merken
PLUS Kamenz

Drei Tage wach: Einmaliges Kamenzer Stadtfest begeistert

Das Forstfest wurde im Frühjahr abgesagt, denn die Tradition wäre unter Corona-Auflagen nicht durchführbar gewesen. Dafür feierte die Stadt jetzt ganz anders.

Party auf dem Buttermarkt - hier tanzte vor allem die Jugend. Zwischen Fleischbänken und Kirchstraße wurde jeder Zentimeter ausgenutzt. Die vier Party-Areale waren für jeweils 999 Leute zugelassen. Dies wurde von reichlich Security überwacht.
Party auf dem Buttermarkt - hier tanzte vor allem die Jugend. Zwischen Fleischbänken und Kirchstraße wurde jeder Zentimeter ausgenutzt. Die vier Party-Areale waren für jeweils 999 Leute zugelassen. Dies wurde von reichlich Security überwacht. © Ina Förster

Kamenz. Drei Tage lang feierten Kamenzer und Tausende Gäste am Wochenende ein - im wahrsten Sinne des Wortes - einmaliges Stadtfest. Während das Forstfest zum zweiten Mal Corona zum Opfer fiel, hatte die Stadt in Zusammenarbeit mit Gastronomen und privaten Veranstaltern in wenigen Wochen ein Programm aus dem Hut gezaubert, das sich sehen lassen durfte. Vier große Party-Areals luden von Freitag bis Sonntagabend zum Feiern, Genießen, Tanzen und Verweilen ein. Am Sonntag leider dann auch von Regen begleitet.

Und auch am Rand warteten zahlreichen Überraschungen - von Hutberg-Verhüllung bis Glühwürmchen-Umzug. Im Forst nahm der zehntägige Rummel seinen Betrieb auf. Reporterin Ina Förster und Fotograf René Plaul mischten sich für Sächsische.de unters Partyvolk.

Anzeige
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!

Führen Sie Ihr Geschäft mit Werbung auf sächsische.de zu einer Erfolgsgeschichte. Wir helfen Ihnen dabei!

Eröffnung mit Forstfest-Flair

Der neue Sachgebietsleiter Ordnung und Sicherheit der Kamenzer Stadtverwaltung, Joachim Hoyer, moderierte und sang im Eröffnungskonzert am Freitagabend mit seiner Nichte Božena Hoyer auf dem Markt. Gemeinsam mit dem Blasorchester der Lessingstadt Kamenz u
Der neue Sachgebietsleiter Ordnung und Sicherheit der Kamenzer Stadtverwaltung, Joachim Hoyer, moderierte und sang im Eröffnungskonzert am Freitagabend mit seiner Nichte Božena Hoyer auf dem Markt. Gemeinsam mit dem Blasorchester der Lessingstadt Kamenz u © Ina Förster

Freitagabend startete das Kamenzer Stadtfest mit Blasmusikklängen und Chormusik auf dem Marktplatz. Fast hätte man meinen können, dass hier das Forstfest eröffnet wird. Vieles war vertraut, und doch anders. Vor allem die Location an sich. Das Hotel Goldner Hirsch hatte für eine große Bühne gesorgt, über eine Großbildleinwand flimmerten drei Tage lang alte Forstfest- und Tag der Sachsen-Filme. Während am Rathaus die von fleißigen Kamenzern selbst gewundenen Reisigranken für Festputz sorgten, sang sich der Chor der Lessingstadt mit den Kamenz-Liedern in die Herzen der Zuhörer. Und das Blasorchester der Lessingstadt absolvierte den ersten von vier Auftritten des Wochenendes. Ein gelungener Start.

Party an den Fleischbänken

Auch die Müllermugge machte Sonnabendabend auf dem Party-Areal des Café Emilias Halt. Foto: Rene Plaul
Auch die Müllermugge machte Sonnabendabend auf dem Party-Areal des Café Emilias Halt. Foto: Rene Plaul © René Plaul

Auf dem Altstadtpflaster zwischen Kirchstraße und Buttermarkt war an allen drei Tagen viel Bewegung. Dank des rührigen Café Emilia-Ehepaares Engelhardt fühlten sich hier vor allem jüngere Partybesucher aufgehoben. Von handgemachter Rockmusik bis Sambatanz, von DJ-Acts bis Feuershow und Kaiser-Double wurde einiges aufgefahren. Bereits am Donnerstag hatte die Firma SEC Veranstaltungstechnik die Straße bühnentechnisch aufgerüstet. "Wahnsinn, was hier abgegangen ist. Wir können nur allen danken, die uns unterstützt und mitgefeiert haben", so Lars Engelhardt. Das Festgebiet der City war in vier Party-Areals aufgeteilt, in die jeweils 999 Gäste zugelassen waren. Überprüft wurde das von zahlreicher Security. Für die Finanzierung gaben alle mitmachenden Gastronomen 50 Cent pro Bier an die Stadt ab.

