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Dieses Forschungszentrum wird Dresden verändern

Künstliche Intelligenz soll nicht nur Arbeitsplätze für die Forschung bringen. Auch andere Bereiche wollen profitieren.

© Li Ziheng / imago

Dresden. Jetzt gibt es zwei Forschungszentren mehr in Dresden.  Zweimal  Künstliche Intelligenz. Einmal direkt  bei Fraunhofer. Dort ensteht das Zentrum für Kognitive Produktionssysteme (CPS). Und dann über Fraunhofers Institutsgrenzen hinweg noch einmal gemeinsam mit der  TU Dresden. Das Forschungszentrum zur Künstlichen Intelligenz (KI), das „Center for Explainable and Efficient AI Technologies (CEE AI)“ wird Sachsen Forschung strategisch beeinflussen. Gerade diese gemeinsame Forschungszentrum wird Dresden verändern.  Ziel ist es, renommierte Wissenschaftler mit Anwendern aus der Industrie zusammenbringen und Dresden zu einem führenden Standort auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz zu entwickeln. Informatik, Elektrotechnik, Mikroelektronik und Maschinenbau - alles spielt dort mit rein. Geld und  Projekte dafür kommen von Bund, Land und vor allem auch aus der Industrie. „Mit der Gründung des KI-Zentrums schaffen TU Dresden und Fraunhofer die Voraussetzung, Dresden als Standort für große KI-Projekte noch interessanter zu machen und die besten Köpfe der KI-Forschung weltweit zu gewinnen bzw. zu halten“, erklärte dazu TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen bei der Gründungsveranstaltung am Montag.  Was erst einmal der virtuelle Zusammenschluss mehrere Forschungseinrichtungen ist, das soll in Kürze auch ein eigenes Gebäude erhalten und zusätzliches Personal. Für Frank Fitzek, Informatikprofessor an der TU und einer der beiden Chefs des neuen KI-Zentrums, steht es außer Frage. Dies werde ein noch größerer Forschungsbereich als das 5-G-Lab Germany, welches den Mobilfunkstandard der Zukunft entwickelt. Und das ist bisher schon der größte Forschungsverbund der Informationstechnologie  in Sachsen.  

Künstliche Intelligenz  hilfreich und effizient für den Alltag machen, darum geht es. Nicht für Supercomputer und Big Data allein. Auch Chips, Software und Produkte für die Menschen direkt, darum geht es der TU und auch bei Fraunhofer. Frank Fitzek sieht Anwendungen nahezu in jedem industriellen Bereich. Auch deshalb glaubt er daran, dass dies zum bedeutendsten Forschungsschwerpunkt Dresdens werden könnte. Er arbeitet dran. „Künstliche Intelligenz kann – wenn man sie verantwortungsvoll nutzt – mithelfen, die größten Probleme der Menschheit zu lösen“, sagt Fitzek. Er hat die wissenschaftliche Leitung des neuen Forschungszentrums - gemeinsam mit Informatikprofessor Jens Lehmann, der den neuen Dresdner Standort des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS leitet.  „Nicht zuletzt geht es auch darum, die digitale Unabhängigkeit Deutschlands und Europas zu sichern, indem wir hier Kompetenzen bündeln und eigene Innovationen voranbringen“, sagt  Jens Lehmann.

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Schon jetzt ist Künstliche Intelligenz Teil unseres Alltags: von Suchmaschinen im Internet über die Sprachsteuerung von Geräten bis zu Bots in der Social-Media-Kommunikation. KI-Forscher werden in den kommenden Jahren die Voraussetzungen für unzählige weitere Innovationen schaffen. KI-Systeme könnten zum Beispiel in einigen Jahren die medizinische Versorgung flächendeckend verbessern. Sie sind in der Lage, Patientendaten weltweit in kurzer Zeit mit denen Tausender anderer Patienten, Therapieberichten und aktuellen Forschungsergebnissen abzugleichen. So kann Künstliche Intelligenz Ärzte dabei unterstützen, präzise Diagnosen zu stellen und optimalen Therapien zu finden.

Wenn KI immer häufiger zum Einsatz kommt, stellt sich auch die Frage, wie mit den Unmengen von Daten umgegangen werden kann. Sie liegen heute häufig auf riesigen Cloud-Servern im Ausland. KI-Technologien wie Autonomes Fahren oder intelligente Hausgeräte brauchen die Rechenleistung aber vor Ort, um eine sichere und effiziente Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen. „Small Data“ ist ein weiteres wichtiges Thema, dem sich die Wissenschaftler am CEE AI widmen wollen.

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Es gibt kaum einen Bereich, der nicht von KI-basierten Technologien entscheidend geprägt sein  wird: von der Güterproduktion über die Logistik bis zur Medizintechnik. Schon die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten ist ein Grund für das öffentliche Interesse. Auch das ist Grund genug, mit so viel politischem Gewicht in Dresden die KI zu etablieren.   Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Sachsens Ministerpräsident  Michael Kretschmer (CDU)  sind dabei. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Reimund Neugebauer und TU Rektor Hans Müller-Steinhagen. Institutsleiter, Professoren, bisherige und neue Forschungs-Chef. Mehr war  zu keiner anderen Institutsgründung in Dresden angereist. "Das ist die zentrale Investition des Freistaats in diesem Bereich", sagt Ministerpräsident Kretschmer. "Und diese Wissenschaft bringt die Chance auf gute, sichere Jobs."

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