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Coronavirus als Kunstwerk

Hobbytöpferin Heidemarie Bücker in Plessa denkt schon daran, wie man sich später ans Coronavirus erinnern wird. Und kreiert das ultimative Krisen-Souvenir.

Hobbytöpferin Heidemarie Bücker aus Plessa stellt Corona-Viren aus Keramik her.
Hobbytöpferin Heidemarie Bücker aus Plessa stellt Corona-Viren aus Keramik her. © Veit Rösler

Von Veit Rösler

Großenhain. Darauf hat die Welt nur noch gewartet! Gefühlt etwa 99 aller Nachrichten und nahezu 90 Prozent der gegenwärtigen Lebensumstände vieler Menschen auf der Erde drehen sich gegenwärtig um das Coronavirus. Aber was ist, wenn das Virus aus den Nachrichten verschwunden sein wird? Wenn der öde Arbeitsalltag wieder Einzug gehalten hat? Und wir von der geruhsamen Quarantäne nur noch träumen können?

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Bevor Corona-Entzugserscheinungen aufkommen, hat Frohnatur und Hobbytöpferin Heidemarie Bücker (72) aus Plessa jetzt die Produktion von Coronaviren aufgenommen. Die jeweils in drei bis vier Stunden aufwendig in Handarbeit getöpferten Exemplare in unterschiedlichen Größen und verschiedenen Farbschlägen sollen als Geschenk unter Verwandte und Freunde verteilt werden. Natürlich nur mit Mundschutz und genügend Sicherheitsabstand.

Auch Ärzte haben schon von der handgemachten Pandemie Wind bekommen und bei Heidemarie Bücker Exemplare für den Schreibtisch bestellt. An strategisch günstigen Stellen aufgestellt, könnten die Kunst-Viren an die noch eine ganze Zeit lang aufrecht zu haltenden Schutzmaßnahmen erinnern.

Der SZ-Schorni geht an Menschen, die in der Corona-Krise Außergewöhnliches leisten, besonders helfen oder einfach ihren Mitmenschen Freude bereiten.
Der SZ-Schorni geht an Menschen, die in der Corona-Krise Außergewöhnliches leisten, besonders helfen oder einfach ihren Mitmenschen Freude bereiten. © Thomas Riemer

Die ehemalige Raumausstatter-Meisterin werkelt seit über 30 Jahren in ihrer Hobbywerkstatt. Gegen die Kunstwerke haben echte Viren keine Chance, meint sie. Die aus Ton, Farbstoff und Lasur gefertigten Exemplare müssen in insgesamt 36 Stunden zwei Durchgänge im Brennofen absolvieren, wobei sie bei Temperaturen zwischen 250 und 1.200 Grad Celsius eine quasi unbegrenzte Beständigkeit und Lebensdauer bekommen. Das Material und der anspruchsvolle Brennvorgang bei den hohen Temperaturen machen die Viren selbst als Gartenschmuck frostbeständig.

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Vielleicht fragen sich Archäologen, wenn sie in ferner Zukunft auf der Suche nach Tonscherben aus dem 21. Jahrhundert die versteinerten Viren aus dem Boden buddeln, was doch die Menschen im Jahr 2020 so alles aushalten mussten.

Soviel Originalität und Einfallsreichtum hat einen SZ-Schorni verdient!

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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