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Reichenbacher Postladen bleibt

Für das Geschäft wurde eine neue Betreiberin gefunden. Allerdings fällt der Postbankservice weg.

Martina Wolff (links) verlässt Reichenbach. Ihre Nachfolgerin wird Kerstin Prussag.
Martina Wolff (links) verlässt Reichenbach. Ihre Nachfolgerin wird Kerstin Prussag. © Constanze Junghanß

Martina Wolffs Vertrag für ihren Schreib-, Spiel- und Postladen am Alten Ring gegenüber der Johanniskirche läuft zum Monatsende aus. Als das im März dieses Jahres bekannt wurde, stand anfangs die Befürchtung im Raum, dass es in Zukunft in der Kleinstadt keine Postfiliale mehr gibt. Für die rund 5.000 Einwohner in Reichenbach und den zugehörigen Ortsteilen wäre das eine ungünstige Situation gewesen. Doch Frau Wolff hat die Werbetrommel gerührt, um einen Nachfolger zu finden. Denn im Stadtbereich gibt es zwar sechs Briefkästen und einige auf den Dörfern.

Die nächsten Postfilialen dagegen, wo beispielsweise Pakete und Einschreiben abgegeben werden, befinden sich in Markersdorf und Löbau. Da wären die Reichenbacher auf das Auto angewiesen, um die Filialen zu erreichen. Martina Wolff lag es deshalb sehr am Herzen, dass die Postfiliale und der Laden weiter Bestand haben. Möglichst am gleichen Standort im Innenstadtbereich. Das ist gelungen. Kerstin Prussag wird den Laden leiten.

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Sie war eine von drei Bewerberinnen für die offene Stelle. Die 48-Jährige hatte auch in ihrem bisherigen Beruf viel mit Menschen zu tun, wenngleich das eher die jüngere Generation war: Frau Prussag arbeitete als Erzieherin in Görlitz. Ihren alten Beruf hat sie an den Nagel gehängt und startet nun in die Selbstständigkeit. „Ich wollte mich beruflich noch mal völlig neu orientieren“, begründet die Reichenbacherin. Die Pädagogin übernimmt das Geschäft zum 1. August und arbeitet sich aktuell ein. Die bisherigen Öffnungszeiten sollen beibehalten werden. Kerstin Prussag überlegt außerdem, später eine weitere Mitarbeiterin in Teilzeit einzustellen.

Dass es weitergeht am Alten Ring, dass die Post vor Ort bleibt, ebenso Lotto spielen möglich ist und auch die Schreib- und Spielwarenabteilung nicht verschwindet, hatte sich die letzten Tage bereits herumgesprochen.

Wer kein Online-Banking nutzt, hat schlechte Karten

Was es jedoch nicht mehr geben wird und für Kritik sorgt: Postbankkunden müssen auf den Service vor Ort künftig verzichten. Das Angebot gibt es nicht mehr. „Gerade die Älteren sind darüber entsetzt“, weiß Martina Wolff. Ändern kann sie daran nichts. Mit dem Geschäftsführerinnenwechsel habe das Ganze keinesfalls etwas zu tun. Grund dafür sei, dass sich die Postbank „aus kleineren Filialen zurückzieht“, so Martina Wolff. Das war jetzt auch in Niesky so passiert. Da zog die Postfiliale von der Ödernitzer Straße ins Gewerbegebiet Süd. Eine Postbank gibt es da auch nicht mehr. Zwar kann mit der Postbankkarte auch bei anderen Geldinstituten Geld abgehoben werden. Doch einige Serviceleistungen sind nur am Schalter machbar.

Wer seine Bankgeschäfte wie die Überweisungen nicht online erledigen kann und Postbank-Kunde ist, hat vor Ort nun schlechte Karten. Gerade Senioren hätten nicht unbedingt alle ein Onlinekonto, sagt Frau Wolff. Da bleibt dann vermutlich nur der Weg bis zur nächsten Postbankfiliale in Görlitz.

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