Tanz auf dem Malzhausplatz

Der Auftritt von Kamenz can Dance am Sonnabendabend am Malzhaus war viel umjubelt. Auf diesem Party-Areal wurde an drei Abenden und in den Nächten getanzt und gefeiert - von Disco-Fox bis Techno-Gezappel war für jeden Geschmack etwas dabei. Foto: Ina Förs
Der Auftritt von Kamenz can Dance am Sonnabendabend am Malzhaus war viel umjubelt. Auf diesem Party-Areal wurde an drei Abenden und in den Nächten getanzt und gefeiert - von Disco-Fox bis Techno-Gezappel war für jeden Geschmack etwas dabei. Foto: Ina Förs © Ina Förster

Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Malzhausplatz von sich Reden gemacht als Location für den Techno-Act "Gezappel im Hinterhof". Dass das historische Areal sich durchaus als Party-Ort eignet, war also klar. Die Macher um Manuel Ternes Grillservice und das "Mono Bautzen" zeigten sich auch zum Stadtfest zufrieden mit ihren Gästen. Das schöne Wetter spielte ihnen vor allem Samstagnacht in die Karten. Bis weit nach Mitternacht wurde hier getanzt und gefeiert. Auch die Mädchen und Jungen von Kamenz can Dance hatten am Abend ihren großen Auftritt. Der Mix aus den unterschiedlichsten DJS machte den Reiz aus. Durch die kurzen Wege zwischen den Plätzen konnten die Stadtfestgäste gut rotieren. Zu keinem Zeitpunkt kam es zu Überfüllungen oder Engpässen.

Genuss auf dem Schulplatz

In Minki's Forstwirtschaft drehte sich drei Tage alles um Genuss, regionales Essen und Musik. Auch Diana Heinrich, Silke Maak, Kerstin Klotz und Karin Mangold (v.l.) freuten sich über Kamenzer Würstchen, Fischsemmel, Schaschlik & Co. Die Kamenzer Fleische
In Minki's Forstwirtschaft drehte sich drei Tage alles um Genuss, regionales Essen und Musik. Auch Diana Heinrich, Silke Maak, Kerstin Klotz und Karin Mangold (v.l.) freuten sich über Kamenzer Würstchen, Fischsemmel, Schaschlik & Co. Die Kamenzer Fleische © Ina Förster

Jeden Abend die wichtigsten Nachrichten aus dem Landkreis Bautzen in Ihrem Postfach. Hier können Sie sich für unseren Newsletter anmelden.

Um gutes Essen und Genuss drehte sich von Freitag- bis Sonntagabend alles auf dem sonst ruhigen Schulplatz. Während hier zu normalen Forstfestzeiten die Blütenumzüge starten, hatte dieses Jahr einmalig Minki's Forstwirtschaft Zelte und Biertischgarnituren aufgeschlagen. Sonst ist die Kamenzer Traditions-Fleischerei Minkwitz seit Jahrzehnten auf dem Fortfestplatz zu finden. "Doch da das nicht ging, haben wir umgedacht. Auch wenn uns das Herz schon etwas schmerzt, weil das Forstfest nun wieder ausgefallen ist, sind wir froh, hier dabei sein zu können", so Chef Enrico Minkwitz. "Es war eine wunderbare Stimmung!" Das Konzept ging auf.

