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Radebeul

Wildgehege Moritzburg lädt zum Blick hinter die Kulissen ein

Am Sonntag können die Besucher nicht nur neue Tiere gucken, sondern sich auch einmal auf dem Wirtschaftshof und in der Futterküche umsehen.

Die beiden jungen Rehe hat ein Jäger aufgezogen und ins Wildgehege gebracht. Warum man dort eigentlich keine Fundtiere aufnimmt, erklärt Ronald Ennersch, der Leiter der zum Sachsenforst gehörenden Einrichtung.
Die beiden jungen Rehe hat ein Jäger aufgezogen und ins Wildgehege gebracht. Warum man dort eigentlich keine Fundtiere aufnimmt, erklärt Ronald Ennersch, der Leiter der zum Sachsenforst gehörenden Einrichtung. © Norbert Millauer

Moritzburg. Am 3. Oktober lohnt es sich gleich aus mehreren Gründen, dem Sachsenforst-Wildgehege in Moritzburg wieder einmal einen Besuch abzustatten. Zum einen versprechen die Meteorologen einen sonnigen Herbsttag. Zum anderen lädt die Einrichtung zu einem besonderen Erlebnis ein, wie Wildgehegeleiter Ronald Ennersch sagt. „Wer schon immer einmal wissen wollte, wie es auf dem Wirtschaftshof aussieht, wo wir das Futter für die Tiere zubereiten, welche Technik eingesetzt wird und wer die Tierpfleger sind, die sich jeden Tag fleißig um unsere Tiere kümmern, ist am Sonntag bei uns genau richtig.“ Von 11 bis 15 Uhr ermöglichen die Mitarbeiter an diesem Tag einen Blick hinter die Kulissen.

Für einen Besuch gibt es aber noch einen weiteren guten Grund: Mit ein bisschen Glück ist beim Weißen Damwild, das sein großes Gehege zwischen Kletterpark und Wirtschaftshof hat, ein kleiner Nachzügler zu entdecken. „Normalerweise ist die Setzzeit im Mai/Juni“, sagt der Wildgehegeleiter. „Da haben auch drei unser vier weiblichen Tiere Nachwuchs bekommen.“ Vor drei Wochen entdeckten die Tierpfleger dann plötzlich noch ein Junges. „So etwas kommt auch in der Natur ab und an vor.“ Noch sieht das Kleine cremefarben aus. „Schneeweiß wird es dann erst mit etwa einem Jahr“, weiß der Forstmann.

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Jetzt richtig zu sehen sind auch zwei junge Rehe, die allerdings nicht in Moritzburg geboren wurden. „Sie stammen von einem Jäger aus Bautzen, der sie gefunden und zunächst aufgezogen hat.“ Dann hatte er nachgefragt, ob das Wildgehege sie übernehmen könnte.

Überraschung: Beim Weißen Damwild gibt es einen Nachzügler. Schneeweiß wird der aber erst später.
Überraschung: Beim Weißen Damwild gibt es einen Nachzügler. Schneeweiß wird der aber erst später. © Norbert Millauer

„Normalerweise halte ich nichts davon, weil es mit aus der Natur entnommenen Handaufzuchten oft Probleme gibt.“ So hatte das Wildgehege vor ein paar Jahren zum Beispiel einmal zwei Rehböcke, die nicht nur andauernd versuchten, mit ihren Geweihstangen durch den Zaun die Besucher zu treffen, sondern außerdem eine Gefahr für die Pfleger waren.

„Wir bekommen oft Anrufe von Leuten, die Rehkitze oder Frischlinge gefunden und mitgenommen haben. Zum einen ist gar nicht sicher, ob die Mütter sie tatsächlich im Stich gelassen haben. Zum anderen ist es Wilderei, wenn Leute Tiere einfach aus dem Wald mitnehmen“, so Ronald Ennersch. „Hinzu kommt, dass man den Tieren damit eigentlich keinen Gefallen tut.“ Würden sie vom Wildgehege aufgenommen werden, kämen sie in der Regel in bestehende Familienverbände. „Das ist für sie der pure Stress. Oft werden sie von den anderen weggebissen, im schlimmsten Fall endet es für die Tiere sogar tödlich.“

Im Fall der beiden Rehe sei er aber über seinen Schatten gesprungen, sagt der Wildgehegeleiter, auch weil die Mitarbeiter dafür waren. Für die beiden wurde ein kleiner Teil der Wildschweinanlage abgetrennt, direkt neben dem Streichelgehege. Inzwischen haben sie den schützenden Unterstand verlassen und zeigen sich im Gelände. Oder an der hübschen Futterkrippe, die von den Wildgehegeleuten zusammengezimmert wurde.

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Für einen Besuch im Wildgehege gibt es schließlich auch noch einen vierten Grund: Dieses ist vorerst nämlich nur noch bis Ende Oktober geöffnet. Dann schließt es, weil der Abriss des Eingangsgebäudes beginnt, das durch einen Neubau ersetzt werden soll. Im Frühjahr 2022 öffnet das Wildgehege wieder mit einer Interimslösung für Ein- und Ausgang, Ticketverkauf, Imbiss und Toiletten.

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