merken

Dresden

So lief die Unteilbar-Demo in Dresden

Zehntausende beteiligten sich an der Aktion. Unsere Reporter waren live vor Ort. Ein Lage-Bericht.

Der Demonstrationszug war mehrere Kilometer lang. Die Teilnehmer konnten sich zwischenzeitlich von der Carolabrücke zur Augustusbrücke zuwinken.
Der Demonstrationszug war mehrere Kilometer lang. Die Teilnehmer konnten sich zwischenzeitlich von der Carolabrücke zur Augustusbrücke zuwinken. ©  Christian Juppe

21.30 Uhr: Nach weiteren Musikbeiträgen - unter anderem von Sebastian Krumbiegel und der Dresdner Band "Woods of Birnam" - leert sich das Areal vor der Bühne auf der Cockerwiese. Wer sich auf den Heimweg macht, hat sicherlich die Abschlussworte von "Woods of Birnam"-Frontmann  Christian Friedel im Ohr: "Zur Wahl gehen damit das Land nicht mit einem 'blauen Auge' davon kommt, sondern mit einem bunten."

Anzeige
Entdecken Sie die neue Tourismusbeilage

Das Elbland vereint die Region um Dresden, Meißen bis hin nach Torgau. Genießer von Kultur, Genuss und Natur kommen hier besonders auf ihre Kosten. 

An dieser Stelle beenden wir den Live-Ticker für heute. Mehr zu dieser Demo gibt es morgen auf Sächsische.de. 

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Das andere Gesicht Dresdens

#unteilbar war eine der größten Demonstrationen, die Dresden seit 1989 erlebte. Warum sie vielen geholfen hat.

Symbolbild verwandter Artikel

Demonstrieren reicht nicht

Bei der Unteilbar-Demo zogen Zehntausende friedlich für Demokratie durch Dresden. Aber können solche Veranstaltungen wirklich einen? Ein Kommentar.

20:34 Uhr: Das Silbermond-Lied "Mein Osten" - die Band spielt es zum ersten Mal öffentlich - heizt die Stimmung an, Sängerin Stefanie spricht zwischen den Songs zum Publikum. Sie könne nachvollziehen, dass man sich überfordert fühlt, weil die Welt im Wandel ist und der Druck steigt. Sie sei dennoch überzeugt, dass Demokratie die beste Form des Zusammenlebens ist. Extremismus, Hass, Gewalt brauche niemand. "Wir stehen hier als Band aus Bautzen und es tut weh, dass manche den Osten generalverhaften als braunes Nest." Und sie ruft auf zur Wahl zu gehen und die richtige Entscheidung zu treffen. Nach fünf Titeln macht "Silbermond" Platz für die nächsten Redner.

20:20 Uhr: Die Polizei teilt erneut mit, dass die Demonstration friedlich verlaufen sei, an der Demo-Strecke haben die Beamten allerdings mehrere heruntergerissene Wahlplakate und Graffiti festgestellt. Dabei haben sie die Personalien von einem 18-jährigen Deutschen und einem 36-jährigen Dänen aufgenommen. Die beiden Männer müssen sich wegen Sachbeschädigung verantworten. Unabhängig von der Demo, so die Polizei weiter, müssen sich acht Personen wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs verantworten. Sie waren in ein Mehrfamilienhaus an der Grunaer Straße eingedrungen und haben mehrere Plakate entrollt. Auch für die Beamten ist es ein langer Tag: Die  Abschlusskundgebung auf der Cockerwiese wird weiterhin abgesichert.

20:11 Uhr: Es kommt wieder Bewegung in die Demo-Teilnehmer, alle drängen vor die Bühne - "Silbermond" beschallen die Cockerwiese mit ihrem ersten Titel "Leichtes Gepäck".  Sängerin Stefanie Kloß begrüßt Tausende Zuschauer: "Großen Respekt an euch, nach so einem langen Tag seid ihr noch da."

Silbermond
Silbermond © Juliane Richter

19:45 Uhr: Die Verkehrsbetriebe haben mitgeteilt, dass alle Busse und Straßenbahnen wieder auf gewohnter Strecke rollen können.

19:36 Uhr: Der Dresdner Musiker Ansa Sauermann bringt die Demo-Teilnehmer mit seinen Liedern in den Abend. Die Veranstalter kündigen den späteren Auftritt von "Silbermond" an, die Zuschauer jubeln. Die Stimmung ist nach wie vor friedlich und entspannt, es herrscht Picknick-Atmosphäre. Vor der Bühne ist es voll, aber einige Menschen verlassen bereits die Cockerwiese, offenbar geschafft von der Hitze. Es gibt weitere Redebeiträge.

Der Musiker Ansa Sauermann
Der Musiker Ansa Sauermann © Andreas Weller

18:56 Uhr: Die Die Organisatoren der Unteilbar-Demo gehen mittlerweile von mindestens 40.000 Teilnehmern aus.

