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Weihnachtshaus wartet auf Touristen

Schließzeiten sind für das Görlitzer Geschäft nicht ungewöhnlich. Doch so lange wie in der Corona-Krise dauerte es noch nie bis zur Wiedereröffnung.

Beate Freudenberg ist Chefin vom Görlitzer Weihnachtshaus. Sie hofft, dass bald wieder mehr Touristen in die Stadt kommen und auch das Geschäft in der Fleischerstraße besuchen.
Beate Freudenberg ist Chefin vom Görlitzer Weihnachtshaus. Sie hofft, dass bald wieder mehr Touristen in die Stadt kommen und auch das Geschäft in der Fleischerstraße besuchen. © Nikolai Schmidt

Beate Freudenberg schaut jetzt öfter als sonst bei der Görlitzinformation am Obermarkt herein. Nicht nur, weil ihr Weihnachtshaus in der Fleischerstraße gleich um die Ecke liegt und man das unter guten Nachbarn nun mal so macht. Die Chefin vom Weihnachtshaus hat dort jedes Mal eine bange Frage: Wie steht es um die Hotelbuchungen von Touristen in Görlitz?

Was Beate Freudenberg dann erfährt, weckt bei ihr zwiespältige Gefühle. Es kommen wieder Touristen, aber nicht genug. Reisebusse fehlen gänzlich. "Ich bin des Öfteren in der Görlitzer Altstadt unterwegs und sehe wieder Stadtführungen", erklärt sie, aber das seien meist kleine Gruppen von wenigen Personen. Sie nimmt  längst nicht so viele Führungen und Stadtbesucher wahr wie sonst um diese Jahreszeit.

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Abhängig von Besuchern der Stadt

Das Weihnachtshaus ist, wie nur wenige andere Geschäfte in der Neißestadt, sehr vom Tourismus abhängig. Zwar hat das Haus viele Stammkunden in Görlitz und aller Welt, den Hauptanteil bilden aber Gäste, die Görlitz besuchen. Und die fehlen nun. Nach dem Corona-Lockdown und noch immer geltenden Beschränkungen entwickelt sich die Reiselust der Menschen nur allmählich.  Denn noch ist die Gefahr von neuen Infektionen nicht gebannt, "wie Beispiele aus Nordrhein-Westfalen zeigen", erklärt Frau Freudenberg.

Traditionell ist das Weihnachtshaus nach der Hoch-Zeit im Dezember von Januar bis März geschlossen. Die Angestellten melden sich für diese Zeit bei der Arbeitsagentur, um im April wieder in den Job zu starten. Doch diesmal war es anders. Kurz vor der geplanten Wiedereröffnung kamen Corona und die angeordnete Schließung jener Geschäfte, die  für die Versorgung der Menschen verzichtbar sind. Als diese Läden schließlich wieder öffnen durften, sprachen sich Mitarbeiter und Geschäftsführung des Weihnachtshauses dafür aus, bei der Agentur die Verlängerung der Auszeit anzuzeigen. "Es hätte ökonomisch keinen Sinn gemacht, das Haus zu öffnen, wenn keine Touristen kommen", erklärt Beate Freudenberg. Bis jetzt ist es geschlossen.

Aushang an der Ladentür

Doch ganz abgeschnitten von jeglichem Geschenkekauf im Weihnachtshaus sind die Görlitzer und Stammkunden nicht. Ein Aushang an der Ladentür verweist darauf, dass man gerne anrufen und eine Bestellung aufgeben kann. Online ist das Weihnachtshaus sowieso präsent. Beate Freudenberg trifft sich auch mal mit Kunden vor Ort und steuert im Laden zielgerichtet das Gewünschte an. "Durch das ganze Weihnachtshaus und die Verkaufsausstellung  geht es aber nicht", betont sie. 

Auch Stammkunden erfüllte die Chefin während der Schließzeit Wünsche nach weihnachtlichen Dekorationen. Die begehrte Ware wurde samt Rechnung verschickt, so wie es sonst bei Bestellungen auch üblich ist. "Das ist derzeit unser einziger Umsatz", bedauert Frau Freudenberg.  

Das Warten hat ein Ende

Nun setzt die Geschäftsfrau auf die Ferien in den einzelnen Bundesländern und damit auf die verstärkte Reiselust der Menschen innerhalb Deutschlands. "Viele werden in diesem Jahr nicht im Ausland Urlaub machen, sondern in Deutschland verreisen", mutmaßt Frau Freudenberg und hofft, dass Touristen bald wieder in Scharen nach Görlitz strömen, auch Tagesgäste, die die Stadt mit Reisebussen ansteuern.

Deshalb öffnet das Weihnachtshaus am 1. August wieder. Vorerst allerdings nur von Dienstag bis Sonnabend, jeweils von 10 bis 17 Uhr. Am Sonntag und Montag bleibt das Haus noch geschlossen. Wann wieder durchgängig geöffnet sein wird, kann die Geschäftsfrau derzeit nicht genau sagen. "Auf alle Fälle aber spätestens in der Adventszeit, wenn nichts dazwischenkommt", sagt sie. 

Schon ab August haben die Kunden die Qual der Wahl. Denn das Weihnachtshaus ist voll mit Schwibbögen, Pyramiden, Nussknackern, Räuchermännern und Weihnachtsdekorationen aller Art.  Beate Freudenberg hat den Herstellern aus dem Erzgebirge die bereits zu Jahresbeginn bestellte Ware abgenommen. "Denn auch die müssen ja verkaufen", sagt sie. Lediglich das Ostersortiment hatte sie storniert.

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