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Mit 111 km/h über die Dresdener Straße

Hoyerswerda hatte auch im Corona-Jahr die Blitzer im Einsatz – die Ergebnisse zeigen, dass es nicht grundlos war.

Gut zweieinhalb Kilometer führt die B97/Dresdener Straße vom Ortseingang aus Richtung Bernsdorf bis zur Kurve Am Adler mit nur wenigen Knicken simpel geradeaus. Zumal sie auf dem größten Abschnitt gut ausgebaut ist, muss hier wohl jeder Kraftfahrer se
Gut zweieinhalb Kilometer führt die B97/Dresdener Straße vom Ortseingang aus Richtung Bernsdorf bis zur Kurve Am Adler mit nur wenigen Knicken simpel geradeaus. Zumal sie auf dem größten Abschnitt gut ausgebaut ist, muss hier wohl jeder Kraftfahrer se © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Die Stadt hat seit der letzten Kreisreform das Thema Geschwindigkeitsüberwachung und den damit verbundenen Betrieb von Geschwindigkeitsmessanlagen in Eigenregie bewahrt. Im vergangenen Jahr hatte die Kommune drei stationäre und ein mobiles Überwachungsgerät im Einsatz. Das teilte die Stadtverwaltung auf TAGEBLATT-Anfrage mit. Die Zahlen belegen: Zu schnell gefahren wurde auch im Corona-Jahr 2020 reichlich.

Wie viele Messungen wurden vorgenommen?

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Es wurden bei einer Vielzahl von Kontrollen insgesamt 3.558 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Und damit deutlich weniger als im Vorjahr. Das relativiert sich freilich, da 2019 über die Hälfte der Anzeigen auf der Bautzener Straße in Zeißig entstanden, die im Juni 2019 zur 30-km/h-Zone erklärt worden war und im Folgejahr nur noch eine untergeordnete Rolle spielte. Von den 3.558 Überschreitungen in 2020 registrierte 52 die Polizei. Der stationäre Blitzer Am Adler an der B 97/Dresdener Straße löste 704-mal aus (war allerdings nur bis Ende Juni in Betrieb), der Blitzer an der Wittichenauer Straße in Dörgenhausen 278-mal und der an der S 198 in Schwarzkollm 272- mal. Mit der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung wurden 2.252 Kraftfahrer des Zuschnellfahrens überführt.

Mit 359 gemessenen Überschreitungen ist der Monat September im Jahr 2020 der Monat mit den meisten Treffern gewesen, gefolgt vom Oktober mit 292 Überschreitungen. Im Mai gab es hingegen nur 125 registrierte Überschreitungen und im ersten Lockdown-Monat April lediglich 116.

Welche Schwerpunkte gab es?

Schwerpunkte sind unter anderem die Schulwegsicherung. Speziell nach den Ferien wird morgens vor Schulbeginn im Bereich der Schulen verstärkt kontrolliert. Das Bürgeramt, so erläutert Fachbereichsleiterin Jana Nitschmann, handele aber auch kurzfristig aufgrund von Hinweisen und Anfragen. Zeißig taucht hier zumindest nicht mehr auf. Dafür aber die lange Dresdener Straße/B 97. Hier löste der mobile Blitzer auffallend häufig im Bereich des Repo-Marktes und im Bereich zwischen Gartenstraße und Veolia aus, wo jeweils die innerorts üblichen 50 km/h gelten. Allein dort am Ortseingang bzw. -ausgang wurden 101 Überschreitungen registriert.

Welche Einnahmen generierte die Stadt durch die Überwachung?

Insgesamt nahm die Stadtverwaltung 89.046 Euro durch die Geschwindigkeitsüberwachung ein, davon entfielen allein 60.144 Euro auf die mobile Überwachung. Im Jahr davor waren es 72.908 Euro aus 2.708 Vorgängen nur in der mobilen Überwachung.

Welche Spitzenwerte wurden registriert?

