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Rückblick Dezember 2021: Lichter im Advent

Freude zu verbreiten, stand bei verschiedenen Aktionen im Vordergrund.

Von Juliane Mietzsch
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In der Dunkelheit zeigen sich die vielen Lichter in der Stadt besonders gut.
In der Dunkelheit zeigen sich die vielen Lichter in der Stadt besonders gut. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Eines haben all die Aktionen aus dem Advent gemeinsam: Freude und Hoffnung sollte damit in der vorweihnachtlichen Zeit verbreitet werden, sind sich die Initiatoren meist einig gewesen – Lichterschmuck als Zeichen der Verbundenheit.

„Wir wollen Freude bringen. Es geht doch um die Geste“, sagte zum Beispiel LebensRäume-Genossenschaftsvorstand Axel Fietzek, als er mit dem geschmückten Robur-Bus LD 3001 im Stadtgebiet und sogar außerhalb unterwegs war, wo die Genossenschaft weder Häuser noch Mitglieder hat. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Menschen regelrecht an der Route warteten. Es wurde gewinkt, von den Helfern des Weihnachtsmannes Süßigkeiten verteilt, und auch damit für strahlende Kinderaugen gesorgt.

In der Region um Weißwasser waren sogar ganze Kollonnen unterwegs: Oldtimer-Feuerwehren, die ebenfalls aufwendig mit Lichtern geschmückt waren. Angeführt wurde dort der Korso von Mottorrädern auf denen Weihnachtsmann und Grinch, der Weihnachtsmuffel, in Eintracht nebeneinander fuhren. Biker aus Halbendorf und Hoyerswerda hatten nämlich ihre kostümierte Mitfahrt angeboten. Hier trübte allerdings bei der zweiten Ausfahrt ein im Nachhinein entdeckter Eierwurf auf ein Fahrzeug die Stimmung. Doch umso größer war die Solidarität, die den Kameraden bei Bekanntwerden des Vorfalls entgegenkam. Die Tour wurde unbeirrt an den folgenden Adventswochenenden fortgesetzt.

Eine Weihnachtsfeuerwehr war auch in der Gemeinde Lohsa unterwegs. Zu verdanken ist diese Aktion André Paulusch. „Es gibt wieder keine Weihnachtsmärkte, und auch sonst fällt jetzt vieles weg in der Adventszeit. Da wollen wir wenigstens etwas Freude verbreiten“, sagte er im Advent zu seinen Beweggründen. Zwei je 50 Meter lange Lichtschläuche hat er an seiner Oldtimer-Feuerwehr, einem Löschfahrzeug auf Ifa-W50-Basis, drapiert. So sind die große Fahrerkabine und der Aufbau mit etlichen Lichtern versehen. An allen vier Advents-Sonntagen war der Weißkollmer so im Gemeindegebiet unterwegs gewesen – dabei immer vom Weihnachtsmann begleitet. Kleine Schokoladentäfelchen mit extra angefertigter Banderole wurden verteilt. Die Rückmeldungen waren auch stets positiv und der Oldtimer ein beliebtes Fotomotiv.

Etwas mehr Aufwand hat man sich in Klein Partwitz gemacht. Doch diese Aktion der Dorfbewohner war nicht mobil, sondern hat viel mehr neugierige Spaziergänger in den Elsterheider Ortsteil eingeladen. Denn dort war während der Adventszeit und darüber hinaus bis zum Jahreswechsel die Lindenallee zu bewundern. Mit der Dämmerung sind allerlei Lichter erleuchtet: Große Holzpyramiden, Lichterbäume, Schmuck an den Laternen. Hier wurde in Eigeninitiative eine ganze Weihnachtsstraße geschaffen. Großformatige Nummern, die an einen Adventskalender erinnern, schmückten die Hoftore und Haustüren. Auch hier entstand die Idee aus der Absage des Weihnachtsmarktes im Ort und auf der Suche nach einer Alternative. Auch die Aktion hat über den Ort hinausgestrahlt.

Und auch in den vielen Fenstern, Vorgärten und Läden wurden allerlei Lichter aufgestellt. Weihnachtsbäume mit individuellem Schmuck waren wieder vor einigen Geschäften in der Altstadt zu entdecken. Und unübersehbar bleibt die Colorado-Tanne auf dem Hoyerswerdaer Marktplatz in der Altstadt.

Einige Aktionen haben im Advent und darüber hinaus dieses Licht – auch als Zeichen der Hoffnung – zu den Menschen gebracht.
Einige Aktionen haben im Advent und darüber hinaus dieses Licht – auch als Zeichen der Hoffnung – zu den Menschen gebracht. © Foto: Uwe Schulz

Seenland-Bilanz

Flutungs- und Gästezahlen wurden zum Ende des Jahres präsentiert.

Hoyerswerda. Das Tourismus-Beratungs-Unternehmen dwif hat sich mittels einer Studie den Gästezahlen und der zugehörigen Wertschöpfung im Lausitzer Seenland gewidmet. Unter anderem wird benannt, dass im ersten Pandemie-Jahr 2020 etwa 768.000 Übernachtungen gezählt wurden. Werden jedoch auch kleinere Übernachtungsmöglichkeiten mit weniger als zehn Betten bzw. Stellplätzen berücksichtigt, kann sogar von 1,4 Millionen Übernachtungen ausgegangen werden – Camping macht dabei den größten Teil aus. Doch bevor Gäste kommen, müssen zuerst die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Das meint zunächst die Freigabe der Seen für die touristische Nutzung. Dem voraus braucht es für die Flutung entsprechende Wassermengen. Bis Mitte Dezember konnten laut Mitteilung des Bergbausanierers LMBV schon mehr als 130 Millionen Kubikmeter zum Auffüllen von Bergbaufolgeseen sowie deren Nachsorge in der Lausitz aus den Vorflutern genutzt werden. Das ist in etwa so viel wie in den Jahren 2018 und 2019 zusammen. Dabei lieferte die Spree mit einem Volumen von rund 93 Mio. Kubikmetern den größten Anteil. Hauptabnehmer war der LMBV-Speicher Lohsa II mit 38 Mio. Kubikmetern. (JuM)

Natz verlässt Bürgerzentrum

Zum Jahresende wurden die Räume vom Verein gekündigt.

Hoyerswerda. Der das Naturwissenschaftlich-Technische Kinder- und Jugendzentrum Natz betreibende Verein hat bereits im Sommer den Mietvertrag für seine Räumlichkeiten im Bürgerzentrum Braugasse 1 zum Ende des vergangenen Jahres gekündigt. Das wurde dem KulturFabrik Hoyerswerda e.V. als Hauptmieter bereits im Sommer bekannt. Gebäudeeigentümer ist die Stadt. Im Vorfeld der Kündigung gab es noch Bemühungen, die Verträge an die tatsächliche Nutzung der Räume und die Höhe der Nebenkosten anzupassen.

Der Vorläufer, die Station Junger Techniker und Naturforscher, existierte schon seit 1953 in Lauta, ab 1972 erfolgten weitere Umzüge innerhalb von Hoyerswerda – ab 2015 war das Natz nun im neuen Bürgerzentrum beheimatet. Angaben zu einem neuen Standort gibt es derzeit nicht. Vor drei Jahren stand schon mal eine Auflösung im Raum. Zu einem ähnlichen Zeitpunkt wurden Sorgen geäußert – die inhaltliche Arbeit und Stellenbesetzungen betreffend. Denn an die Fachkräfte sind die finanziellen Zuschüsse gebunden.

Nun gibt es seitens der KuFa Überlegungen zu der weiteren Nutzung der freiwerdenden Räume. (JuM)