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Der Mann, der nach der Pfarrerin kommt

Gregor Reichenbach bringt nach drei Jahren wieder Leben in die Dohnaer Kirche. Er ist so ganz anders als seine Vorgängerin.

Alte Kirche, neuer Pfarrer: Gregor Reichenbach tritt am 1. September offiziell sein Amt in Dohna an, der Einführungsgottesdienst findet am 6. September statt.
Alte Kirche, neuer Pfarrer: Gregor Reichenbach tritt am 1. September offiziell sein Amt in Dohna an, der Einführungsgottesdienst findet am 6. September statt. © Norbert Millauer

Wenn der Vater mit der Tochter: Für beide, die ganze Familie Reichenbach und Dohna beginnt nächste Woche ein neuer Abschnitt. Die Reichenbachs sind gerade von Oderwitz nach Dohna gezogen. Die Tochter beginnt die fünfte Klasse im Gymnasium in Pirna und Vater Gregor ist ab 1. September Dohnas neuer Pfarrer. Damit beginnt nach drei Jahren ohne  Pfarrer auch für die Kirchgemeinde eine neue Zeitrechnung.

Gehör verschaffen und Stimme geben

Als Ramona Uhlemann zum Jahreswechsel 2017/18 Dohna verließ, verschwendete Reichenbach noch keinen Gedanken an Dohna und einen Wechsel. Er war seit 2011 in Oderwitz. Es war seine erste Stelle nach dem Studium in Greifswald, Leipzig und Warschau, dem Vikariat und dem Promovieren. Auf das "Doktor" legt der 40-Jährige keinen Wert. Er beschreibt sich als liberalen Theologen mit Humor. Und so will er der Kirche in Dohna wieder eine Stimme geben und Gehör verschaffen. 

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In Oderwitz war er davon verwöhnt. Dort im Drei-Länder-Eck stehe die Wirtschaft gut da, sei viel los gewesen und die Kirche immer mittendrin und anerkannt auch außerhalb der Kirche. Zunächst will Gregor Reichenbach spüren, wie es hier in Dohna ist. Die Kirche als Gebäude ist älter, aber kleiner als die in Oderwitz und hat mit dem über 500 Jahre alten Altar etwas Besonderes. Das ist das Gebäude Kirche, wie aber ist es um die Institution Kirche bestellt? Das will Reichenbach erspüren. Entscheidend sind ihm dabei die Gespräche und Kontakte. Wo ist ihm dabei egal. 

Der Altar in der Dohnaer Kirche ist über 500 Jahre alt.
Der Altar in der Dohnaer Kirche ist über 500 Jahre alt. © Marko Förster

Reichenbach wird in Dohna zwischen früher und heute stehen, zwischen alt und neu, jung und alt. Dazwischen bedeutet für Reichenbach nicht trennen, sondern verbinden. Die ersten Dohnaer haben ihn schon begrüßt. Als sie vom Gottesdienst kamen und ihn  im Pfarrhof gegenüber sahen. "Das war schön", sagt Reichenbach. Aus seinem Arbeitszimmer in der Pfarrwohnung, sieht er in den Pfarrhof. Im Zimmer stehen noch einige Umzugskisten und Bilder. Eines ist ein Abschiedsgeschenk aus Oderwitz. Gemalt von einem älteren Herrn. Der Turm der dortigen Kirche ähnelt dem Dohnaer. 

Die Entscheidung für Dohna fiel vor etwa einem halben Jahr. Der Wechsel sollte in den Sommerferien vor Beginn des neuen Schuljahres sein. So viele Stellen waren nicht ausgeschrieben beim Landeskirchenamt. Dohna gefiel der Familie. Wegen der Nähe zu Dresden und Pirna und wegen den beiden so unterschiedlichen Kirchen in Dohna und Heidenau. Zur Kirchgemeinde gehört auch Burkhardswalde und ab nächstem Jahr kommt Maxen hinzu. 

"Fragen Sie mich in zehn Jahren nochmal"

Ein Jahr gibt er sich, um zu erfahren, was die Dohnaer zusammenhält und - noch - trennt. Dafür will Gregor Reichenbach mit so vielen wie möglich reden um sie kennenzulernen und ihnen die Gelegenheit geben, ihn kennenzulernen. Auch bei seinen Hobbys Fahrradfahren, Klavierspielen und malen. Seine Frau ist Historikerin und angehende Theaterpädagogin. Da gibt es viele Anknüpfungspunkte, genau wie durch die drei Kinder zwischen fünf und 13 Jahren. 

Der Dohnaer Mittelpunkt: Kirche, Rathaus, Fleischerbrunnen.
Der Dohnaer Mittelpunkt: Kirche, Rathaus, Fleischerbrunnen. © Archiv/Marko Förster

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Seine Vorgängerin war 27 Jahre in Dohna Pfarrerin. Das ist ungewöhnlich lange. Nach zehn Jahren werden Pfarrer in der Regel gefragt, ob sie nicht wechseln wollen. Gregor Reichenbach hat keinen Plan für die Dauer in Dohna. Jetzt lässt er sich erst einmal auf hier ein. Dohna ist die zweite Stelle des in Berlin Geborenen und bei Chemnitz Aufgewachsenen. In zehn Jahren ist Reichenbach 50. Da ist noch alles möglich. "Geben Sie mir jetzt erst einmal eine Chance und fragen Sie mich in zehn Jahren noch mal", sagt er. 

Einführungsgottesdienst: 6. September, 14 Uhr, Kirche Dohna

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