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Wie lange dauert die Corona-Krise noch?

Das Coronavirus verbreitet sich rasant. Wie schnell genau, das haben Wissenschaftler nun berechnet. Hoffnung machen ausgerechnet die Zahlen aus China.

Ein Mitarbeiter hält einen Abstrich in der Hand, der benutzt wird, um einen Test auf das Coronavirus durchzuführen.
Ein Mitarbeiter hält einen Abstrich in der Hand, der benutzt wird, um einen Test auf das Coronavirus durchzuführen. © Sebastian Gollnow/dpa

China, Südkorea und Italien haben sie seit langem schon gemeldet. Und nun kommen die ersten belastbaren Daten zur neuen Viruskrankheit Covid-19 auch aus Deutschland. Virologen, Mediziner, Epidemiologen, Wirtschaftsforscher und Mathematiker haben damit das Virus Sars-CoV-2 auf seinem Weg um den Globus berechnet. Erstmals lassen sich damit Prognosen für Deutschland aufstellen, was da auf auf uns zukommt. Und wann. Und wie lange noch.

Wissenschaftler der Universitäten in Mainz und Hamburg haben sogenannte Projektionen berechnet. Im optimistischsten Szenario dauert die Epidemie in Deutschland bis Juli. Optimistisch heißt jedoch, darauf verweisen die Wissenschaftler, es sind nicht die derzeit realistischsten Annahmen. Die Datengrundlage dafür wäre nämlich China. Im normalen Szenario, dem mit der größten Wahrscheinlichkeit, dauert diese Epidemie bis August. Im optimistischen Modell sind zum Höhepunkt der Epidemie zeitgleich 200.000 Menschen erkrankt. Im normalen Szenario über eine Million.

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Ausgangsperren verschaffen wertvolle Zeit

Ist alles halbwegs überstanden, werden sechs Prozent der deutschen Bevölkerung erkrankt gewesen sein, etwa fünf Millionen Bürger. In der ersten Welle. Wie die Wissenschaftler auf diese Zahl kommen, das zeigt ihr Blick aus der Zukunft zurück auf die Zeit von jetzt bis zum Spätsommer: 50 bis 60 Prozent der Menschen werden zum Ende der Epidemie Antikörper gegen das Virus haben, davon gehen die Forscher aus. Andernfalls wäre die Ausbreitung nur zeitweise unterdrückt wie derzeit in Südkorea. Nur etwa 20 Prozent aller Menschen mit Antikörpern im Blut waren jedoch wirklich erkrankt. Und nur jeder Zweite davon ist zum Arzt gegangen, weil die Symptome so schwer waren.

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Die Wissenschaftler aus Hamburg und Mainz haben auch berechnet, wie sich die Ausgangssperren und Kontaktverbote auswirken bei einer angenommenen zweiwöchigen Erkrankung im Durchschnitt. Ohne jede Kontaktsperre wäre der Anstieg bis Anfang Mai von nun an steil auf 1,2 Millionen gleichzeitig Erkrankte emporgeschnellt.

Mit der jetzigen Ausgangssperre ist der Höhepunkt einen Monat später erreicht. Fazit der Studie: Die jetzigen Beschränkungen wirken. Die Kurve flacht sich bis Mitte April ab. Allerdings von Mitte April an, nach Ende der Sperren, würde die Kurve sofort wieder ungebremst ansteigen auf ebenfalls mehr als 1,2 Millionen Betroffene zeitgleich. Allerdings erst Anfang Juni. Die Belastung fürs Gesundheitssystem wäre demzufolge dann die gleiche, nur es bleibt noch etwas mehr Zeit für die Vorbereitung, für die Beschaffung von medizinischen Geräten und die Vorbereitung der Krankenhäuser. Das Ende der Epidemie verschiebt sich in den August.

Sollten die Verbote und Kontaktsperren um weitere sechs Wochen verlängert werden, wäre der Höhepunkt der Epidemie erst Anfang August erreicht. Spitzenwerte erreichen aber immer noch etwa eine Million Erkrankter zum Höhepunkt. Und das Ende wäre erst im September. Wirklich flach ist die Kurve nicht mehr zu bekommen.

Es sei denn, das Virus verändert sein Verhalten, es gibt eine Medizin bis dahin oder besser noch einen Impfstoff. Aus medizinischer Sicht ist Letzteres allerdings unrealistisch. 

Einen Schimmer Hoffnung verbreiten jedoch ausgerechnet die Zahlen aus Hubei in China. Vorausgesetzt die stimmen so – wenigstens annähernd. Das Verhalten des Virus spricht leider nicht sehr dafür, aber dann wäre die Spitze der zeitgleichen Erkrankungen bereits mit rund 200.000 Betroffenen erreicht.

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