Glühwürmchen und Feuerwerk

Bereit zum Glühwürmchenumzug: Blütenkönigin Julia Petzold (l.) führte den kleinen Lampionzug über die Schillerpromenade an. Citymanagerin Anne Hasselbach hatte bei der Ausstattung geholfen und die Idee dazu geliefert. Foto: Ina Förster
Bereit zum Glühwürmchenumzug: Blütenkönigin Julia Petzold (l.) führte den kleinen Lampionzug über die Schillerpromenade an. Citymanagerin Anne Hasselbach hatte bei der Ausstattung geholfen und die Idee dazu geliefert. Foto: Ina Förster © Ina Förster

Besondere Höhepunkte zogen am Sonnabendabend zusätzliche Gäste in die Stadt. Der Einladung zum kleinen aber feinen Glühwürmchen-Umzug ab Malzhaus folgten Familien mit Kindern. Gut beleuchtet mit Lampions ging es über die dunkle Schillerpromenade. Den Zug führte Blütenkönigin Julia Petzold mit einem bezaubernden Kostüm an. Die Ideen und Umsetzung dazu stammte von Citymanagerin Anne Hasselbach. Gegen 21.30 Uhr gab es ein großes Höhenfeuerwerk, welches vom Hutberg gestartet wurde. Tausende Gäste verfolgten es von der Altstadt aus. Beifall brandete zum Schluss auf.

Rummel im Forst gestartet

Noch bis zum 29. August läuft der Rummel im Kamenzer Forst. Täglich ist ab 15 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 14 Uhr. Und am Dienstag wird zum vergünstigten Familientag eingeladen.
Noch bis zum 29. August läuft der Rummel im Kamenzer Forst. Täglich ist ab 15 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 14 Uhr. Und am Dienstag wird zum vergünstigten Familientag eingeladen. © René Plaul

Auch außerhalb der Stadtmauern lief das Stadtfest in guten Bahnen. Freitagnachmittag eröffnete Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) den Rummel im Forst. Bereits im zweiten Jahr wird dieser in Eigenregie der Schausteller initiiert. Diesmal zeichnen Thomas Bachmann und Michael Gruhl dafür verantwortlich. Zur Eröffnung spendierten das Stadtoberhaupt und die Schausteller den ersten Gästen 50 Freikarten für Karussells nach Wahl. Mit dem Wochenendgeschäft war man zufrieden, es sei aber noch etwas Luft nach oben, heißt es. Noch bis zum 29. August läuft der Rummel im Forst. Am Dienstag ist Familientag.

Tomogara feiert noch weiter

Gerd "Spinne" Bräunig gehört mit zum Versorgungs-Team des Tomogara Sport- und Freizeitzentrums. Hier wird übrigens noch bis Donnerstagabend die Bartholomäuswoche zelebriert. Ein umfangreiches Programm wartet auf Jung und Alt. Foto: Rene Plaul
Gerd "Spinne" Bräunig gehört mit zum Versorgungs-Team des Tomogara Sport- und Freizeitzentrums. Hier wird übrigens noch bis Donnerstagabend die Bartholomäuswoche zelebriert. Ein umfangreiches Programm wartet auf Jung und Alt. Foto: Rene Plaul © René Plaul

Auch das Team des Sport- und Freizeitzentrums Tomogara hat sich erneut ein Mega-Programm ausgedacht - und zwar für die gesamte Bartholomäuswoche. Seit Freitag heißt man seine Gäste im Hof willkommen. Mit dem Blasmusik-Frühschoppen gab es einen ersten Höhepunkt am Sonnabend. "Wir fühlen uns Traditionen verbunden, und wenn wir zum zweiten Mal nicht auf dem Forstfestplatz stehen können, verlagern wir das Ganze wieder nach Hause", so Jan Geppert. Man hofft ab Montag auf mehr Gäste. Die blieben leider am Wochenende etwas aus, da in der Stadt so viele geballte Angebote liefen. Noch bis Donnerstagabend gibt es hier tägliche Aktionen für Groß und Klein.

Hutbergturm verhüllt

Pilgerin Kerstin Boden (2.v.r.) hatte die besondere Spendenaktion für die marode Pilgerherberge am Turm initiiert. Auch Oberbürgermeister Roland Dantz (r.) und Blütenkönigin Julia Petzold sowie Pfarrer Michael Gärtner waren am 21. August zur Verhüllung an
Pilgerin Kerstin Boden (2.v.r.) hatte die besondere Spendenaktion für die marode Pilgerherberge am Turm initiiert. Auch Oberbürgermeister Roland Dantz (r.) und Blütenkönigin Julia Petzold sowie Pfarrer Michael Gärtner waren am 21. August zur Verhüllung an © René Plaul

Weiterführende Artikel

Pulsnitz: Irritationen um Straßenfest

Pulsnitz: Irritationen um Straßenfest

Ein Dresdner Unternehmen organisiert für kommenden Sonnabend verschiedene Stände und Musik. Viele freuen sich darauf - aber es gibt auch Unmut.

