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Dresden

OB Hilbert kommt zum Semperopernball

Der Oberbürgermeister erklärt, warum er doch am Ball teilnehmen will - und stellt den St.-Georgs-Orden infrage. Auch ein prominenter Preisträger zweifelte.

Als Dresdner Oberbürgermeister kommt auch Dirk Hilbert zum Semperopernball.
Als Dresdner Oberbürgermeister kommt auch Dirk Hilbert zum Semperopernball. ©  André Wirsig

Die Auszeichnung des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi mit dem St.-Georgs-Orden des Dresdner Semperopernballs stößt weiter auf harsche Kritik. Zuletzt sagte Moderatorin Judith Rakers ihre Teilnahme am Ball ab. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) schaltete sich in die Debatte ein - und stellte seine Teilnahme infrage.

Nun hat sich der Oberbürgermeister entschieden, doch am Ball teilzunehmen. In einem Facebook-Posting vom Donnerstag erklärt er seine Entscheidung: Das Besondere am Ball seien nicht die Feier im Saal, nicht die prominenten Gäste und nicht die Preisträger. "Das Besondere sind die vielen Menschen - Dresdnerinnen, Dresdner und Gäste - die gemeinsam mit den Ballbesuchern auf dem Theaterplatz feiern", schreibt Hilbert. Das unterscheide den Dresdner Ball von vielen anderen ähnlichen Ereignissen und mache seinen besonderen Charme aus.

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Der Ball sei ein sehr wichtiges gesellschaftliches Ereignis für Dresden und Sachsen. "Wer ein gesellschaftliches Ereignis organisiert, übernimmt damit gesellschaftliche Verantwortung. Dieser Verantwortung sind die Organisatoren mit der Preisübergabe an den ägyptischen Präsidenten nicht gerecht geworden."

Dann kommt Hilbert auf "die Zukunft des Balls" zu sprechen - und seine eigene Teilnahme: "Ausschließlich mit Blick auf die Feiernden auf dem Theaterplatz und dem Stolz, den viele Dresdner für dieses Ereignis empfinden, habe ich mich entschlossen, auch in diesem Jahr in offizieller Funktion am Ball teilzunehmen."

In Dresden gebe es eine Reihe von Preisen "mit großem Renommee und Außenwirkung, wie etwa der internationale Friedenspreis, der Erich-Kästner-Preis oder der Kultur- und Förderpreis der Stadt Dresden". Der Semperopernball-Verein müsse darüber diskutieren, worin der Wert des St.-Georgs-Ordens liege - "zumal ich die Vergabe schon immer als inflationär betrachtet habe". 

Mindestens aber müssten die Kriterien für die Preisvergabe transparent und nachvollziehbar sein. "Ein Ball ohne Preis würde der rauschenden Nacht aber keinen Abbruch tun", so Hilbert. Er gehe davon aus, dass die Verantwortlichen im Verein den Ministerpräsidenten und ihn über die Veränderungen informieren werden. "Danach stehe ich gerne für Gespräche über die Zukunft des Semperopernballs zur Verfügung." 

Dietmar Hopp erwog Ablehnung des Preises

Unterdessen wurde am Donnerstag bekannt, dass der Unternehmer und SAP-Gründer Dietmar Hopp, der bereits als Preisträger in diesem Jahr feststeht, selbst überlegt hat, auf die Ehrung zu verzichten. 

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Über die Auszeichnung von Al-Sisi sei Hopp "natürlich sehr verwundert" gewesen, teilte eine Sprecherin der Dietmar-Hopp-Stiftung auf Anfrage von saechsische.de mit. Nach der Entschuldigung von Ballchef Frey werde Hopp den Orden nun jedoch wie geplant entgegennehmen.

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