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So blickt Sachsen auf die Flut-Katastrophen

Viele Sachsen machen sich Sorgen, dass extreme Wetterereignisse zunehmen - und fühlen sich schlecht geschützt. Die Solidarität mit den Opfern ist groß.

In Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind die Verwüstungen nach dem Hochwasser der vergangenen Woche besonders groß.
In Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind die Verwüstungen nach dem Hochwasser der vergangenen Woche besonders groß. © dpa/Thomas Frey (Archiv)

Die Aufräumarbeiten in den Hochwasser-Regionen im Westen Deutschland, in Bayern und Sachsen haben begonnen. Bund und Länder haben ein umfangreiches Hilfsprogramm angeschoben. Zugleich hat aber auch die Diskussion um die Ursache der Katastrophe und die Lehren aus dem Unglück begonnen. Wie mehrere Umfragen von saechsische.de und den Meinungsforschern von Civey zeigen, machen sich viele Sachsen Sorgen, dass extreme Wetterereignisse wegen des Klimawandels zunehmen - und fühlen sich zugleich nur unzureichend dagegen geschützt. Die Solidarität mit den Hochwasser-Opfern ist zugleich groß.

Wir wollten zum einen wissen, ob sich die Sachsen Sorgen machen, dass der Klimawandel zu mehr extremen Wetterlagen in Deutschland, wie Unwetter oder Dürre, führen wird. Eine knappe Mehrheit (52 Prozent) beantwortet diese Frage mit Ja. Zugleich sagt fast jeder dritte Sachse, dass er sich deswegen keine Sorgen macht (29,2 Prozent). Rund 12 Prozent sind bei der Frage unentschieden. Eine Minderheit von rund 6 Prozent glaubt, dass es keinen Klimawandel gibt.

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Dieses Ergebnis deckt sich mit dem Resultat einer weiteren Umfrage. Wir wollten wissen, ob die starken Regenfälle in Teilen Deutschlands nach Meinung der Sachsen ein Zeichen des Klimawandels ist. Auch hier sagt eine knappe Mehrheit Ja (53,6 Prozent). 40 Prozent hingegen denken, dass die jüngsten Unwetter nicht mit dem Klimawandel zu tun haben. Rund 6 Prozent sind bei der Frage unentschieden. Zum Vergleich: Deutschlandweit sehen zwei Drittel einen Zusammenhang zwischen den Unwettern und dem Klimawandel, wie die Auswertung der Bundes-Zahlen von t-online.de zeigt.

Zugleich machen sich viele Sachsen Sorgen um den Zustand des Katastrophenschutzes. Hierbei dürften Berichte über nicht funktionierende Meldeketten einen Ausschlag gegeben haben. Etwa die Hälfte der Sachsen (49,7 Prozent) meint, dass der Katastrophenschutz in Deutschland schlecht aufgestellt ist. Etwa ein Drittel der Sachsen (32,1 Prozent) ist hingegen anderer Meinung und sieht den Katastrophenschutz generell gut gerüstet. Rund 18 Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Fest steht: Die Solidarität mit den Hochwasser-Opfern ist groß, was sich auch in der Realität an den bereits eingegangenen Spenden zeigt. Fast zwei Drittel der Sachsen (64 Prozent) sagen, dass sie sich vorstellen können, Betroffene der Hochwasser-Katastrophe mit einer Spende zu unterstützen. Rund 23 Prozent der Sachsen lehnen dies ab. Rund 13 Prozent sind bei Frage unentschieden.

Umfrageforscher warnen jedoch davor, die Ergebnisse solcher Fragen zu ernst zu nehmen. Da die Umfrage ein sozial weithin gewünschtes Verhalten abfragt, ist es wahrscheinlich, dass sich viele genötigt sehen, mit Ja zu antworten und dann doch nicht spenden.

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In diesem Artikel wurden vier Umfrage ausgewertet, die sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat. Die Stichprobengrößen für die Sachsen-Zahlen in der Reihenfolge der genannten Umfragen: 328, 329, 341, 308. Die Stichproben entsprechen jeweils der Grundgesamtheit der Wahlbevölkerung im Land. Detailangaben zu Befragungszeitraum, Stichprobengröße und statistischem Fehler entnehmen Sie den jeweiligen Grafiken. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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