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Gärtner-Nachwuchs punktet beim Sachsencup

Ein Landschaftsbauer aus Haselbachtal wollte eigentlich nur einen Lehrling einstellen, dann nahm er doch zwei - und machte damit einen guten Griff.

Die Zweitplatzierten im Sachsen-Cup der Landschaftsgärtner 2020: Georg Zschornack (l.)und Pius Scholze von der Firma Galand Gebler aus Haselbachtal.
Die Zweitplatzierten im Sachsen-Cup der Landschaftsgärtner 2020: Georg Zschornack (l.)und Pius Scholze von der Firma Galand Gebler aus Haselbachtal. © PR / Galabauverband Sachsen

Haselbachtal. Chef Sandro Gebler ist stolz wie  Bolle. Dass seine Jungs so gut abschneiden beim Sachsen-Cup der Landschaftsgärtner in Pillnitz, hätte er nicht gedacht. Auch wenn das Prinzip Hoffnung  immer mitschwingt. "Die beiden waren die einzigen aus dem zweiten Lehrjahr, die angetreten sind. Alle anderen Teilnehmer befinden sich bereits im dritten. Trotzdem standen sie ihnen in nichts nach", freut sich Gebler. Mit einem zweiten Platz ging es für die beiden nach Hause.

Der Erfolg ist ein zusätzliches Gütesiegel für Geblers Firma. Die Gärtnerei in Gersdorf war früher eine von ehemals sechs großen Betrieben im Haselbachtal. Den heutigen Galand Gebler Landschafts- und Gartenbau hat Sandro Gebler vor mittlerweile 16 Jahren aus der Taufe gehoben. Stolz ist der 48-Jährige darauf. Auch, dass er in fünfter Generation in dieser Branche tätig ist.  

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Branche sucht Mitarbeiter

Seit letztem Jahr bildet er nun erstmals zwei Azubi aus. "Ich hatte die Ausbilder-Eignungsprüfung eigentlich schon vor 20 Jahren gemacht. Aber irgendwie hat es nie gepasst. Doch die Zeiten ändern sich. Und nun war der Zeitpunkt reif, eigenen Nachwuchs nachzuziehen", erzählt Gebler. Die grünen Berufe liegen bei jungen Leuten  momentan nicht gerade im Trend, die meisten Firmen suchen händeringend nach Mitarbeitern und auch nach Azubi.  Das hat etwas mit "Händeschmutzigmachen" zu tun, mit schwerer körperlicher Arbeit, die kaum einer noch gern freiwillig tut.

Die Gersdorfer Firma musste dennoch nicht lange auf die Suche gehen. "Eigentlich wollte ich nur einen haben, aber dann standen zwei vor der Tür. Das spricht ja irgendwie für uns", sagt der Firmenchef schmunzelnd.

Auch Chef Sandro Gebler (M.) ist sehr stolz auf seine Jungs. Eigentlich wollte er nur einen Azubi, dann nahm er zwei. Und im nächsten Monat beginnt bereits der Dritte mit seiner Lehre zum Facharbeiter für Landschafts- und Gartenbau in Gersdorf..
Auch Chef Sandro Gebler (M.) ist sehr stolz auf seine Jungs. Eigentlich wollte er nur einen Azubi, dann nahm er zwei. Und im nächsten Monat beginnt bereits der Dritte mit seiner Lehre zum Facharbeiter für Landschafts- und Gartenbau in Gersdorf.. © PR / Privat

Georg Zschornack und Pius Scholze sind beide 18 Jahre alt. Und beiden wohnen sie fast nebeneinander. Der eine in Ralbitz-Rosenthal. Der andere in dessen Ortsteil  Gränze. Früher gingen sie zusammen in den selben Kindergarten. Mehr nicht. "Beide haben sich nun unabhängig voneinander bei uns beworben, wussten vom jeweils anderen nichts. Und beide hatten gute Noten und Referenzen. Es gibt keine Zufälle", meint Sandro Gebler.

Beim Landescup bewiesen die Azubi dann jedenfalls ihre perfekte Teamfähigkeit. "Bei solchen Meisterschaften bekommt man einen Architektenplan vorgelegt und muss  das Projekt innerhalb von acht Stunden komplett nachbauen", erklärt der Lehrmeister. Dazu gehören  vielfältige Arbeiten. "Der Beruf Facharbeiter für Garten- und Landschaftsbau ist spannend", schwärmt Sandro Gebler. "Man muss gleichzeitig Maurer, Rohrverleger, Tiefbauer, Techniker,  Kanalbauer, Gärtner und Ideengeber sein."

Auf zum Bundeswettbewerb

Georg, der lieber Jurij genannt werden will, und  Kollege Pius legten gut vor. Und begeisterten die Jury mit einer super Leistung. "Wir mussten auf nur 15 Quadratmetern eine Sandsteinmauer errichten, Sichtschutz-Elemente aus Naturholz bauen, Bäume und Stauden anpflanzen, ein Kiesbett anlegen und eine Granit-Einfassung setzen", erzählen sie. In der Kürze der Zeit eine sportliche Leistung, die jedoch überzeugte. 

Das junge Team von  Galand Gebler Landschafts- und Gartenbau wurde Vize-Meister. Und holte sich die sächsische Starterkarte für die Buga 2021 in Erfurt. Dort findet der bundesweite  Wettbewerb statt, bei dem sich die Landschaftsgärtner-Azubi mit den Vertretern aller anderen Bundesländer messen.

Mehr als nur Unkrautjäten

Sandro Gebler weiß, dass eine gute Ausbildung Grundvoraussetzung für alles ist. Aber auch die ständige Weiterbildung der anderen Mitarbeiter. 13 Leute gehören mittlerweile zu seinem Team in Gersdorf.  Viele sind Quereinsteiger,  alle  lernwillig. "Ich habe letztes Jahr einen Kollegen auf die Meisterschule geschickt, und einen anderen zur Techniker-Fortbildung", so Gebler. "Mit unserem Fachwissen unterscheiden wir uns eben doch von jedem Hausmeisterservice, der auch Gartenpflegearbeiten anbietet."

Referenzobjekte weit über die Landkreis-Grenzen hinaus sprechen für sich. Aktuell hat Geblers Firma gerade die Außenanlagen des neuen Porsche-Zentrums in Dresden entwickelt.  "Viele junge Leute ahnen nicht, wie vielseitig unser Job ist. Hier geht es nicht darum, nur Erde auszubaggern. Hier wird wirklich kreativ gearbeitet", wirbt Sandro Gebler für seine Branche.  Und Nachdenken sei erwünscht.

"Der Trend geht zum vollautomatischen Garten", weiß Sandro Gebler.  Da müsse man ein bisschen mehr drauf haben, als  Unkraut jäten. Auch Corona hat die Gartenlust der Deutschen verändert. "Die Auftragsbücher sind voll!" Dass in ein paar Wochen Azubi Nummer drei in Gersdorf anfängt, ist da wohl kein Wunder...

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