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Kromlauer Campingplatz mit Norwegen-Flair

Die Pächter sind zufrieden: Trotz Corona haben die Existenzgründer am Badesee Kromlau viele Gäste.

Der Campingplatz am Badesee in Kromlau bietet Campern sogar die Möglichkeit, direkt am Strand zu stehen. Das bleibt auch in Zukunft so, aber auf beschränkterem Raum.
Der Campingplatz am Badesee in Kromlau bietet Campern sogar die Möglichkeit, direkt am Strand zu stehen. Das bleibt auch in Zukunft so, aber auf beschränkterem Raum. © Sabine Larbig

Am 4. Mai durfte der Campingplatz am Kromlauer See für Touristen öffnen. Kein idealer Start für Jessica Mickolay und Conny Starke. Die neuen Pächter und Jungunternehmer wollten viel früher die Saison beginnen. Doch Corona verzögerte diese Pläne ebenso wie geplante Sanierungsvorhaben. Untätig waren sie dennoch nicht. Wochenlang widmeten sie sich der Platz-, Grün- und Strandpflege, bauten sie einen Bungalow zur Rezeption um, modernisierten sie den Sanitärbungalow. Damit die Geruchsbelästigung durch die Entleerung von Abwasser und Grauwasser der Wohnmobile auf dem Platz und im Umfeld geringer und das Procedere einfacher wird, wurde einiges getan. Nur den Umbau des Gastronomiebungalows mit Bar und Pizzaofen schafften sie noch nicht, da durch Corona auch ihre Kreditanträge lange unbearbeitet blieben. „Das gehen wir nach der Saison an“, sagt Conny Starke.latz locken.

Saisonstart war besser als erwartet

Stichwort Saison. Die ist besser als erwartet angelaufen. „Wir hatten schon über 2.000 Übernachtungen von Gästen aus Frankreich, Österreich, Schweiz, den Niederlanden, Tschechien und ganz Deutschland. Wir sind überrascht, wie schnell sich der Platz rumgesprochen hat“, erzählt Jessica Mickolay. Noch kommen die Gäste meist eine oder wenige Nächte auf das Gelände mit 80 Pätzen für Wohnmobile und Zelte und 16 Dauercampern. Längere Aufenthalte wären für die Betreiber schöner, brächten weniger bürokratischen Aufwand und einen engeren Kontakt zu den Gästen. Doch Jessica und Conny gehen davon aus, dass die nächste Saison, ohne Corona, besser läuft. „Die beiden machen das hier sehr gut. Die Lage des Platzes ist traumhaft“, meint ein Wohnmobilist aus München, der sich mit seiner Frau spontan für eine Verlängerung auf dem Platz entschied und bei Jessica in der Rezeption – die, wie ihr Gast, einen Mund-Nasen-Schutz trägt – anfragt, ob es möglich sei. „Besonders erstaunt hat uns, dass man sogar direkt am Strand den Camper oder das Zelt aufstellen kann. Sowas ist selten in Deutschland. Ehrlich gesagt, durch die Ruhe, den See, den Sandstrand und die vielen Bäume hat man das Gefühl, man sei in Norwegen“, erzählt der Münchner, der noch nachfragt, wie lang die Fahrt mit dem Rad in den Fürst-Pückler-Park dauert und wie die Waldeisenbahn fährt. „Etwa acht Kilometer, immer auf dem Radweg, dann sind Sie in Bad Muskau“, antwortet Conny. „Und hier ist der Fahrplan für die Waldbahn. Die fährt immer pünktlich. Anders als die DB“, scherzt er. Der Gast aus München antwortet vielsagend lächelnd: „Gut zu wissen“.

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Dann kommen Badegäste. Jessica weist sie darauf hin, dass bei WC-Besuch und Kauf von Eis und Getränken in der Rezeption die Maskenpflicht besteht. „Im Gegensatz zu Campern achten Tagesgäste kaum auf diese Regelungen. Aber wir haben immer noch Corona, müssen als Platzbetreiber die Einhaltung sicherstellen.“ Nicht immer sei Verständnis dafür da. Dies gelte auch für viel Kritik von Badegästen, weil sie vom öffentlichen Parkplatz die Straße bis zur Platzeinfahrt laufen müssen, um an den Strand zu kommen. Der Weg ist länger als vom alten Kassenhaus über die Brücke.

Pächterin Jessica Mickolay, die auch die neu errichtete Rezeption betreut.
Pächterin Jessica Mickolay, die auch die neu errichtete Rezeption betreut. © Sabine Larbig

Viele Hürden durch Corona

Viele Hürden durch Corona„Doch wir können auf der Brücke weder Corona-Abstandsregeln noch Maskenpflicht dauerhaft kontrollieren und garantieren, haben uns daher für den Zugang über den Campingplatz entschieden“, begründet Conny Starke. Die Lösung sei nicht optimal. „Wenn bei tollem Badewetter über 100 Badegäste zwischen Wohnmobilen und Zelten durchlaufen, ist der Trubel auch für die Urlauber unschön.“ Doch 2020 sei nun eben mal kein Jahr wie jedes andere, fordere viele Kompromisse.

Die gehen für die Pächter und Betreiber von Platz und Badesee so weit, dass sie ab einer gewissen Badegästezahl keine weiteren Zutritte zum Strand erlauben dürfen. „Ich hoffe, dass 2021 alles wieder normal ist“, sagt Jessica Mickolay. Dann werde wieder der kurze Zugang zum Strand möglich, sei auch die Verunsicherung bei den Leuten geringer, Und weil 2021 endlich der Imbiss öffnen soll, werde wohl die derzeit gültige Nutzungsgebühr von 1,50/1,00 Euro pro Erwachsenem/Kind bei Tagesgästen wegfallen. Ohne Gastronomie sei man aber auf die Einnahme der Tagesgebühren für anfallende Kosten durch Müll, WC-Nutzung, Strand- und Gewässerpflege angewiesen.

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