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Kurze Haltbarkeit ist schlecht gekennzeichnet

Verbraucherschützer haben überprüft, wie fast abgelaufene Lebensmittel deklariert werden und dabei Beispielhaftes gefunden.

Niemand weiß, wie lange die Lebensmittel schon im Regal liegen.
Niemand weiß, wie lange die Lebensmittel schon im Regal liegen. © Symbolfoto: dpa

Viele Produkte sind kurz vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar. Eine bessere Kennzeichnung im Laden würde helfen, die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren. Das ergab ein am Dienstag veröffentlichter Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg, die die Präsentation kurz haltbarer Waren in Supermärkten und Discountern stichprobenartig überprüft hat.

Nach ihrer Einschätzung kennzeichnen die Händler Rewe und Lidl fast abgelaufene Produkte am besten. An Aufklebern erkennen Verbraucher auf den ersten Blick, dass die Nahrungsmittel nur noch kurze Zeit haltbar sind. Die Produkte stehen zwischen normal haltbaren Lebensmitteln im Regal oder lagern in separaten Kisten. „Bei Aldi und Netto hingegen suchen Käufer vergebens nach Hinweisen zur verminderten Haltbarkeit“, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale. „Sie sind meist nur mit roten Aufklebern versehen.“ Bei Aldi würden zudem fast ausschließlich Fisch- und Fleischprodukte rabattiert angeboten.

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Keine Wühlkisten mehr

Nur wenige Händler geben den reduzierten Preis direkt auf den Lebensmittelverpackungen an. „Gerade dies wünschen sich Verbraucher aber, damit sie nicht erst an der Kasse erfahren, wie viel sie für die knapp haltbaren Lebensmittel zahlen müssen“, so Schwartau. Spezielle Auslobungen wie „Ich bin noch gut – 50%“, „Super günstig und immer noch super lecker“, „Preisvorteil aufgrund begrenzter Haltbarkeit“, „Kurze Haltbarkeit – 30%“ oder „Zum sofortigen Verzehr reduziert“ sind positive Beispiele für die Warenpräsentation. Sie waren beim Marktcheck jedoch nur bei Rewe, Lidl, Real sowie Kaufland zu finden.

Neue Label wie „Ich halte oft länger als man denkt“ oder „Kostbares retten – riechen, probieren, genießen“ verdeutlichen, dass viele Lebensmittel auch dann noch genießbar sind, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits erreicht oder überschritten wurde. „Das ist eine positive Entwicklung, die mehr Händler umsetzen sollten“, so Schwartau. Insgesamt habe sich die Präsentation kurz haltbarer Lebensmittel in den letzten Jahren zwar verbessert. 

Doch die Kennzeichnung müsse noch verbraucherfreundlicher werden. Schwartau: „Wenn nicht mehr so viele Lebensmittel weggeworfen werden sollen, müssen kurz haltbare Produkte im gesamten Sortiment deklariert werden. Am besten findet man sie am üblichen Regalplatz sowie nach Produktgruppen sortiert in übersichtlichen Kisten.“ Unattraktive Wühlkisten müssten der Vergangenheit angehören. (rnw)

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