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Sonnenstromanlage bei Dipps geplant

Zwischen Dipps und Reichstädt soll ein ganzer Acker für die Solarenergie verwendet werden. Der Stadtrat hat lange darüber diskutiert.

Dieses Luftfoto zeigt das Wohngebiet am Firstenweg in Dippoldiswalde. Auf dem Acker etwas entfernt von den Häusern ist eine große Solaranlage geplant.
Dieses Luftfoto zeigt das Wohngebiet am Firstenweg in Dippoldiswalde. Auf dem Acker etwas entfernt von den Häusern ist eine große Solaranlage geplant. © Egbert Kamprath

Auf einem Acker außerhalb von Dippoldiswalde in Richtung Reichstädt will die Firma Sabowind GmbH aus Freiberg einen Solarpark errichten. Sabowind ist 1991 von Rainer Sack in Freiberg unter dem Namen „eab Projektmanagement GmbH“ gegründet worden und ist seitdem an Windprojekten weltweit beteiligt. Unter anderem hat das Unternehmen auch beim Bau der Windanlagen in Hennersdorf mitgearbeitet. Seit 2005 ist es auch im Bau von Photovoltaikanlagen aktiv, informierte Stefan Sekul von Sabowind, als er im Stadtrat das neue Projekt für einen Solarpark auf der grünen Wiese zwischen Dippoldiswalde und Reichstädt vorstellte.

Er erläuterte, was aus Sicht des Unternehmens für den Solarpark zwischen Dippoldiswalde und Reichstädt spricht. Die Äcker seien eine benachteiligte landwirtschaftliche Fläche mit geringer natürlicher Fruchtbarkeit. Wobei Klaus Köhler, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Reinholdshain, die bisher einen Teil bewirtschaft, dazu sagt: „So schlecht ist der Acker nicht.“

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Nahe am Umspannwerk

Die Fläche hat weiter eine Neigung nach Süden und ist nicht bewaldet, was sie für eine Nutzung zur Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie interessant macht. Außerdem liegt sie günstig in der Nähe zum Umspannwerk Ulberndorf, das gerade mal 1,4 Kilometer entfernt ist. Damit kann der Sonnenstrom leicht ins öffentliche Netz eingespeist werden. Verträge zwischen den Grundstückseigentümern und der Firma Sabowind zur Nutzung der Grundstücke für eine Photovoltaik-Anlage seien bereits geschlossen, informierte Marlies Göhler vom Bauamt der Stadt in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Die Anlage ließe sich auch dann wirtschaftlich betreiben, wenn sie keine Umlagezahlungen nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) erhält, sagte Sekul.

Er stellte in Aussicht, dass Dippoldiswalde von der Gewerbesteuer, die mit dem Solarpark erwirtschaftet werden kann, einen Anteil von 70 Prozent bekommt. 30 Prozent würde an den Firmensitz nach Freiberg fließen. Um welche Summen es sich dabei handelt, sagte er auch auf Nachfrage nicht.

Nun kann ein solcher Solarpark aber nicht einfach in die Landschaft gestellt werden. Die Fläche liegt im Außenbereich, wo nur wenige Bauvorhaben zulässig sind, kein Solarpark. Also müsste dafür ein Bebauungsplan ausgearbeitet werden, und die Stadt müsste ihren Flächennutzungsplan für die betroffene Fläche ändern. Es geht dabei um 29 Hektar.

Stadtrat ist noch vorsichtig

Für Dippoldiswalde ist ein solches Projekt neu. So gab es im Stadtrat auch viele Nachfragen zu unterschiedlichen Fragen. Die Solarmodule sollen auf Tische mit 2,70 Meter Höhe montiert werden. Diese werden im Boden einbetoniert. Ringsherum ist ein Zaun geplant. Der Firstenweg, der außerhalb des bebauten Stadtgebiets nur als Feldweg ausgebaut ist, würde aber reichen, um die Solarmodule an Ort und Stelle zu transportieren, sowie später für Wartungs- und Reparaturarbeiten. Im Rat gab es noch die Befürchtung, dass die jetzige Ausrüstung der Feuerwehr nicht ausreicht, um im Brandfall löschen zu können. Bei einer Nachrüstung kämen auch Kosten auf die Stadt zu.

Schließlich beantragte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Hans-Jürgen Czwink, den Beschluss einzuschränken. Erst lautete der Vorschlag, dass die Stadträte der Planung und der Errichtung der Anlage zustimmen. Das ging einer Mehrheit zu weit. Sie stimmten schließlich nur der Planung zu, das aber mit klarer Mehrheit bei einer Gegenstimme. Die Errichtung ist dann ein weiterer Schritt.

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Der Zeitplan von Sabowind sieht vor, dass jetzt der Bebauungsplan ausgearbeitet wird. Dafür trägt die Firma die Kosten. Ende des Jahres soll der soweit sein, dass er den beteiligten Behörden und Verbänden vorgestellt werden kann. Ende 2021 wäre der Baubeginn möglich.

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