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Hat gesperrter Kletterfelsen eine Zukunft?

Die Stadt hat die speziell für für Behinderte gedachte Kletterwand sperren lassen. Das letzte Wort ist dabei aber noch nicht gesprochen.

Beate Lange und Jost Hartmann kämpfen um ihre Kletterwand im Plauenschen Grund.
Beate Lange und Jost Hartmann kämpfen um ihre Kletterwand im Plauenschen Grund. © Sven Ellger

Dresden. Wer sich im Plauenschen Grund selbst ein Bild von Deutschlands wahrscheinlich einziger Outdoor-Kletterwand für Behinderte machen möchte, der sollte zumindest nicht das Auto nutzen. Die Birkigter Straße, an der die Felswand liegt, ist komplett für den Verkehr gesperrt.

Manch ein Kletterer betrachtete die Sperrung der Straße schon als zusätzliche Maßnahme der Stadt, um den Felsen unzugänglich zu machen. Doch es gibt einen anderen Grund: "Im Winter 2019 kam es vermehrt zu Felsabbrüchen, die Steine lagen zum Teil auf der Straße" teilte das Straßen- und Tiefbauamt mit.

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Daraufhin seien eine geotechnische Prüfung der Felsböschung beauftragt und die Straße komplett gesperrt worden. Nur durch Gitter oder einen Schutzzaun könnte die Sicherheit von Passanten gewährleistet werden.

"Zur Zeit erfolgt die Ausschreibung dieser Leistungen", heißt es aus der Stadt. Ab September könnten, unter Berücksichtigung der finanziellen Lage, die Sicherungsarbeiten beginnen.

Verstoß gegen den Naturschutz?

Die Straße hat demnach eine Zukunft. Was aber ist mit der Kletterwand? Die fünf Meter breite und etwa 15 Meter hohe Wand wurde im Jahr 2014 von Beate Lange und Jost Hartmann in Eigeninitiative und mit der Hilfe von Bergfreunden geschaffen. Seit wenigen Wochen jedoch darf sie nicht mehr genutzt werden. Das Umweltamt wirft den Initiatoren Verstöße gegen das Naturschutzrecht vor und forderte sie auf, die Griffe auf eigene Kosten beseitigen zu lassen.

Die Frist dafür lief Ende Mai aus. "Wir haben allerdings eine Fristverlängerung erwirken können", sagt Beate Lange, die selbst unter Multiple Sklerose leidet und in den vergangenen Jahren nur an dieser Stelle unter freiem Himmel klettern konnte.

Derzeit liefen Gespräche mit der Stadt, die bereits Kompromisse in Aussicht gestellt. Zumindest will man sich im Rathaus mit der Frage beschäftigen, "inwiefern Nutzungen möglich sein könnten". 

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"Da ist gerade viel Bewegung drin", sagt Beate Lange hoffnungsvoll. Die neue Frist läuft bis zum 21. Juni. 

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