält sie im Auge und hilft vor der Abreise gerne noch beim Abgleich der Checkliste. Da erinnert sie sich an eine Gruppe und das Bangen um die Ausreise aus Thailand im vergangenen Jahr. Dabei stand die Reiseberaterin immer mit ihren Kunden in Kontakt. Überhaupt ist sie rund um die Uhr erreichbar und pflegt ein sehr persönliches Verhältnis im Umgang.

Mehr Privatsphäre erwünscht

Das Reisen empfindet die Selbstständige als sicher, kennt aus eigener Erfahrung, wie in anderen Ländern auf die Hygieneregeln geachtet wird. Und darin sieht Manuela Sobanski auch einen Vorteil: Hotelanlagen sind weniger ausgelastet, bei Kreuzfahrten wurden mal nur Balkonkabinen vergeben, es werden mehr Mietwagen in Anspruch genommen. Insgesamt scheint das Bedürfnis nach Privatsphäre besonders groß zu sein, wenn auch bei Rundreisen eher Kleingruppen bevorzugt werden und ein privater Transfer gewünscht wird. Allerdings machen sich die fehlenden Einnahmen im Tourismus folglich mit dem Stillstand bei Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten bemerkbar.

Immer ein Ansprechpartner

Doch die Kunden sind irgendwie dankbarer, nimmt Manuela Sobanski wahr. Ihre Kundschaft besteht vor allem aus Familien, Pärchen und älteren Menschen. Nun kümmert sie sich auch vermehrt um Menschen, die vorher online gebucht haben, aber momentan schätzen, dass immer ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Besonders über die sozialen Medien versucht die Reiseberaterin persönliche Eindrücke von sich und Kunden zu präsentieren. Es geht dabei auch darum, zu zeigen, was gerade trotzdem möglich ist. Das nimmt so manche Berührungsängste. In ihren Beratungen nimmt sie Rücksicht auf alle Bedenken und berät entsprechend.

Besonders vor den Sommerferien war viel zu tun, wie Manuela Sobanski schildert. Auch Reisen während der Oktoberferien sind schon gut gefragt – teilweise mit flexiblen Optionen, die auch noch eine kurzfristige Stornierung ermöglichen. Hingegen etwas ruhiger läuft bisher die Nachfrage die Weihnachts- und Winterferien betreffend. „Da wäre sonst schon mehr los.“ Erfahrungsgemäß geht es dann für die meisten Reisenden in warme Gebiete. Doch trotz allem scheint es, als wenn die Nachfrage allgemein sich normalisiert. So vermutet die Reiseberaterin im kommenden Jahr wieder das Niveau von 2019, sieht aber auch kommen, dass Reisen möglicherweise teurer werden wird.

„Jeder, der zufrieden zurückkommt, ist ein Gewinn“, steht für Manuela Sobanski fest, weil doch viele mehr Sorgen mit sich rumtragen – Urlaub sieht sie daher als eine wichtige Abwechslung vom Alltag, eine Erholung.

Reisen und Events verknüpfen

Weiterführende Artikel

Worauf die Dresdner im Herbsturlaub achten müssen

Worauf die Dresdner im Herbsturlaub achten müssen

Ein Buchungsportal hat die beliebtesten Reiseziele der Dresdner für die Herbstferien verraten. Welche das sind und welche Corona-Regeln dort gelten.

Auch, wenn sich gezeigt hat, dass Manuela Sobanski „nie Leerlauf“ hatte, wie sie sagt, gibt es doch Überlegungen, sich weiterzuentwickeln. Da geht es einerseits um eine Spezialisierung auf regionale Angebote. Sie spricht von Netzwerken, Gruppenreisen und Events. Und andererseits treibt sie um, auf welche Probleme Alleinerziehende beim Reisen stoßen. Einige Ideen sind schon da, aber im Augenblick fehlt die Zeit, um diesen Zweig auszubauen.

Doch etwas Neues möchte die Reiseberaterin demnächst dennoch auf den Weg bringen: Eine räumliche Erweiterung ist in Planung und wird gerade vorbereitet. Das soll künftig noch mehr Kundennähe ermöglichen.

Mehr zum Thema Hoyerswerda