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Wie Konsum und Soziales zusammenpassen

Die Marke Quartiermeister öffnet eine neue Förderrunde in der Region Ost. So werden Gewinne zurückgeführt.

Robert Gbureck führt bei „Schoko und Luise“ die komplette Bandbreite von Quartiermeister.
Robert Gbureck führt bei „Schoko und Luise“ die komplette Bandbreite von Quartiermeister. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Vor über zehn Jahren ist in Berlin die Idee entstanden, Konsum mit einem gesellschaftlichen Mehrwert zu verknüpfen. So wurde einst Quartiermeister auf den Weg gebracht. Dies ist nun eine Biermarke und zugleich ein sogenanntes Social Business – also ein Unternehmen, das sich sozialen Zielen verschrieben hat. „Pro verkauftem Liter spenden wir 10 Cent an soziale Projekte in der Nachbarschaft“, wird das konkrete Vorgehen benannt. Ein Unternehmen und ein Verein gehören zu dieser Marke, wobei einerseits Verkauf und Vermarktung geregelt werden und andererseits die Gewinne gewissermaßen verwaltet werden.

Obwohl Quartiermeister vor allem in Kiezkneipen und Szenebars deutscher Großstädte zu finden ist, wird es auch in Hoyerswerda ausgeschenkt. Seit 2020 ist das Bier auf der Karte von „Schoko und Luise“ zu finden – seitdem dort die Konzession für Alkoholausschank besteht, wie Betreiber Robert Gbureck erklärt. Er ist durch einen Tipp auf das Produkt und die Idee dahinter aufmerksam geworden, war sofort begeistert. „Lokale Produkte im Sortiment zu haben, war sowieso geplant.“ Und das ist Quartiermeister, weil eine Partnerbrauerei jene in Wittichenau ist. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mit unabhängigen und regionalen Brauereien zusammen zu arbeiten. Wir wollen so die traditionelle, mittelständische Bierbranche stärken, die dem Druck einzelner Großkonzerne ausgesetzt ist“, heißt es dazu von Quartiermeister.

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Da die Gewinne wieder in die Quartiere zurückgeführt werden sollen, gibt es regelmäßig Förderungen für Projekte vor Ort. Nun ist nach dem ersten Anlauf wieder eine neue Förderrunde in der sogenannten Region Ost gestartet. Drei Projekte werden dabei mit je 1.000 Euro unterstützt.

Lisa Wiedemuth sagt als Hauptverantwortliche der Projektförderung dazu: „Unsere Förderung verstehen wir als Wertschätzung und niedrigschwellige Unterstützung des vielfältigen Engagements im Osten. Egal, ob der klassische Heimatverein, die Freiwillige Feuerwehr, die Bürgerinitiative oder der offene Kulturverein – sie alle tragen zu einer lebenswerten Nachbarschaft bei.“ Es konnten bereits über 200.000 Euro an mehr als 180 Projekte gespendet werden. Wer eine Förderung erhält, darüber entscheidet die Allgemeinheit in einem öffentlichen Online-Voting.

Gefördert werden können Projekte, Vereine, Privatpersonen, Kollektive, die aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kommen und in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft tätig sind, wird auf der Website erklärt. Es sei unerheblich, ob die Gemeinnützigkeit anerkannt ist. „Was zählt, ist der gemeinnützige und lokale Fokus der Idee“, ist der Kern. „Unsere Antragstellung ist kurz und unkompliziert, genauso wie unsere flexibel einsetzbare Fördersumme“, betont Lisa Wiedemuth. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober. Das Voting findet während des ganzen Dezembers statt.

Neben dieser Unterstützung lokaler Projekte, was Robert Gbureck schon als eine Art der Bürgerbeteiligung ansieht, überzeugt ihn die zeitgemäße Aufmachung sowie der Slogan „Zum Wohle aller“. „Das ist ein authentisches Produkt“, steht für den Eiscafé-Betreiber fest. Mittlerweile wird er zweimal monatlich direkt von der familiengeführten Stadtbrauerei Wittichenau beliefert.

Mittlerweile gibt es sechs verschiedene Sorten, wobei der Großteil ein Bio-Siegel trägt. Außer in Bars und Kneipen gibt es das Bier häufig im Spätkauf und bei einigen Einzelhändlern. Sogar eine Lieferung nach Hause ist per Online-Shop möglich.

Weitere Informationen: https://quartiermeister.org/de/projektfoerderung/#bewerben


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