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Jugendliebe Carola wird noch immer gesucht

Bei der Flucht aus der DDR 1978 wurden Jens Gläser und Freundin geschnappt. Aber wo ist sie? Gläsers Suche ist bisher erfolglos. Er hofft weiter auf Hinweise.

Jens Gläser (kleines Foto) ist heute 60 Jahre alt. Er sucht seine Freundin Carola, mit der er Ende der 1970er Jahre im Jugendwerkhof war und aus der DDR flüchten wollte.
Jens Gläser (kleines Foto) ist heute 60 Jahre alt. Er sucht seine Freundin Carola, mit der er Ende der 1970er Jahre im Jugendwerkhof war und aus der DDR flüchten wollte. © Privat/dpa

Seine Jugendliebe hat er noch immer nicht wiedergefunden, aber Jens Gläser gibt die Hoffnung nicht auf. SZ hatte über das Schicksal des Thüringers berichtet, der zusammen mit einem jungen Mädchen aus Löbau als Jugendlicher inhaftiert worden war wegen Republikflucht. Seither hat er das Mädchen nicht vergessen und würde gern wissen, was aus ihr geworden ist.

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Inzwischen hat nicht nur die SZ davon berichtet, sondern auch das MDR-Fernsehen drehte einen Beitrag mit Jens Gläser. "Leider hat sich bis jetzt noch niemand auf den Zeitungsartikel beziehungsweise auf die Ausstrahlung des Fernsehens gemeldet", berichtet er jetzt.

Letztes Treffen im Gericht

Gläser hatte eine schwere Kindheit und Jugend, wuchs in Heimen und im Jugendwerkhof auf. Das waren Einrichtungen in denen angeblich "schwer erziehbare Jugendliche" umerzogen werden sollten. Gläsers Familie wurde politisch verfolgt, deshalb kam der Junge ins Heim. Carola Rolling wurde ebenfalls in den Jugendwerkhof eingewiesen, in der Einrichtung im thüringischen Hummelshain trafen sich die beiden Jugendlichen Ende der 1970er Jahre und verbrachten dort etliche Monate gemeinsam. In dieser Zeit reifte der Plan zur Flucht in die BRD. Dort hatte Jens Gläser Verwandte und da wollten die beiden Teenager hin.

Noch vor der Grenze wurden sie geschnappt und zu Jugendknast verurteilt. Bei der Gerichtsverhandlung habe er "seine Carola" das letzte Mal gesehen, erzählt der heute 60-jährige Jens Gläser. Das war im November 1978. Das Mädchen kam damals in eine andere Haftanstalt als er. Seitdem möchte er sie gern wiedersehen und wissen, was aus Carola Rolling - so ihr Mädchenname - geworden ist.

Kann die Behörde helfen?

Ein letzter Hoffnungsschimmer bei der Suche ist die Rehabilitierungsbehörde. Dort können Bürger, die in der DDR aus politischen Gründen strafrechtlich verfolgt und inhaftiert wurden, Entschädigung beantragen. Jens Gläser hat das getan und ist inzwischen rehabilitiert. Sollte Carola ebenfalls einen Antrag gestellt haben, müssten ihre Daten bei der Behörde registriert sein, hofft Jens Gläser.

Aus Datenschutzgründen darf die Behörde aber keine Informationen herausgeben. Das Problem ist außerdem: Ohne Geburtsdatum ist eine Person überhaupt nicht zuzuordnen, teilt die Rehabilitationsbehörde Thüringen auf Nachfrage der SZ mit. Und den Geburtstag von Carola kennt Jens Gläser nicht. Außerdem würden bei der Behörde eben nur diejenigen erfasst, die einen Antrag stellen und Unterstützung benötigen. Die Suche über die sozialen Medien sei da heute manchmal erfolgreicher, rät ein Sprecher der Rehabilitationsbehörde. Die Frage bleibe aber immer, ob die andere Person ebenfalls den Kontakt möchte.

Wer Hinweise zu Carola Rolling aus Löbau hat, kann sich bitte an die SZ wenden unter: [email protected]

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