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In Görlitz lässt es sich besonders günstig leben

Ein Vergleich zeigt: Bauland kostet in Görlitz einen Bruchteil dessen, was rund um München zu zahlen ist. Auch Corona ändert an den Immobilienpreisen wenig.

Yvonne Hinz hat mit ihrer Familie ein Haus im Landkreis Görlitz gebaut. Rund um München wäre es deutlich teurer geworden.
Yvonne Hinz hat mit ihrer Familie ein Haus im Landkreis Görlitz gebaut. Rund um München wäre es deutlich teurer geworden. © Archivfoto: André Schulze

Der Immobilienmarkt in Görlitz zeigt sich auch in der Corona-Krise stabil. Das ist ein Ergebnis der Studie „LBS Markt für Wohnimmobilien 2020“, die jetzt von den Landesbausparkassen (LBS) vorgestellt wurde. LBS-Gebietsleiterin Silvia Pawelczyk hat an der bundesweiten Preisübersicht mitgewirkt. Sie geht davon aus, dass Corona und die Folgen weitere Preisschübe verhindern. „Die Nachfrage nach Wohneigentum wird aber weiter anziehen, darum rechne ich auch nicht mit einem Preisverfall“, sagt sie. Stattdessen geht sie jetzt erst einmal von konstant bleibenden Preisen aus. Doch was steht sonst noch in der Studie? Die SZ hat sie analysiert.

Was kosten Bauland und Eigentumswohnungen in Görlitz?

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Wer einen Neubau plant, zahlt für erschlossenes Bauland durchschnittlich 80 Euro pro Quadratmeter. „Je nach Lage liegen die Preise zwischen 60 und 140 Euro“, sagt Silvia Pawelczyk. Analysiert wurden baureife Grundstücke von 300 bis 800 Quadratmetern Größe in mittlerer bis guter Wohnlage. Bei Eigentumswohnungen schwanken die Preise zwischen 400 und 1.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, der häufigste Wert liegt bei 700 Euro.

Wie steht es um die Preise für Einfamilienhäuser?

Hier unterteilt die LBS in zwei Kategorien. Aktuell kostet ein gebrauchtes Einfamilienhaus durchschnittlich 180.000 Euro. Die Preise schwanken allerdings zwischen 130.000 und 320.000 Euro. Gebrauchte Reihenhäuser hingegen liegen durchschnittlich nur bei 130.000 Euro. Auch hier variieren die Preise enorm: Zwischen 60.000 und 200.000 Euro. In beiden Kategorien geht die LBS von einer mittleren bis guten Wohnlage und einem ortsüblichen Grundstück aus. Als normale Wohnfläche beim Einfamilienhaus legt sie rund 120 Quadratmeter zugrunde, beim Reiheneigenheim etwa 100 Quadratmeter.

Haben sich die Preise im Vergleich zum Vorjahr verändert?

Bei Bauland sind sie völlig konstant geblieben, aber bei Eigentumswohnungen gab es einen Anstieg um 17 Prozent, bei Einfamilienhäusern um sechs Prozent und bei Reihenhäusern sogar um 30 Prozent.

Sind die Preise noch immer niedriger als im Nachbarkreis Bautzen?

Ja, aber in unterschiedlichem Maß. Baugrundstücke kosten dort nur 10 Euro mehr, also durchschnittlich 90 Euro pro Quadratmeter, Eigentumswohnungen hingegen fast das Doppelte: im Durchschnitt 1.200 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Ein gebrauchtes Einfamilienhaus ist durchschnittlich 20.000 Euro teurer, ein gebrauchtes Reihenhaus 50.000 Euro.

Ist Görlitz damit auch deutschlandweit am preiswertesten?

Nein. In der Stadt Demmin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zum Beispiel zahlt man für erschlossenes Bauland durchschnittlich gerade mal 30 Euro pro Quadratmeter. Je nach Lage liegen die Preise zwischen 20 Euro und 35 Euro. Die Dörfer im Landkreis Demmin wurden in der LBS-Studie zwar nicht ausgewertet, aber nach Berichten von Einheimischen bekommt man dort Baugrundstücke schon ab fünf Euro pro Quadratmeter. Auch Eigentumswohnungen in Demmin kosten mit 380 Euro je Quadratmeter Wohnfläche nur rund die Hälfte des Görlitzer Preises – und selbst Einfamilienhäuser sind dort 30.000 Euro günstiger als an der Neiße, Reihenhäuser sogar 50.000 Euro.

Und wie sieht es am anderen Ende der Skala aus?

In weiten Teilen Deutschlands kosten Immobilien deutlich mehr als in Görlitz. Am heftigsten sind die Preise in Starnberg, einem Nobelvorort von München. Erschlossenes Bauland kostet dort durchschnittlich 1.850 Euro pro Quadratmeter, also 23 Mal so viel wie in Görlitz und mehr als 60 (!) Mal so viel wie in Demmin. Für ein gebrauchtes Eigenheim in Starnberg werden durchschnittlich 1,3 Millionen Euro fällig, für ein gebrauchtes Reihenhaus eine Million und für Eigentumswohnungen 6.300 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Dafür bekommt man in Görlitz neun Wohnungen in der gleichen Größe, also ein komplettes Gründerzeithaus statt nur einer Wohnung.

Welche Entwicklung prognostiziert die Studie für die Zukunft?

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