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So helfen Kamenzer Kita-Kinder Flutopfern

Leon zog von Erftstadt nach Kamenz. Familienmitglieder, die dort blieben, verloren durch die Flut ihr Zuhause. Das lässt seine neuen Freunde nicht kalt.

Leon Benad zog mit seiner Mutter vor einem Jahr aus Nordrhein-Westfalen nach Kamenz. Sein Papa, der Halbbruder und die Oma leben noch in der Gegend um Erftstadt und waren stark vom Hochwasser betroffen. Leons Kita startete daraufhin einen Spendenaufruf.
Leon Benad zog mit seiner Mutter vor einem Jahr aus Nordrhein-Westfalen nach Kamenz. Sein Papa, der Halbbruder und die Oma leben noch in der Gegend um Erftstadt und waren stark vom Hochwasser betroffen. Leons Kita startete daraufhin einen Spendenaufruf. © DRK-Kindergarten Kamenz

Kamenz. Es ist fast zwei Wochen her, als das Hochwasser den Ort Erftstadt in Nordrhein-Westfalen erreichte. Und ihn fast komplett zerstörte. Viele Menschen haben ihr Zuhause und ihr Hab und Gut verloren. Eine riesige Solidaritätswelle rollt seitdem für die Betroffenen im Krisengebiet quer durch Deutschland. Auch aus dem Landkreis Bautzen.

Vor gut einem Jahr lebte auch Leon Benad mit seiner Mama noch genau dort. Doch mittlerweile wohnt der Sechsjährige in Kamenz, wo er den DRK-Kindergarten besucht. Als er und seine Familie am 16. Juli von dem verheerenden Hochwasser in seiner ehemaligen Heimat erfuhren, war er erschrocken darüber. An diesem Tag feierte sein Kindergarten gerade das Zuckertütenfest, doch der künftige Abc-Schütze war geknickt über die Ereignisse in Erfstadt. Dort leben immer noch sein Papa und der Halbbruder. Nach den sintflutartigen Regenfällen verlor auch seine Familie ihr Zuhause.

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Großes Bild von der Katastrophe gemalt

"Seitdem ist Leons Halbbruder bei der Oma untergekommen", erzählt Cindy Braun, die Leiterin des DRK-Kinderhauses in Kamenz. "Als wir von dem Schicksal erfuhren, machten wir uns gemeinsam Gedanken, wie wir der Familie helfen können." Leons Kindergartenfreunde und er selbst malten ein großes Bild, auf dem die Flutkatastrophe zu sehen ist. Jedenfalls so, wie Kinder sich so etwas vorstellen. "Es war sehr beeindruckend, wie sie das Geschehen verarbeiten und mit viel Empathie für ihren Freund Leon da waren", sagt Cindy Brown.

Beim Zuckertütenfest brauchte der Sechsjährige trotzdem etwas Zeit, bis er den Tag genießen konnte. Der DRK-Kindergarten mit seinen Erzieherinnen und Eltern machten daraufhin Nägel mit Köpfen. "Sicherlich gab und gibt es viele Spendenkonten, auf denen jeder individuell einzahlen kann. Oder Aufrufe für Sachspenden", so Cindy Braun. "Doch wir waren froh, dass uns Leons Mama diesen ganz konkreten Kontakt herstellen konnte. Es ist einfach schön, dass man einen Bezug hat", so die Kindergarten-Chefin.

Spendensammlung läuft noch bis zum Schuleingang

Schnell wurde ein Aufruf im Kindergarten an der Haberkornstraße aufgehängt. Zu sehen sind auf diesem auch Fotos der Flutkatastrophe in Erftstadt sowie Leons Halbbruder. Seit ein paar Tagen steht eine Sammelbüchse im Eingangsbereich des DRK-Kindergartens. Jeder, der das Haus betritt, kann etwas einwerfen. Cindy Braun dazu: "Wir lassen die Spendensammlung noch über die ganze Ferienzeit weiterlaufen. Leons Papa wird im September zur Einschulung seines Sohnes nach Kamenz kommen, und wir werden in diesem Zusammenhang einen Termin zur Übergabe des gesammelten Geldes finden."

Leon und seine Freunde im Kindergarten haben mittlerweile viel über das Thema Hochwasser gesprochen. Den Erzieherinnen sei es wichtig, den Kindern aufzuzeigen, wie man mit solchen Problemen umgeht. "Vor allem ist es gut, dass die Kinder dadurch lernen, sich gegenseitig zu unterstützen. Und dass sie merken, dass sich durch die Hilfe vieler etwas zum Guten wenden kann", so Cindy Braun.

Der sechsjährige Leon ist mittlerweile mit seiner Mama in den Urlaub gestartet. In seinem neuen Zuhause in Kamenz geht unterdessen die Solidarität mit den Hochwasseropfern weiter. Auch wenn es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, wird die Geldspende des DRK-Kinderhauses genau dort ankommen, wo man sie am meisten braucht. Und das sei ein wundervolles Gefühl.

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