18:35 Uhr: Warum war Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) heute nicht bei der Demo? Der Deutschen Presse-Agentur sagte er, er zolle den Teilnehmern Respekt und befand es für gut, dass Menschen die Demokratie und den Rechtsstaat verteidigen möchten. "Aber ich kann als CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie sind. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel", ließ Kretschmer mitteilen. Es gebe Punkte, in denen "Unteilbar" und er beziehungsweise die CDU auseinanderlägen - beispielsweise bei der Seenotrettung im Mittelmeer oder dem sächsischen Polizeigesetz. "Deswegen muss es legitim sein, wenn die CDU und ich Abstand von einer Teilnahme nehmen. Ich habe lange darüber nachgedacht, und es war keine einfache Entscheidung." (dpa)

18:30 Uhr: Eine Gruppe von rund 50 Menschen hat sich auf dem Neumarkt versammelt, um den Aufbau für den morgigen Wahlkampfhöhepunkt der AfD zu blockieren. Zunächst forderte die Polizei, dass sie ihre Plakate einrollen. Daraufhin meldete die Gruppe die Versammlung offiziell an. Sie müssen zehn Meter Abstand zu den AfD-Autos halten und dürfen ihre Plakate wieder ausrollen.

Vor dem Grünen Gewandhaus auf dem Neumarkt haben junge Menschen den Aufbau für die Abschlussveranstaltung des AfD-Wahlkampfes, der Morgen stattfinden soll, gestört.
Vor dem Grünen Gewandhaus auf dem Neumarkt haben junge Menschen den Aufbau für die Abschlussveranstaltung des AfD-Wahlkampfes, der Morgen stattfinden soll, gestört. © Juliane Richter

18:19 Uhr: Zeitgleich zur Demo haben Aktivisten ein leerstehendes Haus in Dresden-Strehlen besetzt. Die Polizei ist vor Ort. 

>>> Zum Artikel (SZ+) <<<

18:00 Uhr: In den Redebeiträgen geht es um Rechte von Flüchtlingen, Seenotrettung und die Diskriminierung von Randgruppen. Alle sind sich einig: Eine Regierung mit AfD-Beteiligung soll verhindert werden. Es gehe darum, lauter zu sein, den Ton anzugeben, Rassismus zu verhindern. Jetzt geht es mit Musik weiter.

17:40 Uhr: Simone Hickman aus Schönau-Berzdorf ist heute mit Jens Zachmann nach Dresden gekommen. Sie gehört zum Organisationsteam des Ostritzer Friedensfestes, das erstmals im April 2018 als Protest gegen das Neonazi-Festival "Schild und Schwert" veranstaltet wurde. Damit hatte die Kleinstadt in der Oberlausitz mehrfach dem Rest des Landes vorgemacht, wie man mit Rechts umgehen kann. Simone Hickmann ist heute hier mit anderen Mitstreitern. "Ich will nicht will, dass unser Bundesland von einer Partei regiert wird, die die Gesellschaft spaltet und nationalistische Züge trägt." 

Jens Zachmann und Simone Hickmann organisieren das Ostritzer Friedensfest.
Jens Zachmann und Simone Hickmann organisieren das Ostritzer Friedensfest. © Tobias Wolf

17:19 Uhr: Die Redebeiträge der Abschlusskundgebung auf der Cockerwiese werden live auf Youtube vom Veranstalter gestreamt.

17:09 Uhr: Die letzten Demonstrationsteilnehmer trudeln an der Cockerwiese ein.

16:57 Uhr: Die Cockerwiese füllt sich zunehmend. Doch noch immer sind nicht alle Teilnehmer auf dem Platz angekommen.

© Andreas Weller

16:47 Uhr: Die Polizei twittert, dass sie an der Grunaer Straße einen Mann mit einem Hakenkreuz auf der Wade festgestellt hat und nun die Ermittlungen aufnimmt. Laut Polizeisprecher Thomas Geithner verläuft die Demonstration aber weiterhin ruhig. Es sind insgesamt 360 Beamte im Einsatz. 

16:21 Uhr: Die Organisatoren der Unteilbar-Demo gehen mittlerweile von mindestens 35.000 Teilnehmern aus.

16:15 Uhr: Das Musikprogramm auf der Cockerwiese beginnt mit Banda Internationale. Später sollen unter anderem auch Silbermond und Max Herre auftreten.

15:50 Uhr: Den bunten Demonstrationszug gibt es auch im Zeitraffer. Die Organisatoren rechnen damit, dass die Teilnehmer am Ende des Zuges gegen 17 Uhr die Cockerwiese erreichen.

15:33 Uhr: Man ist nie zu alt für ein Statement. Das zeigen nicht nur die "Omas gegen Rechts", die bei der Demo mitlaufen, sondern auch eine ältere Dame vor einer Seniorenwohnanlage neben der Demostrecke.

15:24 Uhr: Laut Polizeisprecher Thomas Geithner verläuft die Unteilbar-Demo bisher sehr friedlich. "Es sind sehr sehr viele Teilnehmer. Die Stimmung ist ausgelassen", sagt er. Größere Vorkommnisse habe es bisher nicht gegeben. Am Altmarkt wurden jedoch AfD-Plakate heruntergerissen. Teilweise konnte die Polizei die Personalien der Täter feststellen. 

