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Leipzig

Festnahme nach Krawallen in Connewitz

Bei einer Demonstration in Leipzig fliegen Flaschen und Pyrotechnik auf Polizisten. Doch auch einige Einsatzkräfte sollen gewalttätig geworden sein.

Am Sonntagabend kamen beim Einsatz in Leipzig-Connewitz auch Wasserwerfer und Räumfahrzeuge zum Einsatz.
Am Sonntagabend kamen beim Einsatz in Leipzig-Connewitz auch Wasserwerfer und Räumfahrzeuge zum Einsatz. © Sebastian Willnow/dpa

Bei einer polizeifeindlichen Demonstration im Leipziger Stadtteil Connewitz ist es am Sonntagabend zu Ausschreitungen gekommen. Einsatzkräfte seien mit Pyrotechnik, Glasflaschen und Steinen beworfen worden, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe. Es seien mehrere Menschen festgesetzt worden. Einige Polizisten stünden zudem im Verdacht, "unverhältnismäßig körperliche Gewalt angewendet zu haben". Es waren vier Wasserwerfer im Einsatz, ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Stadtviertel. Insgesamt wurden drei Polizisten bei dem Einsatz verletzt. Eine Person wurde vorläufig festgenommen.

Zu der Demonstration unter Motto "Kampf den FaschistInnen in Uniform" hatten sich nach Angaben der Polizei zunächst rund 150 Teilnehmer versammelt. Offiziell angemeldet war der Aufmarsch unter dem Titel "Rechte AkteurInnen in Polizei, Geheimdiensten und Justiz aufdecken". Im Laufe der Kundgebung wuchs die Zahl der Teilnehmer auf 300 an.

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Das Datum für die Demo hat in linksradikalen Kreisen eine Bedeutung. Der 13.12. steht für die Buchstaben ACAB - also für den Anti-Polizeispruch "All cops are Bastards". Auch voriges Jahr hatte es an dem Tag eine Demonstration in Leipzig-Connewitz gegeben.

Die Versammlung war wegen der sächsischen Corona-Regeln nur stationär erlaubt. Trotzdem setzen sich Teilnehmer plötzlich in Bewegung. Dabei flog die Pyrotechnik auf die Beamten, die das Geschehen zu dem Zeitpunkt beobachtet hatten. Die Versammlungsbehörde habe die Veranstaltung daraufhin für unfriedlich erklärt, sagte Polizeisprecher Hoppe.

Die Versammlung war wegen der sächsischen Corona-Regeln nur stationär erlaubt. Trotzdem setzen sich Teilnehmer der Demonstration plötzlich in Bewegung. Dabei flog die Pyrotechnik auf Polizisten.
Die Versammlung war wegen der sächsischen Corona-Regeln nur stationär erlaubt. Trotzdem setzen sich Teilnehmer der Demonstration plötzlich in Bewegung. Dabei flog die Pyrotechnik auf Polizisten. © Sebastian Willnow/dpa

Während ein Teil der Demonstranten vor dem Connewitzer Kreuz gestoppt wurde, flohen andere Teilnehmer oder kehrten zurück in die stationäre Kundgebung. Die Polizei spricht von einer "dynamischen Lage", in deren Zuge auch Personenkontrollen durchgeführt und mehrere Menschen von der Polizei umschlossen wurden. Nach derzeitigem Stand wurden insgesamt 114 Personalien festgestellt und über zehn Straftaten wie Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Verstößen gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung ermittelt. Zudem wurden mehr als 40 Verstöße gegen die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung festgestellt. Ein 31-jähriger Deutscher, der während der Demonstration mit einem selbstgebauten pyrotechnischen Gegenstand angetroffen wurde, wurde laut Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft vorläufig festgenommen.

Auch Berichte über Gewalt durch Polizeibeamte machte die Leipziger Polizei öffentlich. Demnach werde gegen mehrere Beamte ermittelt, die "unverhältnismäßig körperliche Gewalt angewendet" haben sollen. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtete von Videos, in denen Schläge von Polizisten gegen am Boden liegende Personen erkennbar sein sollen.

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Auch gebe es Berichte, wonach Journalistinnen und Journalisten vor Ort an ihrer Arbeit gehindert wurden. In mindestens einem Fall sei der Polizei ein Journalist bekannt, dessen Kameraausrüstung beschädigt worden sein soll, hieß es in der Polizeimitteilung. Auch hier werde ermittelt. Weitere betroffene Journalisten seien gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Polizeisprecher Hoppe sagte in der Nacht zum Montag, es gebe Anzeichen, dass sich einige Beamte "nicht immer ganz professionell verhalten" hätten. Für ein abschließendes Urteil sei es aber zu früh. (dpa)

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