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Deutschland & Welt

Würzburg: "mutmaßlicher" Messerstecher?

Im Zusammenhang mit der tödlichen Attacke in Würzburg war bislang von einem "mutmaßlichen" Täter die Rede. Jetzt nicht mehr. Der SZ-Ombudsmann erklärt warum.

Bei einem Angriff am 25. Juni in Würzburg hatte ein Somalier drei Frauen in einem Kaufhaus getötet und dann mehrere Menschen schwer verletzt.
Bei einem Angriff am 25. Juni in Würzburg hatte ein Somalier drei Frauen in einem Kaufhaus getötet und dann mehrere Menschen schwer verletzt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Vom Messerstecher von Würzburg gibt es zahlreiche Fotos und Videos, zahlreiche Zeugen mussten miterleben, wie er Menschen schwer verletzte und sogar tötete. Dennoch schreibt Sächsische.de von einem „mutmaßlichen Täter“. Warum denn das, fragt ein Leser über die sozialen Netzwerke.

Das antwortet der SZ-Ombudsmann:

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Zunächst sind Journalisten prinzipiell angehalten, die Persönlichkeitsrechte von Opfern (sie vor allem), aber auch die der Täter zu achten und auf Vorverurteilungen zu verzichten. Dafür gibt es gesetzliche Grundlagen, auch der Kodex des Deutschen Presserates ist da sehr deutlich. Deshalb wurde der Messerstecher von Dresden, nachdem lange gefahndet wurde und der zunächst die Aussage verweigerte, sehr richtig als „mutmaßlicher Täter“ bezeichnet - bis das Gericht ihn als Täter zu einer langen Haftstrafe verurteilte.

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Im Fall Würzburg dagegen gab es nie einen Zweifel, dass der Festgenommene der Täter ist. Dennoch entschied sich die Nachrichtenagentur dpa dafür, zur Sicherheit weiter vom „mutmaßlichen Täter“ zu schreiben, die Sächsische übernahm deren Texte. Nach der Leseranfrage wuchs in der Redaktion der Zweifel, ob denn das noch nötig wäre. Eine Rückfrage bei dpa ergab, dass sich auch dort die Redaktion inzwischen entschlossen hat, „mutmaßlich“ zu streichen. Künftig wird das auch bei Sächsische.de so gehalten.

Sie haben auch Fragen an den Ombudsmann? Schreiben Sie eine Mail an [email protected]

SZ-Ombudsmann Olaf Kittel kümmert sich um die Fragen der Leser.
SZ-Ombudsmann Olaf Kittel kümmert sich um die Fragen der Leser. ©  Claudia Hübschmann (Archiv)

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