Und dann gab es noch kleine Höhepunkte am Rand, die für Furore sorgten: Der Lessingturm auf dem Kamenzer Hutberg wurde für einen Tag mit ganz besonderer Strickkunst verhüllt: Pilgerin Kerstin Boden (2.v.r.) hatte die besondere Spendenaktion für die marode Pilgerherberge am Turm initiiert. Auch Oberbürgermeister Roland Dantz (r.) und Blütenkönigin Julia Petzold sowie Pfarrer Michael Gärtner waren anwesend. Zahlreiche Spenden flossen an diesem Tag. Diesem Thema widmet die SZ einen extra Bericht in den nächsten Tagen.

Spiegelkugel am Emilia mit dem Kamenzer Rathaus
Foto: Rene Plaul
Spiegelkugel am Emilia mit dem Kamenzer Rathaus Foto: Rene Plaul © René Plaul
Zum besonderen Kaffeeklatsch wurde in die neuen Räume der Stadtwerkstatt geladen. Jens Fichte, Oskar, Anton, Janett Theile mit Hannah und Simone Kirschke (r.) hatten Spaß. Foto: Rene Plaul
Zum besonderen Kaffeeklatsch wurde in die neuen Räume der Stadtwerkstatt geladen. Jens Fichte, Oskar, Anton, Janett Theile mit Hannah und Simone Kirschke (r.) hatten Spaß. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Ein bisschen Fortfest-Flair auf dem schulplatz mit Deko-Figuren. Foto: Rene Plaul
Ein bisschen Fortfest-Flair auf dem schulplatz mit Deko-Figuren. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Installation in der alten Baderei. Foto: Rene Plaul
Installation in der alten Baderei. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Akkordeon-Musik mit Claudia Steidte in der alten Baderei. Foto: Rene Plaul
Akkordeon-Musik mit Claudia Steidte in der alten Baderei. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Christian Wagner leitet das Blasorchester der Lessingstadt Kamenz seit vielen Jahren. Zum dreitägigen Stadtfest hatte das Ensemble vier Auftritte zu absolvieren: Freitagabend auf dem Markt, Sonnabend im Tomogara Sport- und Freizeitzentrum zum Frühschoppen, Sonnabendnachmittag auf dem Hutberg und am Sonntag in Deutschbaselitz.
Foto: Ina Förster
Christian Wagner leitet das Blasorchester der Lessingstadt Kamenz seit vielen Jahren. Zum dreitägigen Stadtfest hatte das Ensemble vier Auftritte zu absolvieren: Freitagabend auf dem Markt, Sonnabend im Tomogara Sport- und Freizeitzentrum zum Frühschoppen, Sonnabendnachmittag auf dem Hutberg und am Sonntag in Deutschbaselitz. Foto: Ina Förster © Ina Förster
Break Dancer im Forst.
Foto: Rene Plaul
Break Dancer im Forst. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Effi genießt das Reiten auf Jolie, sie wird von Leonie Krüger geführt. Der Reitclub Kamenz ist wie immer im Forst und ermöglicht es den Kindern, eine Runde auf dem Pferd zu reiten.
Foto: Rene Plaul
Effi genießt das Reiten auf Jolie, sie wird von Leonie Krüger geführt. Der Reitclub Kamenz ist wie immer im Forst und ermöglicht es den Kindern, eine Runde auf dem Pferd zu reiten. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Auch auf dem Marktplatz drehte sich ein historisches Kinderkarussell. Clara, Ludwig und Benjamin Schiller fahren hier gerade damit. Foto: Rene Plaul
Auch auf dem Marktplatz drehte sich ein historisches Kinderkarussell. Clara, Ludwig und Benjamin Schiller fahren hier gerade damit. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Frühschoppen im Tomogara Sport- und Freizeitzentrum. Foto: Rene Plaul
Frühschoppen im Tomogara Sport- und Freizeitzentrum. Foto: Rene Plaul © René Plaul
Der Frühschoppen bei Tomogara mit dem Blasorchester der Lessingstadt Kamenz ist Kult. Foto: Rene Plaul
Der Frühschoppen bei Tomogara mit dem Blasorchester der Lessingstadt Kamenz ist Kult. Foto: Rene Plaul © René Plaul

Mehr zum Thema Kamenz