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Riesa

"Nach der Krise wird Fleiß einsetzen"

Auch in Gröditz ist das Leben infolge der Coronamaßnahmen ruhiger geworden. An den großen städtischen Projekten für 2020 hält Bürgermeister Jochen Reinicke fest.

Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) ist seit nahezu zwölf Jahren Chef im im Rathaus (r.).
Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) ist seit nahezu zwölf Jahren Chef im im Rathaus (r.). © Montage: SZ

Herr Reinicke, gibt es in Gröditz einen bestätigten Coronafall?

Gemeldet ist bisher (Stand: Dienstag, 24. März, 15 Uhr) keiner.

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Eine gute Nachricht. Was für eine Stimmung herrscht nach Ihrer Wahrnehmung in der Stadt angesichts der Ausgangsbeschränkungen?

Ich denke, es ist wie überall, sei es in Riesa oder auch woanders. Es ist weniger los auf den Straßen. Das ist ein Zeichen dafür, dass viele versuchen, nicht draußen herumzulaufen.

Kontrolliert ihr Rathaus das?

Wir schauen schon hin. Aber, dass wir jetzt kontrollieren, ob Leute draußen unterwegs sind – so ist es nicht. In Gröditz war es ja früher schon nach 18 Uhr sehr ruhig und das ist jetzt nicht wesentlich anders. Sie kennen ja den Spruch: "Abends klappen sie die Gehwege hoch." In einer Stadt wie Dresden mag das anders sein, da werden viele abends erst munter. Bei uns im ländlichen Raum ist das selten, deshalb ist das mit den Ausgangsbeschränkungen hier wahrscheinlich einfacher umzusetzen.

Infolge der Maßnahmen zur Eindämmung von Corona werden enorme wirtschaftliche Einschnitte befürchtet. Haben Sie Rückmeldungen aus den Unternehmen in Ihrer Stadt, wie es dort aussieht?

Die Unternehmen tun im Einzelnen, was sie für richtig halten, und natürlich müssen sie sich an das halten, was aus Dresden oder Berlin an Vorgaben kommt. Wir wissen, dass vielfach die Produktion eingeschränkt ist. Aber es gibt jetzt noch keine Statistik, in der sich das ausdrückt. 

Wird die Notbetreuung in den Kitas angenommen?

Ja, es gibt vereinzelte Fälle, in denen das angenommen wird. Die Kitas stehen dafür offen. 

Wie ist denn die Lage im Rathaus? Fahren Sie einen reduzierten Betrieb, oder sind die Ämter voll besetzt?

Es arbeiten alle, aber an verschiedenen Orten. Es gibt auch Homeoffice. Die Stadt Gröditz ist ja sozusagen bis unter die Decke voll mit Technik. Wir hatten im Januar noch Laptops nachgeordert, sodass jetzt jeder, der das möchte, im Homeoffice ist – aber auch erreichbar mit Konferenzschaltungen. Es macht sich jetzt bemerkbar, dass wir gut ausgerüstet sind. Neben dem reinen Homeoffice gibt es auch eine Gruppe von Leuten, die sich mit Präsenz im Büro abwechselt – dass also manche morgens da sind und andere nachmittags. Die Abteilungen regeln das selbstständig. Gearbeitet wird aber bei uns im Grunde ohne Einschränkungen.

In den vergangenen Tagen haben sich viele Entwicklungen überschlagen. Manche Ihrer Amtskollegen haben sich mit Infos über private Facebook-Auftritte an die Bürger gewandt. Sie nicht. Wie kommunizieren Sie mit den Bürgern?

Wir haben Informationen auf der Stadt-Webseite, aber auch bei Facebook, nutzen aber auch üblichen Formate: Aushänge an Türen oder in Schaukästen. Und ansonsten läuft die Kommunikation auch über die Stadtmitarbeiter, die wissen ja Bescheid und geben die Informationen auch weiter, wenn sie danach gefragt werden.

Sie wollen dieses Jahr groß bauen, Stichwort Sporthalle oder Feuerwehrgerätehaus Nauwalde. Was bedeutet die Coronakrise für diese Vorhaben?

Die Baumaßnahmen werden gebaut. Beim Feuerwehrgerätehaus sind Ausschreibung und Vergabe ja durch, die Verträge unterschrieben. Es kann nur sein, dass wenn die Krise vorbei ist, die Baubetriebe nicht wissen, wo sie zuerst anfangen sollen und es dann zu Verzögerungen kommt. Das müssen wir aber dann sehen. Wir schauen in Ruhe nach vorn. Ich bin auch optimistisch, dass nach der Krise ein gewisser Fleiß einsetzt, denn aus der Not heraus bewegt es sich manchmal besser als aus einer bequemen Situation. Ich würde nicht von einer Aufbruchstimmung sprechen wollen, aber von einer Stimmung, in der viele sagen werden: Nun ist aber gut, jetzt müssen wir wieder etwas tun. 

Es fragte: Eric Weser.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!