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Dresden: Neues Restaurant mit Elbblick

Am Käthe-Kollwitz-Ufer öffnet am 20. Mai das "Johann". Sächsische.de durfte schon einen ersten Blick in das Restaurant werfen.

Dachterrasse in bester Lage: Betreiberin Laura Girke ist vom Altstadt-Blick begeistert. Auch deshalb wagte sie den Schritt, ein zweites Restaurant in Dresden zu eröffnen.
Dachterrasse in bester Lage: Betreiberin Laura Girke ist vom Altstadt-Blick begeistert. Auch deshalb wagte sie den Schritt, ein zweites Restaurant in Dresden zu eröffnen. © Sven Ellger

Dresden. Die Fensterputzer kommen erst am 18. Mai. Deshalb hat sich Laura Girke dafür entschieden, das "Johann" erst am 20. Mai zu öffnen. Theoretisch dürfen Gaststätten am 15. Mai ihren Betrieb weider aufnehmen, wenn auch mit erheblichen Einschränkungen. Die Corona-Krise trifft die Branche hart, denn was sich in der Gastronomie nur schwer vermeiden lässt: dass viele Menschen aufeinandertreffen. Auch Laura Girke kann kaum beschreiben, welche Gefühlsachterbahn sie in den letzten Wochen erlebt hat.

Da ist zum einen die Freude, gastronomisch auf ein zweites Standbein zu setzen. Seit 2011 betreibt sie das "Zeitlos" im Militärhistorischen Museum, mittlerweile sind dort vor allem Hochzeiten, Firmenfeiern und andere Veranstaltungen ihr Kerngeschäft. Das Tagesgeschäft im Restaurant müsse es natürlich geben, sagt die 39-Jährige, aber die großen Feiern seien wirtschaftlich enorm wichtig. Mehr als 120 Hochzeiten hat sie ausgerichtet, mit vielen Brautpaaren bestehe bis heute Kontakt. 

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Die Inneneinrichtung ist fertig, in großen Saal wurde das Buffet schon probeweise bestückt. Hier sollen später Familien- und Firmenfeiern stattfinden. Außerdem gibt es das normale Restaurant mit großer Terrasse und eine Elblounge auf dem Dach.
Die Inneneinrichtung ist fertig, in großen Saal wurde das Buffet schon probeweise bestückt. Hier sollen später Familien- und Firmenfeiern stattfinden. Außerdem gibt es das normale Restaurant mit großer Terrasse und eine Elblounge auf dem Dach. © Sven Ellger

Also hielt sie vor drei Jahren Ausschau nach einem zweiten Standbein - und bekam auch das Exposé des Johannstädter Gebäudes am Käthe-Kollwitz-Ufer 19b auf den Tisch. "Ich wusste nur, dass da ein altes Haus steht", erinnert sich Laura Girke heute. Nach einem ersten Treffen mit dem Eigentümer Ende 2017 war allerdings schnell klar: Das ist es. Die Umbaupläne für das ehemalige Sportlerheim haben die Dresdnerin überzeugt. In den vergangenen Monaten ist das Gebäude komplett verändert worden, rund zwei Millionen Euro hat der Eigentümer dafür investiert. 

Kaum wiederzuerkennen: Aus dem ehemaligen Sportlerheim ist ein modernes Gebäude geworden. Noch müssen allerdings einige Arbeiten erledigt werden.
Kaum wiederzuerkennen: Aus dem ehemaligen Sportlerheim ist ein modernes Gebäude geworden. Noch müssen allerdings einige Arbeiten erledigt werden. © Sven Ellger

Worauf die Zweifach-Mama großen Wert gelegt hat: ein eigener Kinderbereich. Die Kleinen können sich künftig in einem großen Raum mit Büchern und Spielzeug beschäftigen, an der Wand wartet Maskottchen Jojo - eine Reminiszenz an den Wasserflughafen, der sich hier an der Elbe einst befunden hat - auf die Kinder. Doch auch an das Sportlerheim soll mit alten Bildern im Toilettenbereich erinnert werden. 

"Jojo" ist das Maskottchen des neuen Restaurant und erinnert im Kinderbereich an die Vergangenheit des Gebäudes, als sich in der Johannstadt Dresdens Wasserflughafen befunden hat. Zwei Jahre lang gab es eine Flugverbindung Dresden-Hamburg.
"Jojo" ist das Maskottchen des neuen Restaurant und erinnert im Kinderbereich an die Vergangenheit des Gebäudes, als sich in der Johannstadt Dresdens Wasserflughafen befunden hat. Zwei Jahre lang gab es eine Flugverbindung Dresden-Hamburg. © Sven Ellger

Das Restaurant bietet Platz für gut 70 Gäste, auch dort ist bereits alles eingerichtet, die große Terrasse wird in den nächsten Tagen fertig gebaut. Laura Girke will auch in ihrem neuen Restaurant vor allem Brautpaare bewirten. Dafür ist in der Elblounge im Dachgeschoss ein Bereich mit eigener Bar und Dachterrasse entstanden. Die großen Fensterfronten werden bei gutem Wetter geöffnet und bieten einen direkten Blick auf die Dresdner Altstadt. 

Weil sie selbst Mutter ist, weiß Laura Girke, wie wichtig es ist, dass die Kleinen einen Rückzugsbereich haben, wenn sie beim Feiern müde werden. Ein Kinderzimmer mit einem Kinder- und zwei Gitterbettchen bietet Hochzeitsgesellschaften die Möglichkeit, dem schläfrigen Nachwuchs eine Pause zu gönnen. Und eine eigene Hochzeitssuite mit großem Bett, freistehender Badewanne und Blick direkt auf die Elbe sollte auch den Frischvermählten eine unvergessliche Nacht bescheren. 

Eine Hochzeitssuite direkt im "Johann": Das Brautpaar kann sich vor der Feier hier zurechtmachen und danach direkt ins Bett fallen.
Eine Hochzeitssuite direkt im "Johann": Das Brautpaar kann sich vor der Feier hier zurechtmachen und danach direkt ins Bett fallen. © Sven Ellger

Doch auch an Laura Girke und ihrem neuen Gastro-Projekt geht die Corona-Krise nicht spurlos vorbei. Neben der Vorfreude auf die Eröffnung gibt es viele Sorgen: polnische Bauarbeiter, die zwei Wochen lang nicht nach Deutschland kommen können, viele große Veranstaltungen, die im Mai auf dem Programm standen. Weder Hochzeitsfeiern noch Jugendweihen dürfen stattfinden - ein finanzielles Polster, das beim Neustart richtig gut getan hätte, sagt Laura Girke. Nun bleibt die Hoffnung, dass alle Familienfeiern nachgeholt werden. Bislang würden alle Gäste zur Stange halten und hätten zugesagt, dass sie im "Johann" feiern, dann, wenn es wieder möglich ist.

Am 20. Mai startet der Restaurantbetrieb unter allen Auflagen dennoch. Die Verträge mit den vier Köchen und vier Servicekräften sind gemacht und auch die Speisekarte steht. Dann fehlen - wie vielen Dresdner Gastronomen - nur noch die Touristen.

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