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Journalistenpreis für den "Bautzen-Report"

Es war eine der aufwendigsten SZ-Recherchen der letzten Jahre. Für seinen dreiteiligen Report über Bautzen wird SZ-Reporter Ulrich Wolf nun ausgezeichnet.

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Ulrich Wolf bekommt für seinen "Bautzen-Report" den Preis für kritischen Journalismus.
Ulrich Wolf bekommt für seinen "Bautzen-Report" den Preis für kritischen Journalismus. © Illustration P. M. Hoffmann / Montage: SZ

"In Bautzen greifen Ideen um sich, die bislang als ziemlich abgedreht galten." So hieß es in der Unterzeile des dreiteiligen "Bautzen-Report", der im April 2019 auf Sächsische.de und in der Sächsischen Zeitung erschien. Für diese Serie wird SZ-Reporter Ulrich Wolf nun mit dem 2. Preis für kritischen Journalismus 2019 der Otto Brenner Stiftung ausgezeichnet. Mitgewirkt an der Serie hatten die SZ-Reporterinnen Marleen Hollenbach und Theresa Hellwig sowie Ulli Schönbach aus der Lokalredaktion Bautzen. 

Der 55-jährige Ulrich Wolf wurde bereits mehrfach für seine Reportagen ausgezeichnet und 2015 von der  Branchenzeitschrift Medium zum regionalen „Journalisten des Jahres“ gekürt. Er beschreibt am Beispiel der ostsächsischen Kreisstadt, wie erschreckend wenige, dafür aber einflussreiche Akteure ausreichen, um den öffentlichen Diskurs in einer Gemeinde ganz weit nach rechts zu verschieben. „Um deren Machenschaften aufzudecken“, so die Jury, „benötigen Journalisten in den heutigen Zeiten Mut, nicht nur im Osten der Republik“. Wolf bringe diesen Mut auf, wenn er mit unbedingtem Willen, akribisch und mit beeindruckender Hartnäckigkeit schwierig zu recherchierende Strukturen aufdeckt. So sei ihm zusammen mit der Lokalredaktion Bautzen „ein vorbildliches Stück Lokaljournalismus gelungen“.

Den 1. Preis für kritischen Journalismus 2019 der Otto Brenner Stiftung erhält ein Rechercheteam um Oliver Schröm (Correctiv) und Christian Salewski (Panorama) für die trimediale Berichterstattung über die sogenannten CumEx-Files. Sie hätten aufgedeckt, „wie die Maschine für den Massenbetrug am Steuerzahler im Herzen der Finanzindustrie operierte“.  Mit dem 3. Preis wird „Draußen. Vom Leben wohnungsloser Familien in Berlin“ ausgezeichnet. Marie von Kuck ist Autorin des Features, das vom Deutschlandfunk gesendet wurde.

Die Preisverleihung findet am 19. November in Berlin statt. Die Otto Brenner Stiftung,  eine Stiftung der Gewerkschaft IG Metall, verleiht den Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus 2019 zum 15. Mal. Prämiert werden journalistische Arbeiten, die das Motto der Ausschreibung „Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“ in ihren Beiträgen beispielhaft umgesetzt haben. Aus 561 Bewerbungen wählte die Jury am 19. September die Preisträger in fünf Kategorien aus.