15:20 Uhr: Die letzten Trucks fahren am Altmarkt los - die Spitze des Demonstrationszuges hat derweil schon fast die Cockerwiese erreicht.

15:10 Uhr: Die bunten und lauten Trucks begleiten die Teilnehmer auf ihrem Marsch durch die Stadt. Die ersten haben schon den Straßburger Platz erreicht. Offizielle Teilnehmerzahlen wollen die Organisatoren erst im Laufe des Nachmittages bekanntgeben.

© Tobias Wolf

14:50 Uhr: Während die Spitze des Demonstrationszuges schon den Abschnitt auf der Neustädter Seite passiert hat und über die Albertbrücke läuft, warten am Altmarkt noch einige Trucks und Teilnehmer darauf, endlich starten zu können. Der Zug ist damit mindestens 2,5 Kilometer lang.

14:35 Uhr: Die Verkehrsbetriebe (DVB) weisen darauf hin, dass es auf Grund der Demonstration zu Einschränkungen bei Straßenbahnen und Bussen kommen kann. Derzeit sind die Wilsdruffer Straße, der Pirnaische Platz, die Carolabrücke und der Carolaplatz betroffen.

14:10 Uhr: Der Demonstrationszug hat sich eben über die Wilsdruffer Straße zum Pirnaischen Platz in Bewegung gesetzt.  Selbst am markanten, verlassenen Eckhochhaus  sind Unteilbar-Banner festgemacht worden. Oder, wie wohl mancher Sachse sagt: "Undeilboah". Vom Pirnaischen Platz wird sich der Demo-Zug über die St. Petersburger Straße und die Carolabrücke auf die Neustädter Seite bewegen.

© Andreas Weller

14:00 Uhr: Auf der Bühne wechseln sich die teilnehmenden Organisationen mit kurzen Redebeiträgen ab. Wiederholt wird die AfD negativ erwähnt.

13:30 Uhr: Zahlreiche Prominente hatten ihre Teilnahme an der Demo angekündigt. An  der Kundgebung auf dem Altmarkt nehmen mitten in der Menschenmenge auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und Ralf Stegner (SPD) aus Schleswig-Holstein teil. Mittlerweile haben sich bis zu 10.000 Menschen versammelt.

Olaf Scholz (im weißen Hemd) und Martin Dulig mitten vor der Bühne.
Olaf Scholz (im weißen Hemd) und Martin Dulig mitten vor der Bühne. ©  Christian Juppe

13:07 Uhr: Per Twitter informiert die Polizei, dass sie wegen der großen Teilnehmerzahl auf dem Altmarkt und auf der Cockerwiese Kameras einsetzt. Diese würden nur übertragen, jedoch nicht aufzeichnen.  "Wir verfolgen heute ein defensives Einsatzkonzept. Unsere Kernaufgaben sind euer Schutz und das sichere Geleit durch die Innenstadt von Dresden" schreiben die Beamten.

12:50 Uhr: Unser Reporter schätzt, dass sich auf dem Altmarkt bisher 4.000 bis 5.000 Menschen versammelt haben.

©  Christian Juppe

12:04 Uhr: Zu der Demo in Dresden reisen Gruppen aus ganz Deutschland an. Einer der Sonderzüge aus Berlin ist ausgefallen. Busse, die anreisen, stehen teilweise auf der A4 im Stau. Laut Bundespolizei-Sprecher Holger Uhlitzsch sind aus Berlin mit einem Sonderzug 1.700 Menschen gekommen, weitere 1.000 reisen mit der Bahn aktuell aus Leipzig an, kleinere Gruppen von um die 50 Leute auch per Bahn aus Chemnitz und Hoyerswerda.  Bisher verläuft die Anreise nach Polizeiangaben friedlich.

11:30 Uhr: Um 12 Uhr soll laut Veranstalter die Musik auf dem Altmarkt aufgedreht werden, 13 Uhr beginnen die Reden, 14 startet die Demo.

11:07 Uhr: Fast 40 Trucks werden an der Cockerwiese für die Parade hergerichtet. 

© Juliane Richter

10:31 Uhr: Kurz vor seinem Ruhestand fährt der Jenaer Pfarrer Lothar König noch einmal nach Dresden, um gegen Rassismus zu demonstrieren. "Das ist eine Ausnahme wegen der bevorstehenden Landtagswahl - bevor alles komplett den Bach runtergeht", sagt der 65-Jährige. Freiwillig gehe er normalerweise nicht mehr in sächsische Städte wie Dresden oder Chemnitz, sagte er. Die ganze Geschichte.

10:04 Uhr:  Wann treten die "Omas gegen Rechts" auf und was soll das Ganze überhaupt? Wir beantworten wir noch einmal die wichtigsten Fragen  im Überblick:

>>> Unteilbar: Was Sie heute wissen müssen <<<

Hier die geplante Demoroute:

©  SZ-Grafik