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Fünf Jahre Klimastreiks: Neubauer rügt Widerstände in der Politik

Vor fünf Jahren setzt sich Greta Thunberg zum ersten Mal vors schwedische Parlament. Ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer von Fridays for Future blickt zurück - auf Erfolge und Enttäuschungen.

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Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisiert die deutsche Politik für ihre Klimapolitik.
Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisiert die deutsche Politik für ihre Klimapolitik. © Marcus Brandt/dpa (Archiv)

Berlin. Fünf Jahre nach dem ersten Schulstreik von Greta Thunberg hat sich die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer enttäuscht über anhaltende politische Widerstände geäußert. "Es ist frustrierend zu erleben, dass diverse politische Vertreter bis heute lieber Klimaaktivisten beleidigen und Klima-Fortschritt verhindern, statt anzuerkennen, dass es die Klimabewegung nur braucht, weil sie in den letzten Jahrzehnten ihren Job nicht gemacht haben", sagte Neubauer, die der Bewegung Fridays for Future angehört, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Klimapolitik sei aber mittlerweile "im Zentrum des Regierungshandelns verortet", worin Neubauer einen Erfolg der Aktivisten im Kampf gegen die Klimakrise sieht. "Fridays for Future hat die Klimakrise von einem Nischenproblem zu einem Gesellschaftsproblem gemacht und in einem historischen Maße Mehrheiten für echte Lösungen gewonnen", sagte Neubauer. Die Bewegung habe ein historisches Urteil des Bundesverfassungsgerichts zugunsten des Klimaschutzes erstritten. Auch habe sich gezeigt, "dass junge Menschen gemeinsam ungeahnte Macht entfalten können".

Sechs Monate nach ihrer ersten Aktion: Die damals 16-jährige Schwedin Greta Thunberg demonstriert vorm Reichstag in Stockholm für mehr Klimaschutz mit einem Aufruf zum "Schulstreik für das Klima".
Sechs Monate nach ihrer ersten Aktion: Die damals 16-jährige Schwedin Greta Thunberg demonstriert vorm Reichstag in Stockholm für mehr Klimaschutz mit einem Aufruf zum "Schulstreik für das Klima". © Steffen Trumpf/dpa (Archiv)

Die schwedische Aktivistin Thunberg hatte am 20. August 2018 erstmals vor dem Parlament in Stockholm für mehr politischen Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung demonstriert. Damit gab sie den Anstoß für Fridays for Future, ihrem Beispiel folgten Hunderttausende Menschen weltweit. In den vergangenen Monaten bekam vor allem die Gruppe Letzte Generation viel Aufmerksamkeit wegen ihrer umstrittenen Aktionen. Zuletzt hatten vor allem Politiker von SPD, Union und FDP die Aktivisten scharf kritisiert und zum Teil als Kriminelle gebrandmarkt, weil sie regelmäßig unter anderem Straßen und Flughäfen blockieren.

Schon jetzt hat sich die Erde im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um gut 1,1 Grad aufgeheizt, in Deutschland sind es schon 1,6 Grad. Die fatalen Folgen sind je nach Region unter anderem häufigere und stärkere Dürren und Hitzewellen, aber auch Starkregen, Stürme und Überschwemmungen.

Neubauer sagte zu den Zielen der Bewegung: "Als Fridays for Future arbeiten wir kontinuierlich daran, dass es uns nicht mehr braucht, und dass die Bundesregierung stattdessen eigenständig ihre globalen Klimaversprechen einhält." Das deutsche Klimaschutzgesetz sieht vor, klimaschädliche Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Bis 2040 sollen sie um 88 Prozent sinken und 2045 soll Treibhausgasneutralität erreicht werden. (dpa)