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Peter Maffay bei den Kruzianern

Am 20. Dezember tritt der Rockmusiker beim Adventskonzert des Kreuzchores im Dresdner Dynamo-Stadion auf. Dabei hat er im Moment eigentlich gar keine Zeit.

Von Bernd Klempnow
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Peter Maffay wird am 20. Dezember bei den Kruzianern auf der Bühne stehen, die im K-Block des Dynamo-Stadions aufgebaut ist.
Peter Maffay wird am 20. Dezember bei den Kruzianern auf der Bühne stehen, die im K-Block des Dynamo-Stadions aufgebaut ist. © Michael Schmidt, Getty Images, Montage: Sächsische

Kruzianer singen für gewöhnlich mit renommierten Klassik-Künstlern. Doch bei ihrem bevorstehenden Adventskonzert am 20. Dezember im Dresdner Dynamo-Stadion werden sie mit einem der beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Rock- und Pop-Sänger auftreten: Peter Maffay. Der 69-Jährige ist der Überraschungsgast dieses nunmehr zum vierten Mal durchgeführten Events. Dazu werden 25 000 Zuschauer im Stadion erwartet. Gut eine Million Menschen dürften die aufgezeichnete Liveübertragung im MDR-Fernsehen ab 20.15 Uhr verfolgen.

Maffay, der einst mit Schlagern wie „Du“ und „Ich war siebzehn“, später mit Rock- und Popballaden wie „Eiszeit“ und „Sonne in der Nacht“ zum Star wurde, will zwei Lieder singen, wenn er zu den Kruzianern auf die Bühne tritt. Diese wird wieder weit in den K-Block hineingebaut, damit viele Zuschauer im Oval gute Sicht haben.

Solo interpretiert der Sänger, Komponist und Produzent rumäniendeutscher Herkunft seinen „Tabaluga“-Hit „Ich wollte nie erwachsen sein“. Zudem singt er gemeinsam mit den 111 Kruzianern unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile eine traditionelle Weihnachtsweise.

Dass sich der auch gesellschaftlich etwa für benachteiligte Kinder stark engagierte Star diese Zeit für Dresden nimmt, ist schon erstaunlich. Auch wenn er zu der Stadt seit jeher ein ganz besonderes Verhältnis hat. „Ich freue mich auf dieses großartige Event und die einmalige Atmosphäre im Stadion“, sagte der Sänger am Freitag, als die Sächsische Zeitung von seinem Kommen exklusiv erfuhr. „Ich bin begeistert, dass sich junge Menschen von Kindheit an so intensiv mit Musik beschäftigen wie die Jungs im Dresdner Kreuzchor.“

Sonst heißt es derzeit für Peter Maffay: Trotz neuem „Tabaluga“-Film und vielen Anfragen werden die meisten Termine abgesagt. Er ist förmlich abgetaucht. Der Grund: Er ist Anfang November Vater einer Tochter mit seiner 31-jährigen Lebensgefährtin geworden. „Wenn so ein kleines Wesen da ist, gibt es einen Neuanfang. Man dreht die Uhr auch für sich selber noch mal zurück“, sagt er: „Und ich schiebe jetzt noch mal Nachtschichten.“ Das Mädchen Anouk ist das zweite Kind des Sängers, der seit seinem 14. Lebensjahr in Deutschland lebt. Aus einer früheren Beziehung hat Maffay bereits den 15-jährigen Sohn Yaris.

Wieder einmal hat der Kreuzchor einen besonderen Künstler dabei, wenn er im mit Hunderten Herrnhuter Sternen illuminierten Stadion zum Lauschen und Mitsingen von deutschen, internationalen und poppigen Weihnachtsliedern einlädt. Das Stadionkonzert ist schon eine erstaunliche Erfolgsgeschichte. Beim ersten Adventskonzert kamen 11 000 Besucher, beim zweiten bereits 20 000 und beim dritten 25 000 ins sogenannte Wohnzimmer von Dynamo. Mehr geht auch aus Kapazitätsgründen nicht. Längst überträgt der MDR zur attraktiven Hauptsendezeit um 20.15 Uhr und erreicht deutschlandweit immer mehr Zuschauer. Auch in diesem Jahr bietet der Sender dieses Dankeschön-Konzert an die Dresdner, die den Kirchenchor finanzieren.

Nicht fehlen dürfen klassische Programminhalte. So will Camilla Nylund, die in Dresden lebende finnische Starsopranistin von Semperoper und anderen Tophäusern weltweit, auch mit den Kruzianern singen. Ebenso hat der mexikanische Ausnahmetenor Rolando Villazón zugesagt, per Video-Botschaft mit dem Chor und dem Publikum „mitreißende lateinamerikanische Lieder“ zu interpretieren.

Mit weiteren großen Namen wird noch verhandelt. Allein für das Lesen der Weihnachtsgeschichte als einem „ganz zentralen, berührenden Punkt des Konzertes“, so Initiator und Regisseur Thomas Reiche, sei er mit einer Legende im Gespräch.

Und das Unternehmen Post Modern, das zur DDV-Mediengruppe gehört, in der auch die Sächsische Zeitung erscheint, verschenkt portofreie Postkarten im Stadion. So sind der Kreuzchor und Dresden medial per MDR und per Postkarte schier grenzenlos in der Welt zu erleben. Ein weiterer Sponsor, die Globus SB-Warenhaus Holding GmbH Ostdeutschland, verteilt Plätzchen an die Besucher.

Noch kann man Karten kaufen. Für die VIP-Bereiche gibt es allerdings bereits Wartelisten. Der Einlass ist ab 16 Uhr. Das Konzert beginnt 18 Uhr und dauert gut 100 Minuten. Man sollte genügend Zeit einplanen, weil die Auflagen für die Sicherheitskontrollen hoch sind. Wichtig: Die Tickets gelten als VVO-Karten zur An- und Abreise.

Karten für den 20. 12. gibt’s bei www.adventskonzert.de sowie in allen SZ-Treffpunkten und unter www.sz-ticketservice.de. So kostet etwa ein Stehplatz auf dem Rasen 16,80 Euro, erm. 15,15 Euro, mit SZ-Card 13,50 Euro.