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Diese Kaisermania-Fans wurden betrogen

Die Freude über gekaufte Karten währt oft nur kurz. Immer häufiger ist der freundliche Anbieter nur Fassade.

Christine Heike
Vogel ärgert sich am meisten über ihre eigene Dummheit. Ein gültiges Ticket für die Kaisermania 2019 hat sie am Ende am doch noch bekommen.
Christine Heike Vogel ärgert sich am meisten über ihre eigene Dummheit. Ein gültiges Ticket für die Kaisermania 2019 hat sie am Ende am doch noch bekommen. © Marion Doering

Während in diesen Tagen am Elbufer die Fans von Roland Kaiser die glücklichsten Stunden des Jahres verbringen, endete dieser Traum für andere jäh. Wie viele Kaisermania-Ticketkäufer in den vergangenen Wochen Opfer von Betrügern wurden, lässt sich nicht seriös schätzen. Die vielen Einzelfälle zeigen jedoch, dass die Zahl der Fälle weiter zunimmt.

Christine Heike Vogel (50) aus Dresden:
Auf Facebook hat im März eine Agnes Karten angeboten und wir haben nett geschrieben. Bevor ich überwiesen habe, hat sie mir noch ein Foto mit den drei Karten und meiner Adresse geschickt. Nach der Zahlung wurde ich dann geblockt und die Karten sind leider nie bei mir angekommen. Auf eine Anzeige habe ich verzichtet, weil ich mich über meine eigene Dummheit geärgert habe.

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Stefanie Schulz (32) aus Zwickau:
Mich hat es in diesem Jahr gleich zweimal erwischt. Der erste Kauf war im Mai über Ebay-Kleinanzeigen. Da hat eine aus dem Ruhrgebiet zwei Karten zum Normalpreis angeboten. Ich habe den Kauf relativ schnell abgewickelt, dann aber leider nie wieder was von der Anbieterin gehört. Anzeige bei der Polizei wurde gemacht, aber die machen einem nicht viel Hoffnung. Damals waren es 125 Euro.

Der zweite Kauf war am vergangenen Samstag über Facebook. Diesmal waren es 117 Euro. Sie hat mir eine Ausweiskopie geschickt. Damit hat man sich irgendwie sicher gefühlt. Die Zahlung war gemacht und schon kurze Zeit später war ihr Profil deaktiviert. Da das Geld per Überweisung raus ging, kann die Bank da auch nichts mehr machen. Sie hat das Geld und ich gehe wieder mal zur Polizei.

Meiner Meinung nach wäre eine Personalisierung eine fantastische Lösung. Kein Schwarzmarkt. Keine Diskussionen.

Sarah Hemmerling (33) aus Dresden:
Ich bin auf einer Tickettauschbörse auf Karten eines Anbieters aufmerksam geworden. Ich schrieb ihn an und er antwortete schnell und sehr nett. Ich habe ihm das Geld für vier Karten plus Versand überwiesen. Zum Originalpreis, denn er wolle „sich ja an den Karten nicht bereichern“. Als ich später bei ihm nachfragte, sagte er, er hätte die Karten ordnungsgemäß verschickt. Bei mir angekommen ist allerdings nichts. Danach hielt ich keine Antwort mehr von ihm. Als ich daraufhin unter seine Anzeige schrieb, dass er ein Betrüger sei, kam schnell raus, dass noch viel mehr Leute auf ihn reingefallen sind. Alle haben Anzeige erstattet, aber leider ist bis heute nichts passiert, sodass wir unser Geld wohl niemals wieder sehen werden.

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Stefanie Gerbig (45) aus Darmstadt:
Ich habe schon Anfang September 2018 bei einem vermeintlich seriösen Online-Ticketanbieter fünf Karten für insgesamt 595 Euro bestellt. Bekommen habe ich nie etwas und danach auch viele negative Kommentare im Internet über diesen Anbieter gefunden. Nachdem der Konzerttermin vergangene Woche verstrichen war, hat mir die Verbraucherzentrale empfohlen, zur Polizei zu gehen. Mein Glück war, dass ich damals mit Kreditkarte bezahlt habe und deswegen hoffentlich versichert bin und das Geld zurückbekomme. Die Bank hat mir dahingehend schon Mut gemacht. Am schlimmsten finde ich, dass man bei diesem Anbieter immer noch Tickets bestellen kann.

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