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Oßling: Verzögerungen beim Straßenbau

Eigentlich sollte die Ortsdurchfahrt von Milstrich schon seit einem Monat fertig sein. Doch es kam anders - vor allem aus einem Grund.

Noch immer wird an der Straße im Oßlinger Ortsteil Milstrich gebaut. Sie sollte eigentlich im Oktober fertig sein.
Noch immer wird an der Straße im Oßlinger Ortsteil Milstrich gebaut. Sie sollte eigentlich im Oktober fertig sein. © Matthias Schumann

Oßling. Noch immer steht die Sperrscheibe am Ortseingang von Milstrich. Kein Durchkommen für Autofahrer. Sie sollen weiter die Umleitung über den Knotenpunkt S 95/S 92 (Karnickelecke) nehmen. Für Mitte Oktober war die Fertigstellung der Kanal- und Straßenarbeiten im Ortskern avisiert, doch daraus ist nichts geworden.

Doch warum kam es zu dieser Verzögerung? Geplant war die Reparatur von Abwasserkanälen auf der Mittelstraße und dem Forstweg. Dazu kommt der Einbau einer neuen Asphaltschicht. „Gleich bei den ersten Arbeiten wurde festgestellt, dass nicht nur der unterspülte Kanal zu reparieren ist, sondern auch andere schadhafte Stellen ausgebessert werden müssen. Außerdem fanden die Bauleute Leitungen an Stellen vor, an denen sie in den alten Plänen nicht eingezeichnet waren. Mehrere Umverlegungen waren also notwendig“, begründet der Bürgermeister der Gemeinde Oßling Johannes Nitzsche (Wählervereinigung Bündnis Zukunft Gestalten) die Verzögerungen.

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Dazu kamen noch zwei weitere Probleme. Zum einen das Wetter. Durch den vielen Regen im Oktober seien die Arbeiten nur schleppend voran gegangen. Außerdem gab es Abstimmungsprobleme bei der Telekom, die der Bürgermeister aber letztlich lösen konnte. Im Zuge der Kanalarbeiten kam nämlich gleich noch das Glasfaserkabel mit in die Erde.

Ende November soll die Straße freigegeben werden

Doch jetzt ist ein Ende der Arbeiten in Sicht. „Ende dieser Woche beginnen die Asphaltarbeiten“, erklärt der Bürgermeister. Wenn dann alles nach Plan geht, könnten die Arbeiten am 27. November endgültig abgeschlossen sein, und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Auch das hängt natürlich von der Witterung in den nächsten drei Wochen ab“, betont Johannes Nitzsche.

Für die Bewohner des Oßlinger Ortsteiles Milstrich war der Bau, der Anfang August begonnen hatte, keine leichte Angelegenheit. Vor allem die Tatsache, dass die Bushaltestelle im Ort weggefallen ist, wurde von ihnen beklagt. So mussten Leute, die mit dem Bus nach Oßling oder Kamenz wollten, bis zur Haltestelle am Forsthaus laufen, oder die Schulkinder wurden von den Eltern mit dem Auto gebracht. Immerhin ist das eine Strecke von 500 Metern. Doch auch dieses Problem dürfte bald Geschichte sein. Die Anwohner selbst kamen jederzeit zu ihren Grundstücken. „Da gab es gute Absprachen mit der Baufirma, die den Zugang gewährleistet hat“, erklärt der Bürgermeister.

70.000 Euro bezahlt die Gemeinde

Träger der Baumaßnahme sind die Gemeinde Oßling und das Landratsamt Bautzen. Oßling ist für die Kanalarbeiten und den Forstweg verantwortlich, das Landratsamt für die Asphaltarbeiten im Abschnitt der Kreisstraße. Insgesamt kostet der Bau rund 276.000 Euro. Die Gemeinde muss rund 70.000 Euro aus dem eigenen Haushalt bezahlen. Der Rest stammt aus Fördermitteln und dem Anteil des Landkreises.

Ob im kommenden Jahr wieder in Straßenbaumaßnahmen investiert werden kann, da ist sich der Bürgermeister unsicher. „Aufgrund der derzeitigen Entwicklungen geht die Gemeinde davon aus, dass ein sechsstelliger Betrag an Gewerbesteuer zurückzuzahlen ist. Da können wir jetzt noch gar nichts zu künftigen Investitionen sagen“, erklärt Johannes Nitzsche.

Der Haushaltsplan für 2021 soll demnächst aufgestellt werden. Dabei müssen die Verwaltung und die Gemeinderäte prüfen, wie viel Geld überhaupt für Investitionen zur Verfügung steht und wo man dieses Geld am sinnvollsten einsetzt. „Wichtig ist es, die Haushaltslage stabil zu halten“, so der Bürgermeister. Bisher habe Oßling keine Liquiditätsprobleme und das soll seiner Meinung nach auch in Zukunft so bleiben. Jetzt ist er erst einmal froh, dass Milstrich wieder befahrbar wird und die Umleitung bald vorbei ist.

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