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Radebeul

Irische Kneipenkultur in Radebeul

Junge Schauspieler der Landesbühnen bringen das Flair der Grünen Insel in die Stadt.

Moritz Gabriel führte das erste Mal Regie.
Moritz Gabriel führte das erste Mal Regie. © Julian Wolf

Von Julian Wolf

Radebeul. Einen Vergleich zwischen der deutschen und irischen Kultur in ein zweistündiges Theaterstück zu packen, klingt für viele nach einer anspruchsvollen Aufgabe. Für den baden-württembergischen Schauspieler Moritz Gabriel war es jedoch die Chance, sich selbst als Künstler und Kunstschaffender zu verwirklichen.

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In dem Theaterstück „Salzwasser“ möchte Gabriel die irische Trink- und Kneipenkultur einem deutschen Publikum vorstellen und geht dabei auf Erfahrungen ein, die er bei seinem Irlandurlaub selber machen durfte. „In Irland gehört es zum Alltag, etwas zu trinken. Man sitzt zusammen in einem Irish Pub, unterhält sich und genießt die Getränke“, so Gabriel.

Was ihm dabei gefiel, sei die Gleichberechtigung, Akzeptanz und Offenheit der Iren. „Egal, ob du Barkeeper, Bauarbeiter oder Banker bist, zum Feierabend in der Kneipe, sind alle gleich.“ Ein Unterschied zur verklemmten und eher harten Gesellschaft in Deutschland, meint der Schauspieler, der mit der deutschen Theaterfassung des von dem Iren Conor McPherson geschriebenen Stückes eines seiner Lieblingswerke nun inszenieren durfte.

Gabriel selbst steht diesmal jedoch nicht auf der Bühne. Er agierte als Regisseur der dreiköpfigen Besetzung um Johannes Krobbach, Felix Lydike und Max Westphal. Es handelt sich dabei um seine erste Regiearbeit und diese Aufgabe machte ihm sichtlich Spaß.

Analytisches und dramaturgisches Denken wurde dem Mann aus Konstanz schon früh beigebracht. Ein Theaterstück nicht nur aus künstlerischer Sicht zu betrachten, lehrte ihn damals der Schauspieler Martin Kammer. Gabriel fungierte als Rollenspieler und Geschichtenerzähler am Anfang seiner Theaterkarriere. Eine Handlung aus dem Hintergrund zu bestimmen und einem Theaterpublikum nahezubringen, davon träume er schon lange. Die Landesbühnen Sachsen erfüllten dem Schauspieler nun seinen Traum.

In einem kurzen Bericht legte Gabriel dar, welche stoffliche Vorlage er inszenieren möchte. Nach einigen Monaten erhielt er die Zustimmung des Theaters. Besonders dabei – der frische Regisseur durfte sich seine Besetzung wünschen. Sechs Wochen nahmen die Proben in Anspruch und nicht immer lief alles wie geplant.

Sich mit der Organisation eines ganzen Stückes sowie der Technik zu befassen, war neu. Das Licht bestimmen, den Schauspielern zu vermitteln, wie genau sie etwas zu tun haben, erforderte Selbstdisziplin. Am Ende habe aber alles funktioniert.

„Es war sehr interessant, das Theater von der anderen Seite zu sehen. Dass es hier bürokratisch und hierarchisch zur Sache geht, wie in einem anderen Unternehmen, erstaunte mich“, berichtete Gabriel. Eine weitere Herausforderung war das neue Aufgabenfeld des nun Regisseurs.

Auf die Frage, ob er noch einmal als Regisseur arbeiten will, nickt Gabriel und hat auch schon weitere Ideen im Kopf, „aber warten wir ab, wie dieses Stück ankommt“.

Die Premiere findet Freitag, 19.30 Uhr, in der Goldenen Weintraube, der Theaterkneipe der Landesbühnen, statt. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Weitere Vorstellungen: 2., 10. und 19. November. Karten und Infos unter  0351 8954214.

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