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Chemnitz

Tausende feiern bei Kosmos Chemnitz

Zehn Monate nach #wirsindmehr will Chemnitz erneut Weltoffenheit beweisen. Musikstars wie Herbert Grönemeyer unterstützen die Aktion. Mit Live-Video:

Herbert Grönemeyer bei seinem Auftritt.
Herbert Grönemeyer bei seinem Auftritt. © dpa

Chemnitz. Musik, Gespräche, Sport, Show - und vor allem überall freundliche Gesichter: Bei herrlichem Sommerwetter hat Chemnitz schon vor dem Abschluss-Highlight mit dem Auftritt von Herbert Grönemeyer ein friedliches Fest der Demokratie gefeiert. Zehn Monate nach dem Erfolg des Konzerts #wirsindmehr hat die Fortsetzung mit dem Titel "Kosmos Chemnitz - Wir bleiben mehr" Zehntausende Besucher in Partylaune angelockt.

Mit dem Festival will Chemnitz ein Zeichen für eine friedliche, weltoffene und tolerante Gesellschaft setzen. "Wir sind mehr als ein Konzert. Wir wollen #wirsindmehr fortschreiben. Wir werben für eine offene Gesellschaft", sagte Sören Uhle, Geschäftsführer der Stadtmarketing-Gesellschaft. Beim Konzert #wirsindmehr hatten am 3. September 2018 etwa die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet oder Kraftklub vor 65.000 Menschen gespielt. Es war eine Reaktion auf rechte Demonstrationen und fremdenfeindliche Übergriffe in der Stadt, nachdem kurz zuvor ein 35-jähriger Deutscher vermutlich von Asylbewerbern erstochen worden war.

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Die eigenen vier Wände sind eines der größten Projekte im Leben. Am 16. November können Interessenten die vier entstehenden Doppelhäuser auf der Landheimstraße besichtigen.

Die Konzerte werden auch Live übertragen:

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Beim Festival "Kosmos Chemnitz“ feiern Tausende in der Stadt. SZ-Redakteur Oliver Reinhard findet es toll - und das liegt nicht an Herbert Grönemeyer.

Am Donnerstag gab es bis zum späten Abend verteilt über das gesamte Stadtzentrum Auftritte etwa von Tocotronic, Rapper Alligatoah oder Loveparade-Gründer Dr. Motte sowie Lesungen, Podiumsdiskussionen, Sportevents und Vorführungen an 40 Spielorten. Überall war Musik zu hören - von Hiphop über Punk und Rap bis zu Rock. Familien vergnügten sich im Stadtpark, in Diskussionen ging es etwa um Stadtentwicklung oder autonomes Fahren. "Das ist ja ein ziemlich breites Programm in Chemnitz. Und das macht es sehr, sehr besonders", sagte Tocotronic-Sänger Dirk von Lotzow. 

Jan Müller und Dirk von Lotzow von der Band Tocotronic.
Jan Müller und Dirk von Lotzow von der Band Tocotronic. © dpa

Für Tocotronic war das Festival mehr als nur ein Zeichen. Für ihn gehöre die Veranstaltung in eine Reihe mit den Initiativen #unteilbar und Sichere Häfen, sagte Dirk von Lotzow. "Das sind alles Ereignisse, die ich zusammenfassen würde zu einer Art zivilgesellschaftlichen Bewegung. Und das finde ich sehr spannend", befand er. Beim Bündnis Sichere Häfen geht es darum, dass Städte Flüchtlinge aufnehmen - ihnen also sichere Häfen bieten. #unteilbar ist ein Bündnis für Demokratie, Menschenrechte, soziale und gesellschaftliche Teilhabe.

Eine Premiere feierte die bekannte Reihe Boiler Room.  Als Gast trat der syrische Popstar Omar Souleyman auf. Das Video:

Sänger Joris, der bereits im vorigen Jahr bei #wirsindmehr als Besucher dabei war, hält es für wichtig, dass sich Künstler aller Couleur für eine weltoffene Gesellschaft engagieren. "Ich glaube, in der heutigen Zeit ist es sehr, sehr wichtig, dass man Haltung zeigt. Und wenn wir das jetzt nicht machen, wo es einfach ist und wir eben auch noch mehr sind, dann wird es eben schwierig irgendwann mal", sagte der 29-Jährige.

Los ging es am Mittag unter anderem mit einem Basketballspiel mit prominenter Besetzung. Mitglieder der Band Kraftklub, den Initiatoren von Kosmos Chemnitz, traten gegen Spieler der Niners an.

Mit dem Festival soll erneut ein Zeichen für eine friedliche, weltoffene und tolerante Gesellschaft gesetzt werden. "Ich erwarte, dass sich Chemnitz von seiner besten Seite zeigt. Wir wollen #wirsindmehr fortschreiben. Wir werben für eine offene Gesellschaft", sagte Sören Uhle, Geschäftsführer der Stadtmarketing-Gesellschaft.


Bilder aus Chemnitz

Das Programm:

An rund 40 Orten in der Stadt finden bis zum späten Abend Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und andere Events statt.

Alle Infos zum Programm findet man auf der offiziellen Website oder in der App, die man für Android-Handys und Iphones herunterladen kann. (SZ/dpa)