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Kamenz: So läuft diesmal der Froschlauf

Nach etlichen virtuellen Laufevents wegen Corona gibt's in Biehla bei Kamenz erstmals wieder ein richtiges. Ein paar Dinge sind trotzdem anders als gewohnt.

Thomas Kirschner (l.) und Rick Stelzner vom SV Biehla-Cunnersdorf freuen sich mit dem Frosch auf den Froschlauf. Auch Lenny, Clara und Jule helfen wie viele andere Mitglieder mit beim Lauf-Event.
Thomas Kirschner (l.) und Rick Stelzner vom SV Biehla-Cunnersdorf freuen sich mit dem Frosch auf den Froschlauf. Auch Lenny, Clara und Jule helfen wie viele andere Mitglieder mit beim Lauf-Event. © Rene laul

Kamenz. Virtuelle Lauf-Wettbewerbe schossen während der Corona-Pandemie aus der Erde wie Pilze nach dem Regen. Jeder rennt dabei für sich oder in kleiner Gruppe an einem beliebigen Tag die Laufstrecke ab. Viele Events - so auch der Kamenzer Blütenlauf - fanden so zwar irgendwie statt.

Aber das ist nicht das, was die Lauf-Szene herbeisehnt. Nun kann sie aufatmen: Denn während der Bautzener DAK-Firmenlauf gerade zum zweiten Mal ins nächste Jahr verschoben wurde, wird im kleinen Kamenzer Ortsteil Biehla groß geplant.

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Der dortige Froschlauf ist überregional bekannt. Der Ort ist zwar klein, aber Lauf-Fans sollten ihn nicht nur vom Hören-Sagen kennen, sondern mindestens einmal auch dort gewesen sein. In normalen Jahren gehen am letzten Juni-Wochenende weit über 1.000 Läufer und Läuferinnen an den Start. Ganz Biehla ist dann auf den Beinen. Und vor allem der Sportverein Biehla-Cunnersdorf als Veranstalter.

Entscheidung für den Lauf fiel erst vor zwei Wochen

"Im letzten Jahr waren wir die Ersten weit und breit, die die Idee eines virtuellen Laufes hatten. Das haben wir gut umgesetzt. Etwa 300 Läufer gingen an den Start. Das war ein Erfolg mitten in der Pandemie", sagt Schatzmeister Thomas Kirschner. Und nun ist der Verein wieder der Erste, der einen echten Lauf organisiert - binnen sehr kurzer Zeit.

"Wir haben uns erst vor zwei Wochen entschieden und gesagt: Das sieht gut aus mit den Inzidenzen, das machen wir jetzt einfach", sagt Kirschner. In der Schublade lagen zwei Konzepte, denn anfangs hatte man noch auf die Ursprungsvariante gehofft. Aufgrund der aktuellen Situation musste das bewährte Konzept aber doch angepasst werden.

"Wir entzerren die Starts, was aber dem Lauferlebnis und der Romantik vorbei an schönen Teichen, sieben Storchennestern und unberührter Natur nicht hinderlich sein wird", heißt es. Damit nicht alle im Pulk losrennen, mussten andere Ideen her. Und ein bestätigtes Hygienekonzept vom Gesundheitsamt. So ergibt sich die Möglichkeit, an zwei Abenden und zwei Mal morgens zu starten. Der 18. Froschlauf findet vom 25. bis 27. Juni statt.

Da tanzt der Frosch doch gleich mal mit. Auch die BC-Dancers freuen sich auf das mehrtägige Lauf-Event, wo sie einen ersten Auftritt nach der Pandemie haben werden.
Da tanzt der Frosch doch gleich mal mit. Auch die BC-Dancers freuen sich auf das mehrtägige Lauf-Event, wo sie einen ersten Auftritt nach der Pandemie haben werden. ©  René Plaul
Stolz zeigen die BC-Dancers ihr Trikot. Die Mädchen freuen sich, dass das Training endlich wieder angefangen hat.
Stolz zeigen die BC-Dancers ihr Trikot. Die Mädchen freuen sich, dass das Training endlich wieder angefangen hat. ©  René Plaul
Endlich wieder Training nach langer Zwangspause. Alle freuen sich riesig.
Endlich wieder Training nach langer Zwangspause. Alle freuen sich riesig. ©  René Plaul

"Aller fünf Minuten stehen fünf Startplätze zur Verfügung, so dass je Stunde bis zu 60 Sportler auf die 9,6-Kilometer-Runde gehen können", heißt es in der Ausschreibung. Personen eines Hausstandes werden als ein Starter gesehen und belegen somit auch nur einen Startplatz. In der Anmeldung sollte man dies vermerken. Der Kinderlauf über zwei Kilometer muss aus Kapazitätsgründen allerdings ausfallen. "Vielleicht findet er aber im Herbst als extra Event statt", sagt Kirschner.

In den letzten Tagen haben sich fast 100 Läufer angemeldet. Der Froschlauf gehört auch zur Serie des Enso-Läufer-Cups. Die Zeitnahme erfolgt diesmal per Stoppuhr durch den Veranstalter. Auch eigene Zeitmessgeräte via Uhr oder Apps sind zugelassen.

Neustart nach der Corona-Zwangspause ist nicht leicht

Der SV Biehla-Cunnersdorf gehört mit 200 Mitgliedern zu den mittelgroßen Sportvereinen. Er pflegt seine fünf Abteilungen - Fußball, Kegeln, Gymnastik, Tanzen und seit Kurzem Dart - mit Herzblut.

Doch die Pandemie macht auch dem Verein zu schaffen. "Corona brachte uns mitgliedermäßig keine riesige Einbrüche, aber man merkt schon, dass es schwierig ist, die Leute nach der langen Zwangspause zu aktivieren", sagt Tanz-Abteilungsleiterin Nancy Stelzner. Das Training sei aber normal angelaufen, auch das der BC-Dancer. "Unsere Tanz-Abteilung hat eine gute Entwicklung genommen in den letzten Jahren. Wir haben mittlerweile vier Gruppen."

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