Niesky
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Nieskyer kaufen Orgelpfeifen für die Christuskirche

Die Evangelische Kirchgemeinde sucht Paten für 56 neue Pfeifen an ihrer Orgel. Diese wird restauriert und erweitert.

Von Steffen Gerhardt
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Regionalkantorin Theresa Bönisch hält mit den Kindern des überregionalen Kinderchors der Kirchengemeinden von Niesky und Umgebung eine Schnupperstunde an der Orgel in der Christuskirche.
Regionalkantorin Theresa Bönisch hält mit den Kindern des überregionalen Kinderchors der Kirchengemeinden von Niesky und Umgebung eine Schnupperstunde an der Orgel in der Christuskirche. © André Schulze

Mit einer außergewöhnlichen Spendenaktion will die Evangelische Kirchgemeinde Niesky die Sanierung der Orgel in der Christuskirche angehen. Sie sucht Paten für 56 neue Pfeifen, die in einem zusätzlichen Register in die Orgel eingebaut werden.

Pfarrer Janis Kriegel spricht davon, dass mit der Generalüberholung der Orgel auch ihr Klang verbessert werden soll. Dazu macht sich der Einbau eines weiteren Registers notwendig. Um das anschaffen zu können, setzt die Kirchgemeinde auf Spenden der Nieskyer und darüber hinaus. "Wir freuen uns, dass so eine große Bereitschaft vorhanden ist", sagt der Pfarrer. Seit Mitte Oktober läuft die Aktion und inzwischen sind zwei Drittel der Orgelpfeifen bereits bezahlt. Ihre Spender finden namentlich Erwähnung.

Jede Pfeife hat ihren Preis

Somit haben nicht nur die kleinste Pfeife von sieben Zentimetern und die größte Pfeife von 176 Zentimetern ihre Paten gefunden, auch viele in den Größen dazwischen. Um einen Wert für jede Orgelpfeife zu haben, wurden die Kosten des Registers auf die Zahl der Pfeifen und ihre Größe in Zentimetern umgerechnet, erklärt der Pfarrer. So hat die Kleinste einen Wert von 68 Euro und die Größte von 1.637 Euro. Grob gerundet kostet ein Zentimeter Orgelpfeife zehn Euro.

Die Sanierung der Orgel ist mit 90.000 Euro veranschlagt. Im Frühjahr soll es damit losgehen. Die "Königin der Instrumente" wird nicht nur gesäubert. Zu dem neuen Register muss auch ein zweiter Motor angeschafft werden, um alle Pfeifen mit Luft zu versorgen. Der vorhandene Motor stammt aus den 1930er Jahren. Wie die Orgel steht auch dieser unter Denkmalschutz, berichtet Pfarrer Kriegel. Die Arbeiten werden von der Orgelbaufirma Eule aus Bautzen ausgeführt.

Fast 100 Jahre alt

Fast 100 Jahre versieht die Orgel ihren Dienst in der Christuskirche. Geschaffen vom Orgelbauer Gustav Heinze aus Sorau (heute Żary in Polen) und 1930 in Betrieb genommen. Heinze nutzte dabei die bereits im Jahr 1900 eingebaute Orgel und erweiterte sie auf 25 Register und damit auf 1.400 Pfeifen. Regionalkantorin Theresa Bönisch sagt, dass an dem Instrument regelmäßig acht Schüler im Orgelspiel unterrichtet werden. Organisten üben wöchentlich zehn Stunden an ihr und schließlich erklingt sie zu 70 Gottesdiensten im Jahr.

Vor 22 Jahren fand die letzte große Wartung statt. Ihre aufwendige Restaurierung ist für die beiden kommenden Jahre vorgesehen. Dann verstummt das Instrument in der "Roten Kirche" an der Rothenburger Straße. Für Ersatz wird aber gesorgt, mit einer elektrischen Orgel, auf der zu Gottesdiensten, Trauungen, Beerdigungen und weiteren Anlässen gespielt wird.