Die meisten ertappten Geschwindigkeitssünder sind im Verwarngeldbereich unterwegs gewesen – 3.168. Ihnen wurde also eine Überschreitung von maximal 20 km/h über der zugelassenen Geschwindigkeit nachgewiesen. 390 Kraftfahrer waren allerdings mindestens 21 km/h zu schnell, so dass es trotz Abzug der Toleranzwerte in den Bußgeldbereich ging. Vier der fünf höchsten registrierten Überschreitungen entfallen auf Fahrer auf der Dresdener Straße/B 97. In Höhe des Repo-Marktes wurde am 29. Oktober 2020 ein Kraftfahrer mit 111 km/h bei erlaubten 50 km/h geblitzt, war also nach Abzug der Toleranz 61 km/h zu schnell. Wenige Tage zuvor wurde hier ein Auto mit 92 km/h gemessen. Im 30er-Bereich in der Rosa-Luxemburg-Straße erwischte der mobile Blitzer vor ziemlich genau einem Jahr ein Fahrzeug mit 76 km/h und damit 46 km/h zu viel. Ohnehin wird in einigen 30er-Bereichen in der Stadt gern mal deutlich schneller gefahren als erlaubt. Das betrifft den Klassiker in der Straße des Friedens ebenso wie die Grollmußstraße vor dem Klinikum und die Kolpingstraße zwischen Neumarkt und Schulstraße. Aber auch die lange Gerade der Straße D im Industriegelände verleitet offenbar zum Schnellfahren. Hier gelten 50 km/h, aber das Ordnungsamt erwischte im gesamten Jahr 2020 67 Kraftfahrer, die zu schnell unterwegs waren.

Wie viele Rotlicht-Verstöße an Ampelkreuzungen wurden registriert?

Im Jahr 2020 gab es in Hoyerswerda keine Rotlichtmessungen/-überwachungen.

Wie viele Strafzettel wurden im ruhenden Verkehr ausgestellt?

Im gesamten Jahr 2020 waren es 2.146. Daraus resultieren Einnahmen in Höhe von 33.995 Euro. Damit liegt die Kommune auf Vorjahresniveau. 2019 wurden lediglich zwei Strafzettel mehr ausgestellt. Auf der Einnahmenseite standen 32.396 Euro.

Welche Vergehen sind am häufigsten zu beanstanden?

Das sind drei Dinge: Parken im eingeschränkten Halteverbot, Parken ohne Parkscheibe und Parken auf Gehwegen.

Welche örtlichen Schwerpunkte gibt es bei den Kontrollen?

Die meisten Strafzettel wurden im Umfeld des Klinikums ausgestellt. Auf den öffentlichen Stellplätzen direkt am Krankenhaus stellten die gemeindlichen Vollzugsbediensteten 164 Strafzettel aus. Auf dem Großparkplatz Lipezker Platz gleich gegenüber waren es 162 Knöllchen. Dann folgt mit 132 Strafzetteln in der Altstadt die Senftenberger Straße, wo gerade im Bereich des großen Parkplatzes gern auch außerhalb der markierten Flächen geparkt wird. Weitere Schwerpunkte sind Parkplätze entlang der Einsteinstraße, der Bautzener Allee (neben Aldi im Ex-Karstadt) und die Friedrichsstraße gewesen.

Wie viele Strafzettel wurden ausgestellt im Zuge der Straßenreinigung?

Vor den turnusmäßigen Fahrten der Kehrmaschine werden an den Straßenrändern mit einigen Tagen Vorlauf temporäre Parkverbote ausgesprochen. Wenn die Kehrmaschine reinigt, schauen die gemeindlichen Vollzugsbediensteten quasi direkt vor der Maschine, ob Fahrzeuge im Weg stehen. Abgeschleppt wird nicht, wohl aber ein Strafzettel ausgestellt, wenn die Reinigung durch ein Fahrzeug behindert wird. 386 Fahrzeughalter mussten dafür im vergangenen Jahr jeweils 25 Euro bezahlen. Im Jahr davor mussten nur 294 Verstöße geahndet werden.

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