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Pirna

1,78 Meter großer Minikoch

Phillipp Nekoranec aus Schmiedeberg hat ein Hobby, von dem andere profitieren und das ihn begehrt macht - auch wenn Gaststätten grad andere Probleme haben.

Schon als Minikoch ein Großer: Phillipp Nekoranec.
Schon als Minikoch ein Großer: Phillipp Nekoranec. © Daniel Schäfer

Bei der Frage nach seinem Lieblingsrezept reagiert Phillipp schon wie ein großer Koch: Er verrät es nicht. Nur so viel, seine Bolognese-Sauce ist etwas heller und einfach mit Salz und Pfeffer gewürzt. Wie sie schmeckt, wissen die Bewohner seiner WG. Das Einmaleins des Kochens lernt Phillipp Nekoranec von der Schmiedeberger Oberschule in einer Gruppe, die sich Europa-Miniköche nennt und vom Dehoga, dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, betreut wird. Der hat ihn nicht nur mit weißer Kleidung und einem Koffer mit den wichtigsten Utensilien ausgestattet, der Verband hat auch ein klares Ziel: frühzeitig Nachwuchs für die Gastronomie zu begeistern.

Ob der Achtklässler der Schmiedeberger Oberschule tatsächlich einmal Koch lernen wird, steht noch nicht fest, vorstellen aber kann er es sich durchaus. Sein Vater hatte ihn zwar vom Kochen als Beruf abgeraten, aber Phillipp wollte das selbst testen. Und er findet immer mehr Gefallen daran. Wer weiß, vielleicht kommt der 1,78 Meter große Minikoch mal ganz groß raus.

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So viele Köche in der Ausbildung wie noch nie

Um Phillipp reißen sich schon die Chefköche und Gastwirte. Zur Eröffnung der Kulinarischen Wochen in Pirna, die noch bis 22. November dauern, bekam er prompt zwei Praktikumsangebote. Der Chefkoch des Pirnaer Romantikhotels, Sven Petzold, warb mit der guten Erreichbarkeit von Pirna. Die Wirtin vom Lichtenhainer Wasserfall, Elisabeth König, würde Phillipp auch sofort nehmen. Sein erstes Praktikum hat Phillipp schon vereinbart: in den Winterferien im Bärenfelser Naturhotel.

Dass er so umworben wird, überraschte Phillipp. Doch es ist auch kein Wunder. Der Fachkräftemangel in der Gastronomie ist groß - die Unsicherheit über die Zukunft jetzt aber auch. Gegen den Mangel an Personal hat das Berufsschulzentrum Pirna dieses Jahr so viele Schüler in gastronomischen Berufen wie noch nie in der Ausbildung.

Die Schmiedeberger Gruppe ist laut Dehoga eine von zehn in Sachsen und hat aktuell zehn Mitglieder. Es gibt die Nachwuchs-Köche in vielen Bundesländern sowie Österreich. Den Ursprung haben die Mini-Köche 1989 in einem Ferienangebot eines schwäbischen Kochs. Daraus hat sich das Motto entwickelt: "Gesundheit, durch richtige Ernährung in einer intakten Umwelt." Es geht also um mehr als "nur" kochen.

Die Zukunft der Köche und der Gastronomie

Die Zusammenhänge und das Verständnis für Kochen, Essen und Gesundheit spielen auch in der Berufsschule Pirna eine immer größere Rolle. "Das hat sich in den vergangenen 20 Jahren sehr geändert", sagt Fachleiterin Thea Galle. Inzwischen sind auch viele Kinder von Gastronomen dabei, die das elterliche Haus einmal übernehmen wollen. In der Hoffnung, dass es die Corona-Zeit übersteht. Mit zunehmender Schließzeit und dem nun bevorstehenden Ausfall des Vorweihnachtsgeschäftes und möglicherweise auch dem zu den Feiertagen kommen viele Gaststätten an ihre Grenzen. Viele versuchen, sich mit Abhol- und Lieferangeboten über Wasser zu halten.

Gegessen wird immer, sagen die Köche, und daran glaubt auch Phillipp. Über seine Zukunft entscheidet auch die Zukunft der Gaststätten.

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