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Wohnmobilbauer überrascht Kinderheime

Seit zehn Jahren erfüllen Capron-Mitarbeiter in Neustadt Wünsche von Heimkindern. Die sind oft kleiner als gedacht. Entsprechend groß ist die Hilfe.

Schöne Bescherung: Helga Kloss (re.) und Linda Gnauck, die bei Capron in Neustadt arbeiten, verteilen Geschenke an 16 Kinderheime in Sachsen.
Schöne Bescherung: Helga Kloss (re.) und Linda Gnauck, die bei Capron in Neustadt arbeiten, verteilen Geschenke an 16 Kinderheime in Sachsen. © Steffen Unger

Normalerweise bauen sie am Fließband Wohnmobile zusammen. In der Vorweihnachtszeit aber haben viele Mitarbeiter der Reisemobilfabrik Capron in Neustadt noch einen Zweitjob: Sie spielen Weihnachtsmann. Seit zehn Jahren spendet die Belegschaft Weihnachtsgeschenke an Kinderheime in Ostsachsen. So auch in diesem Jahr. Mehr als 450 Mitarbeiter haben Päckchen gepackt, die an insgesamt 16 Einrichtungen verteilt wurden, darunter in Neustadt, Sebnitz, Dresden, Radebeul, Coswig, Bautzen und Görlitz.

Im Sommer an Weihnachten denken

"Die Mitarbeiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Kindern zu Weihnachten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern", sagt Frank Kramer, Pressesprecher bei Capron in Neustadt. Bedürftige Jungen und Mädchen, denen es nicht so gut geht, die in Heimen oder Wohngruppen leben oder gar keine eigene Familie mehr haben. Damit sie Heiligabend überrascht werden können, wird die Aktion bereits im Sommer angeschoben. Dann klingelt Capron bei den ersten Kinderheimen an und fragt, was sich die Kinder denn zu Weihnachten wünschen. Was, das können sie auf Wunschzetteln aufschreiben oder auch malen.

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"Beim Verteilen dieser Wünsche kullern bei vielen die Tränen", sagt Kramer. Denn oft seien es ganz einfache Dinge, die sich die Kinder von Herzen wünschen. Was für andere Kinder normal sei, sei für sie etwas ganz Besonderes. Viele Mitarbeiter erfüllen deshalb nicht nur den kleinen Herzenswunsch, sondern legen noch ein Extra oben drauf. Andere übernehmen gleich mehrere Wunschzettel oder fragen in den Heimen, wie die Kinder noch unterstützt werden können.

Hallen werden wird zur Weihnachtswerkstatt

Hübsch verpackt werden die Weihnachtsüberraschungen dann im Neustädter Werk gesammelt. Die Fabrik sehe dann teilweise aus wie die Werkstatt des Weihnachtsmanns. "Große, von Elchen gezogene Holzschlitten voller bunter Geschenke stehen dann in den Werkhallen", schildert Frank Kramer. Die Logistik sei mittlerweile eine echte Herausforderung geworden. Denn jedes Jahr würden sich mehr Mitarbeiter an der Hilfsaktion beteiligen. Und zwar nicht nur aus Neustadt. Einige Pakete stammen aus dem Allgäu, wo die Wohnmobilmarken Carado und Sunlight ihren Sitz haben und es weitere Capron-Mitarbeiter gibt.

Dass die Pakete auch pünktlich vor Weihnachten bei den Kindern ankommen, darum kümmert sich in Neustadt Helga Kloss. Sie organisiert den Löwenanteil der Hilfsaktion. Für Helga Kloss ist es eine besondere Herzensangelegenheit, weil sie selbst in einem Heim aufwuchs und deshalb die Umstände aus eigener Erfahrung kennt.

Finanziert werden die Geschenke von den Mitarbeitern aus der privaten Tasche. Der Wohnmobilbauer unterstützt sie aber bei der Umsetzung und Logistik, wie Kramer betont. Er hofft, dass sich auch nächstes Jahr wieder viele Angestellte finden werden, die Kindern etwas Gutes tun wollen. Das sei das gemeinsame Ziel. Capron selbst unterstützt als Unternehmen jedes Jahr verschiedene Träger, Vereine und Einrichtungen finanziell bei ihrer Arbeit.

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