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Görlitz

So jung und modern ist das Tanzen hier

Die Tanzschulen Matzke in Görlitz und Burghart in Zittau werden 25 Jahre alt und feiern das am Wochenende. Beide haben ein junges Team mit modernem Konzept.

Nur Standardtänze? Von wegen: Beim Hip Hop Tanzkurs mit Frank Rudolph (vorne) geht es frei und ungezwungen zu. Außer Hip-Hop und den Klassikern gibt’s in der Tanzschule Burghart auch Videoclipdancing, Zumba und Kindertanz.
Nur Standardtänze? Von wegen: Beim Hip Hop Tanzkurs mit Frank Rudolph (vorne) geht es frei und ungezwungen zu. Außer Hip-Hop und den Klassikern gibt’s in der Tanzschule Burghart auch Videoclipdancing, Zumba und Kindertanz. © Nikolai Schmidt

Unseren Frank erkennen Sie beim Hip-Hop nicht wieder. Kaum zu glauben, was Thomas Matzke da verspricht. Frank, sein adretter, junger Tanzlehrer und Hip-Hop? Aber tatsächlich steht da ein vollkommen anderer Typ wenig später vor dem Hip Hop Kurs – beinah wie frisch von den Straßen New Yorks aufgegabelt.

Frank Rudolph ist einer von sieben Tanzlehrern, die sowohl in der Görlitzer Tanzschule Matzke als auch in der Zittauer Tanzschule Burghart unterrichten. Rudolph stammt aus der Nähe von Freital, hat dort seit seinem sechsten Lebensjahr Turniertanz betrieben. Als Junge war das damals durchaus nicht immer einfach – gegen all die Fußballer in der Schule zu bestehen. Da gab es schon mal den einen oder anderen Spruch. Spätestens bei den Tanzstunden, die alle dann in der 9. Klasse besuchten, hätten seine Mitschüler gemerkt, dass das ein ernstzunehmender Sport sei. Den hat der heute 30-Jährige später zum Beruf gemacht, erst in Dresden, heute in Görlitz. Seine Frau ist von hier, er hat sie natürlich beim Tanzen kennengelernt. Inzwischen gibt es auch zwei Kinder. Das Pendeln zwischen Görlitz und Zittau macht Frank Rudolph nichts aus.

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Seine Chefin Karina Matzke-Burghart macht das sogar schon seit vielen Jahren. Als sie ihre Tanzschule in Zittau gründete, war noch nicht klar, dass sie mal die Frau von Thomas Matzke werden würde, der ebenfalls 1994 seine Tanzschule in Görlitz gründete beziehungsweise sie von seinem Vorgänger übernahm. Beide kannten sich aber: Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke haben sich – wie kann es anders sein – beim Tanzen kennengelernt. Jedenfalls so in etwa. Beide haben Anfang der 1990er Jahre in Hamburg ihre Tanzlehrer-Ausbildung absolviert, beide wohnten damals in Lübeck. Karina Matzke-Burghart stammt aus Hirschfelde, es lag also nahe, die eigene Tanzschule in Zittau anzusiedeln. Und geboren wurde sie schließlich in Zittau, hier hatte sie durch das Tanzen beim TSC Lautex Zittau schon ein besonderes Verhältnis zu dieser Stadt aufgebaut. Heute tanzen etwa 1 200 Tanzschüler wöchentlich in der Tanzschule Burghart. Der Tanzsaal befindet sich in der Aula des beruflichen Schulzentrums. Dort finden die Tanzstunden und Abschlussbälle statt. Außerdem gibt es Kindertanzkurse direkt an einigen Schulen.

Auch nachdem sie 1999 zu ihrem Thomas nach Görlitz gezogen war, sei es nie eine Option gewesen, ihre eigene Tanzschule aufzugeben und die Zittauer Tanzschüler im Stich zu lassen. Sie liebe und genieße ihre Arbeit, sagt sie, und so ist das Pendeln zur täglichen Routine geworden. „In einer Großstadt muss man sicher die gleiche Fahrzeit zum Job einplanen und so kann man den Tag auf der Fahrt wunderbar Revue passieren lassen.“

Die Tanzschulen der Ehepartner sind völlig eigenständig. Und doch sind sie eng verbandelt. Wenn die Betreiber miteinander verheiratet sind und die Lehrerschaft dieselbe ist, ist das nun mal so. Deshalb ist es naheliegend, auch die 25-jährigen Jubiläen gemeinsam zu feiern: am Wochenende in der Görlitzer Straßburgpassage. Ganz groß sogar. Denn neben dem Tanzschuljubiläum werden 111 Jahre Straßburgpassage begangen. Am Freitag und Sonnabend gibt es je einen Ball, alle großen Flächen in der Passage werden dafür genutzt, viele Zittauer Tanzschüler haben sich schon Karten gesichert. Die Tanzschule hat eine Show vorbereitet, es sollen 111 Jahre vertanzt werden – angefangen mit dem Pariser Cancan bis hin zu den heutigen modernen Tänzen. 

Stargast ist an beiden Abenden die russische Tänzerin Ekaterina Leonowa, die vergangenen Freitag bei RTL die aktuelle Let’s Dance-Staffel gewann. Es ist die Sendung schlechthin für fast alle Tanzlehrer und auch viele Schüler. „Wir bekommen so viele Fragen nach jeder Sendung, dass wir es fast pflichtbewusst schauen müssen“, sagt Thomas Matzke lachend. Da Freitagabend fast immer Kurse sind, wird die Sendung zu Hause aufgenommen. Let’s Dance, das es seit elf Jahren gibt, hat mit dazu beigetragen, dass das klassische Tanzen bis in die untersten Ebenen einen richtigen Aufwind bekam. „Das kommt uns sehr zugute“, so Matzke. Immerhin tanzen in seiner Görlitzer Tanzschule aktuell etwa 2 000 Menschen. Sie sind bei Weitem nicht nur aus Görlitz, auch der nördliche Kreis ist ziemlich gut dabei. Die Abschlussbälle der Tanzschule Matzke finden grundsätzlich im Nieskyer Bürgerhaus statt.

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In den 25 Jahren hat sich einiges geändert. Alles ist doch irgendwie moderner geworden. Deshalb, so glaubt Thomas Matzke, ist Tanzen für die Jugend so interessant. Blieben früher von 100 Schülern nach dem Tanzkurs zehn, die weitermachten, sind es heute 70, die am Ball bleiben. Den Stempel, dass Tanzen etwas für Ältere ist, gebe es nicht mehr. „Letztlich ist auch der Umgang zwischen den Mädchen und Jungen entspannter“, sagt Matzke. Und Tanzen mache die Jugend selbstbewusster, erweitere ihren Horizont und lässt sie Spaß haben.

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