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Pirna: Start frei für die Kletterkirche

Die Bauarbeiten an der ehemaligen Hospitalkirche in Pirna sind abgeschlossen. Wann darin ein Kletterparadies eröffnet wird, steht aber noch nicht so ganz fest.

Das Baugerüst um die Hospitalkirche in Pirna ist weg. Im Innern soll nun eine Kletterhalle entstehen.
Das Baugerüst um die Hospitalkirche in Pirna ist weg. Im Innern soll nun eine Kletterhalle entstehen. © Steffen Unger

Bei der Hospitalkirche in Pirna an der Siegfried-Rädel-Straße geht es voran. In den vergangenen Monaten wurden das Dach und die Turmuhr saniert. Außerdem realisierten Fachleute den Brandschutz im Bereich des Zwischenbaus von Ärztehaus und Kirche. "Die Arbeiten sind weitestgehend abgeschlossen", sagt Pirnas Stadtsprecher Thomas Gockel auf Nachfrage von Sächsische.de. Das Baugerüst wurde bereits entfernt.

Auftraggeber ist die Hospitalstiftung der Stadt Pirna als Eigentümer des früheren Gotteshauses. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf circa 350.000 Euro, teilt Stadtsprecher Thomas Gockel mit. Weitere Arbeiten an der Hospitalkirche sind im aktuellen Haushaltsplan der Hospitalstiftung nicht enthalten und auch derzeit nicht vorgesehen.

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Bergsport-Verein konzentriert sich auf Finanzierung

Aber es wird trotzdem wieder laut werden. Denn geplant ist, die entweihte Kirche zu einem Kletterzentrum umzurüsten. "Das Projekt ist nicht gestorben, obwohl wir schon lange daran sitzen", betont Christian Walter, Vorsitzender des Vereins Bergsport Pirna. Der Verein als künftiger Betreiber hatte den Mietvertrag für die Kirche bereits vor anderthalb Jahren unterschrieben.

Jetzt will der Verein Bergsport Pirna den Bauantrag bei der Stadt stellen und Fördermittel beim Freistaat Sachsen beantragen. Zu den Gesamtkosten möchte Walter derzeit keine Aussage machen. Das Projekt werde durch Fördergelder, Kredite sowie Spenden finanziert. Auch bei der Zeitschiene muss Walter passen. "Wann konkret eröffnet wird, kann ich nicht sagen. Das hängt von der Förderung ab", erklärt Walter.

Kletterturm wird acht Meter hoch

Die Planungen jedoch sind bereits sehr konkret. Allerdings in einer abgespeckten Variante. Ursprünglich vorgesehen war, dass Kletterwände parallel zu den Außenwänden aufgestellt werden. Diese Variante sei jedoch zu teuer, sagt Walter. Errichtet wird aber ein separater Kletterturm, an dem man sich auspowern kann. Die Höhe beträgt acht Meter. „Wir gehen bis an die Decke des Gebäudes ran", erläutert Walter, "alles andere wäre Verschwendung.“

Auch Schüler dürfen klettern

Nutznießer werden hauptsächlich die Mitglieder der Ortsgruppe Pirna des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) sein. Bisher konnten die Sportler in der ehemaligen Gauß-Turnhalle auf dem Sonnenstein an Kletterwänden kraxeln. „Doch wir waren dort nur Untermieter und die Heizkosten stiegen wegen unzureichender Dämmung immer mehr“, sagt Walter. Deshalb zogen die Kletterer bereits im Januar 2016 aus und planten eine eigene Halle. Hauptsächlich ist die Kletterkirche für den Vereinssport vorgesehen. Aber Schulen können sich auch anmelden, stellt Christian Walter in Aussicht.

Kirche an Fernheizung angeschlossen

Die Hospitalkirche gehört zu den jüngsten Kirchen Pirnas und schaut auf eine interessante Vergangenheit zurück. 1914 bis 1916 wurde sie als ein Teil des Gebäudekomplexes der Hospitalstiftung errichtet. 1957 übernahm die damalige Pirnaer Kirchgemeinde St. Marien das Gotteshaus in Erbpacht für 99 Jahre. „Die Kirche wurde als Winterkirche genutzt“, berichtet Thomas Albrecht, Kirchner der evangelischen Kirchgemeinde Pirna, in der die Gemeinde St. Marien aufgegangen ist. Denn die Hospitalkirche war im Gegensatz zur Marienkirche an die Fernheizung angeschlossen.

Ab Ende der 1950er-Jahre wurde die Hospitalkirche erweitert. Unter anderem vergrößerten Bauleute die Orgelempore, sanierten die Toilettenanlagen und bauten eine Küche unter der Empore ein. Da es keine festen Kirchenbänke in dem Haus gab, sondern loses Gestühl, konnte die Gemeinde den Raum auch für Veranstaltungen nutzen. Die Kurrende und die Kantorei probten hier, ebenso fanden Kirchenbezirksversammlungen statt.

2002 wurde das Gotteshaus entweiht

Im Laufe der Zeit bekam die Hospitalkirche allerdings Konkurrenz. 1988 wurde das Gemeindezentrum auf dem Sonnenstein errichtet, 2000 das Diakonie- und Kirchgemeindezentrum in Copitz. Schließlich brachte das Hochwasser von 2002 die endgültige Entscheidung, sich von der Hospitalkirche zu trennen. Das Wasser stand damals 1,50 Meter hoch.

Austtellungen und Konzerte in der Hospitalkirche

Bisher fanden in der Hospitalkirche in unregelmäßigen Abständen unter anderem Ausstellungen und Chorkonzerte statt. Selbst die Linkspartei hatte keine atheistischen Berührungsängste und lud vor einigen Jahren in das ehemalige Gotteshaus zu einem Vortrag ein.

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