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So düngen Sie richtig

Viel hilft beim Düngen nicht immer viel. So finden Sie die richtige Dosis für den Garten.

Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen
Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen © Steffen Unger

Kleingärtner wissen oft nicht, wie es um den Nährstoffgehalt ihres Gartenbodens bestellt ist und düngen einfach darauf los. Hier ein bisschen, da ein bisschen, und ehe man sich versieht, ist der Boden überdüngt – zum Beispiel mit Phosphor. Falsches Düngen kann Pflanzen aber krank und anfällig für Schädlinge machen. Und es schadet auch der Umwelt.

Düngung wäre überflüssig, wenn der Gärtner dem Boden nicht die Pflanzen wegnehmen würde, die in ihm wachsen. Denn dann würden sie verrotten, und das Bodenleben holt sich die Nährstoffe wieder zurück. Ein perfekter Kreislauf, nichts geht verloren. Da wir die Pflanzen aber essen, müssen wir Gärtner die Nährstoffe auffüllen. Denn sonst wachsen die Pflanzen nicht mehr so gut. Es sind hauptsächlich Stickstoff, Phosphor und Kalium, die alle Pflanzen brauchen – plus hunderte Spurenelemente, die den Nährstoffmix ergänzen.

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Wenn man ernsthaft düngen will, dann kommt man alle paar Jahre nicht um eine Bodenprobe herum, die in einem Fachlabor analysiert wird. Das Ergebnis verrät den Anteil der Hauptnährstoffe im Boden, zeigt mögliche Schadstoffbelastungen, zum Beispiel auf Schwermetalle, und gibt eine genaue Düngeempfehlung, um den Nährstoffmangel wieder auszugleichen.

Das beste Mittel dafür sind organische Dünger, die wir als Gärtner noch nicht einmal kaufen müssen, denn wir haben unsere Düngerfabrik im eigenen Garten! Kompost ist das „Gold der Gärtner“. Er enthält alle wichtigen Nährstoffe, hat aber leider nicht genügend Stickstoff, sodass man diesen noch zudüngen muss. Hornspäne sind dafür gut geeignet, die gibt es mittlerweile sogar in Bio-Qualität. Das Schöne an Kompost und Hornspänen ist, dass diese Dünger über eine lange Zeit wirken, aber auch eine Weile brauchen, bis die Wirkung beginnt. Deshalb bringt man sie schon im zeitigen Frühjahr aus. Wenn es etwas schneller gehen soll, dann nimmt man einfach flott wirkende Bio-Flüssigdünger, zum Beispiel auf Melassebasis.

Ein gelegentlicher Guss mit selbst hergestellten Pflanzenjauchen, zum Beispiel aus Brennnessel, aktiviert das Bodenleben und setzt ebenfalls Nährstoffe frei. Bei jedem Düngereinsatz sollte man sich penibel an die Empfehlung, die auf der Packung steht, halten. Rechnen Sie sich Ihren persönlichen Nährstoffbedarf auf Grundlage der Bodenprobe aus und messen Sie die benötigte Düngermenge mit einer Waage ab. Sie werden erstaunt sein, wie wenig Sie benötigen! Auch mit Kompost kann man den Boden übrigens überdüngen. Er enthält sehr viel Phosphor und Kali, sodass man die Menge von drei Liter Kompost pro Quadratmeter möglichst nicht überschreiten sollte.

Für einige Pflanzen gibt es Spezialdünger, zum Beispiel für Heidelbeeren mit saurer Düngewirkung oder für Gurken mit viel Kali. Die meisten Kulturen lassen sich jedoch prima mit der Kompost-Hornspäne-Kombination versorgen, ohne auf Spezialprodukte zurückgreifen zu müssen.

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Besonders nährstoffhungrige „Starkzehrer“ brauchen übrigens während des Wachstums einen Nachschub an Nährstoffen. Sie freuen sich über einen natürlichen Flüssigdünger oder auch über nährstoffreichen Kompost-Tee, den man sich selber herstellen kann. Wenn man dazu noch die Gemüsebeete ständig mit Rasenschnitt, gejätetem Unkraut oder großen Blättern mulcht und so für ständigen Humus-Nachschub sorgt, kann man schon mal die großen Erntekörbe bereitstellen.

Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen und betreibt den Blog www.parzelle94.de. Mehr zu Stefan Michalk erfahren Sie hier.

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