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Garten

Mut zur wilden Ecke

Raspelkurze Rasenflächen sind nicht mehr zeitgemäß. Das hat mehrere Gründe.

Bienen und andere Insekten freuen sich über „wilde Ecken“ in Gärten.
Bienen und andere Insekten freuen sich über „wilde Ecken“ in Gärten. © AdobeStock

Kurz und pflegeleicht - so stellen sich viele Gartenbesitzer den idealen Rasen vor. Doch in Zeiten zunehmender Trockenheit ist das oft der falsche Weg.Grundsätzlich sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner beim Mähen jedoch zurückhaltend sein. „Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge“, betont Corinna Hölzel, die beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu Pestiziden und Biodiversität arbeitet. „Oft entwickeln sich nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Klee, Gänseblümchen, Löwenzahn, Taubnessel oder Ehrenpreis in der Wiese langsamer als Gras. Wer häufig mäht, verhindert eine Blüte dieser für Insekten wertvollen Pflanzen.“

Lieber spät und selten mähen

So lautet die Devise: Mähen Sie lieber selten und spät, wenn das Gras schon länger ist. Bei großen Flächen können Sie auch abschnittsweise mähen. So können sich Fluginsekten von der zu mähenden Fläche in einen noch nicht gemähten Abschnitt zurückziehen. Hölzel: „Wenn also der Drang groß ist, den Rasenmäher in Gang zu setzen, halten Sie doch einmal kurz inne und genießen Sie mit Liegestuhl und einem Kaltgetränk das imposante Inseketenspektakel in Ihrer langen, ungemähten Wiese.“ Ein absolutes Tabu im naturnahen und insektenfreundlichen Garten ist der Einsatz eines Mähroboters. Entgegen den Hinweisen in den Bedienungsanleitungen werden diese Mähwerkzeuge auch nachts eingesetzt, erklärt Hölzel: „Für Haus- und Wildtiere, insbesondere für Igel, kann das mit Verletzungen oder gar tödlich enden.“

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Mähroboter können die Kleintiere verletzen

Problematisch dabei ist, dass Igel nicht weglaufen, sondern sich einrollen und dann von den Messern überrollt und verletzt werden können.“ Zudem kommen Mähroboter in jede Ecke. Dann gibt es auch kein Versteck mehr für Amphibien, Spinnentiere und Insekten. Und diesen Nützlingen wird zudem noch die Nahrungsgrundlage entzogen, denn durch das permanente Mähen hat kein Wildkraut die kleinste Chance, zum Blühen zu kommen.

Auch Freischneider und Fadenmäher sind gefährlich für Nützlinge im Garten. Viele Verletzungen von Igeln gehen auf den Einsatz solcher motorisierten Geräte zurück, wenn damit unvorsichtig umgegangen wird und versteckte Tiere übersehen werden. Hölzel weiter: „Es fällt nicht allen leicht, aber probieren Sie es doch einmal aus: Eine bewusst wilde Ecke im Garten oder ein paar ungemähte Kanten stehen lassen.Die Insekten werden es Ihnen danken.

Schutz für Eidechsen und Blindschleichen

Im Garten sollte am besten unterschieden werden zwischen häufig genutzten Teilen, die auch häufiger gemäht werden können, und wilden Ecken, wo sich die Natur relativ ungestört entwickeln kann. Dort sollte der Rasenmäher selten oder besser nie hinkommen. Diese kleinen Wildnisstücke sind nicht nur wertvoller Lebensraum für Insekten, sondern auch für andere Nützlinge wie Igel, Eidechsen und Blindschleichen. Und bei denen stehen auch die bei Gärtnerinnen und Gärtnern verhassten Schnecken auf dem Speiseplan.“

Wenn gemäht wird, sollte der Rasenschnitt als Mulchmaterial gleich auf die Gemüsebeete oder um Beerensträucher ausgebracht werden. Hölzel: „Mulchen hilft dem Garten dreifach. Durch das Ausbringen einer Schicht aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh, gehäckselten Zweigen oder anderen Gartenabfällen können Wildkräuter nicht hochkommen.

So spart man sich das häufige Jäten. Außerdem schützt Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens. Sie müssen dann weniger oft gießen. Und schließlich gehen die Nährstoffe des Mulchmaterials direkt wieder in den Boden zurück. Dadurch spart man sich Düngung.“

Wildkräuter können auch ins Menü eingebaut werden. Schafgarbe und Löwenzahn ergänzen den Salat mit würzigen Noten, aus Brennnesseln kann man Tee kochen und Gänseblümchen, Kapuzinerkresse sowie Veilchen sind als Toppings ein essbarer Hingucker. 

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