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Schon 16 5G-Standorte im Kreis Bautzen

Das Netz für den neuen Mobilfunkstandard wird rasch ausgebaut. Kritiker warnen vor Risiken. Fachleute widersprechen.

Im Kreis Bautzen schreitet der Ausbau des 5G-Netzes voran.
Im Kreis Bautzen schreitet der Ausbau des 5G-Netzes voran. © Symbolfoto: Tino Plunert

Bautzen. Bis 2025, so will es die Bundesregierung, soll es in Deutschland ein flächendeckendes Netz für dem neuen Mobilfunkstandard 5G geben. Zu Beginn des Jahres war noch keine 5G-Antenne im Kreis Bautzen aktiv – jetzt sieht das anders aus. Sächsische.de hat sich umgehört.

Wo überall im Kreis Bautzen gibt es schon 5G-Antennen?

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Vier Mobilfunknetzbetreiber haben 2019 an der Auktion von Frequen der Bundesnetzagentur teilgenommen. Neueinsteiger 1&1-Drillisch hat nach eigenen Angaben noch keine 5G-Antennen im Kreis Bautzen installiert. Ähnlich steht es um Telefonica. Anders sieht es bei Vodafone und bei der Telekom aus. Vodafone hat schon drei 5G-Antennen in Betrieb: zwei in Hoyerswerda und eine in Bautzen. Die Telekom nennt 16 Standorte, darunter Arnsdorf, Bautzen, Bischofswerda, Radeberg, Hoyerswerda und Kamenz. Auch in Cunewalde, Großpostwitz und Ottendorf-Okrilla, zum Beispiel, können die Kreisbewohner schon im 5G-Netz surfen. An einigen Standorten gibt es gleich mehrere Antennen.

Was ist überhaupt dieses 5G?

5G ist die neue Mobilfunkgeneration, die auf 4G folgt. Es handelt sich dabei um einen effizienteren Mobilfunkstandard, der größere Datenmengen schneller transportieren kann als die vorherigen Mobilfunkgenerationen. Datenraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) sollen möglich sein. Das soll dem privaten Nutzer ein schnelles Surfen ermöglichen – es soll aber auch autonomes Fahren ermöglichen. Dafür ist verzögerungsfreie Information nötig. Auch Fernoperationen oder der Einsatz in der Landwirtschaft sind denkbar.

Wie weit reichen die neuen Antennen?

Wer sich in der Nähe einer der ersten in Betrieb genommenen 5G-Antennen im Kreis Bautzen befindet, kann das Angebot schon nutzen – wenn die Person das passende Smartphone und den entsprechenden Tarif hat. Weit reichen die Antennen allerdings nicht: Die Stationen haben eine Reichweite von 800 bis 1.000 Metern, so Volker Petendorf von Vodafone.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Anbieter sind unterschiedlich auskunftsfreudig, wie sie den 5G-Ausbau im Kreis Bautzen vorantreiben wollen. „Wir planen, bis 2025 deutschlandweit 5G in Betrieb zu haben“, sagt die Telekom vage. Telefonica will keine Angabe machen – das hänge auch von Bedarf und Nachfrage ab. 1&1 Drillisch will sich an das von der Bundesnetzagentur verbindliche Zeitfenster halten, bis Ende 2030 etwa 50 Prozent der Haushalte abzudecken. Vodafone will zunächst das 5G-Netz in Bautzen und Hoyerswerda so ausbauen, dass „beide Städte möglichst vollständig mit 5G versorgt sind“, sagt Volker Petendorf.

Welche gesundheitlichen Risiken gibt es?

Erst vor Kurzem schlug der Aufdruck auf einem Kassenzettel der Bautzener Bar Black Cat Wellen; die Betreiber der Bar warnten vor 5G. Viele Verschwörungstheorien ranken um das Thema – im Netz kursieren Falschinformationen; falsche Zusammenhänge werden hergestellt. Aber was ist dran an der Angst vor Strahlung? „Bislang gibt es keine wissenschaftlich bestätigten Belege“, erklärt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), „für einen Zusammenhang zwischen den bei der Mobilfunknutzung entstehenden elektromagnetischen Feldern und Erkrankungen beim Menschen“. Und: Zwischen den bisherigen Mobilfunkstrahlen und denen der neuen 5G-Sendeanlagen gibt es quasi keinen Unterschied. Das weiß auch Kernphysiker Holm Hümmler aus Bad Homburg bei Frankfurt am Main: „Es ändert sich lediglich die Art, wie die Frequenzen kodiert werden“.

Dennoch: Immer wieder ist von Studien die Rede, die angeblich bestätigen, dass die Strahlung Tumore verstärken kann. Tatsächlich gibt es eine Studie, die Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang gibt. Allerdings geht es dabei um Mäuse – und den Tieren ist zuvor eine krebserregende Substanz eingeflößt worden.

An 16 Standorten im Kreis Bautzen ist 5G bereits verfügbar - an einigen Standorten stehen gleich mehrere Antennen.
An 16 Standorten im Kreis Bautzen ist 5G bereits verfügbar - an einigen Standorten stehen gleich mehrere Antennen. © SZ Grafik

Hochfrequente elektromagnetische Felder könnten in diesem Kontext das Tumorwachstum verstärkt haben, sagt Anja Lutz vom Bundesamt für Strahlenschutz. Aber: Nur die hochfrequenten Felder allein genügten dafür nicht. Sicher ist: „In Studien mit anderen Tierarten wie Ratten oder mit anderen krebsauslösenden Substanzen zeigte sich dieser Effekt nicht.“ Und: Auf den Menschen lassen sich die Ergebnisse von Tierversuchen ohnehin nur eingeschränkt übertragen. Auch hat es weitere Studien gegeben, die keinen solchen Effekt nachweisen konnten.

Und wie ist es mit dem Einfluss von Mobilfunkstrahlung auf Hirnströme? Auch hier konnten Studien keinen Zusammenhang nachweisen, sagt Anja Lutz. Ähnlich verhält es sich mit der Frage, ob Mobilfunkstrahlung unfruchtbar machen kann. „Insgesamt konnte kein negativer Einfluss nachgewiesen werden“, sagt Anja Lutz, aber: „viele Studien sind widersprüchlich und von mangelhafter Qualität.“ Hier gebe es eventuell weiteren Forschungsbedarf.

Eine Wirkung von Strahlung, die nachgewiesen ist, ist die Erhöhung der Körpertemperatur. Die bestätigt auch Kernphysiker Holm Hümmler. In der Zukunft könnten für 5G auch Frequenzen mit kürzeren Wellen eingesetzt werden. „Dabei erfolgt die Wärmeabgabe näher an der Haut“, sagt er. Wer dann sehr dicht an einer Sendestation stehe, spüre die Wärme vielleicht auf der Haut. Schlimm sei das aber nicht; eine Überhitzung nicht möglich. Und: Hier gibt es strenge Grenzwerte, sagt das Bundesamt für Strahlenschutz. „Die Erhöhung der Körpertemperatur wird so auf ein unschädliches Maß begrenzt.“

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