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Sprungtalent Callisto

Das Horkaer Hengstfohlen hat schon den ersten Preis abgeräumt. Züchter Matthias Barth hat noch große Pläne.

Matthias Barth und sein jüngster Familienzuwachs: Callisto wurde vor ein paar Tagen als bestes springbetontes Fohlen in Sachsen und Thüringen ausgezeichnet.
Matthias Barth und sein jüngster Familienzuwachs: Callisto wurde vor ein paar Tagen als bestes springbetontes Fohlen in Sachsen und Thüringen ausgezeichnet. © André Schulze

Callisto weiß wahrscheinlich noch gar nicht, was er im Pferde-Baby-Alter von rund fünf Monaten schon erreicht hat. Der junge Hengst wurde beim Fohlenchampionat im Landgestüt von Sachsen und Thüringen in Moritzburg Mitte Juli zum besten springbetonten Hengstfohlen des aktuellen Jahrganges gekürt. Zuvor hatte er sich Ende Juni bei einer Regionalschau in Dittersbach durchgesetzt. Entsprechend glücklich ist Matthias Barth. Er ist nicht nur Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Wehrkirch in Horka, sondern auch passionierter Pferdezüchter.

Die Anfänge dieser Leidenschaft gehen fast 30 Jahre zurück. Es war 1990. Das Jahr nach der Wende entpuppte sich nicht nur für die Menschen im Osten als Beginn eines Umbruchs. In den früheren landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) gehaltene Pferde mussten sogar um ihr Leben fürchten. Viele davon landeten beim Schlachter. Matthias Barth – damals Student – verhalf einer schon aussortierten Stute zu einer neuen Karriere. „Das war Memory. Sie hat in den Folgejahren zehn Fohlen geboren“, erinnert er sich. Sie ist die Urgroßmutter von Callisto, dem jüngsten Spross der erfolgreichen Pferdedynastie.

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Deutsche Sportpferde sind schon seit Jahren sehr beliebt. „Allerdings muss die Qualität stimmen“, weiß Matthias Barth. Von Generation zu Generation hat er die Leistungsfähigkeit fürs Springen und die Vielseitigkeit herangezogen. Und sich auch bei den Vätern der sprunggewaltigen Nachkommen von deren Sportlergenen leiten lassen. Merida, Callistos Mutter, hat der Tierarzt deshalb mit Come together verpaart, der im Landgestüt Moritzburg steht und dessen Vater Cornet Obolensky ist – ein belgischer Schimmelhengst, der von dem deutschen Auswahlreiter Marco Kutscher geritten wird.

Ob Callisto in die Fußstapfen seiner berühmten Vorfahren treten kann, muss sich in den nächsten Jahren erst noch zeigen. Auf jeden Fall ist er schon verkauft und wird in Kürze zum Bestand eines deutschen Großzüchters gehören, der etwa 900 Pferde auf seinen Weiden stehen hat. „Mich als kleinen Züchter freut das natürlich, weil ich weiß, dass er in gute Hände kommt“, erklärt der Horkaer, der mit einem anderen Hengstfohlen 2012 schon einmal die Auszeichnung des besten springbetonten Fohlens in Sachsen gewann. Callisto, da ist Matthias Barth überzeugt, ist bisher das Beste, was seine Zucht hervorgebracht hat. „Er besitzt einen sehr guten Rassetyp, hat lange Beine und ist insgesamt ein schönes und harmonisches Pferd“, hebt er die Vorzüge des jungen Hengstes hervor. Außerdem besitze er einen hervorragenden Halsansatz, sei ordentlich mit Muskeln ausgestattet und werde wahrscheinlich groß genug, um hohe Qualitätsansprüche zu erfüllen. „Im Alter von sechs Monaten wird er abgegeben. Dann kommt er in Gruppen mit gleichaltrigen Tieren, kann große Ausläufe genießen und sich vorbereiten auf seinen weiteren Werdegang.“ Der sieht für Callisto eine Karriere als Deckhengst vor. Wenn seine Eigenschaften dazu nicht reichen sollten, wird er zum Springpferd ausgebildet.

Mama Merida geht jetzt ein Jahr in den Sport und wird beim Springreiten eingesetzt. Danach, so sieht es Matthias Barth vor, will er mit ihr weiterzüchten. Denn auch wenn Callisto ein „sehr Hübscher“ ist – „nichts ist vollkommen. Und es ist klar, dass man sich immer weiter verbessern kann.“ Es gebe neue Blutlinien, die andere Leistungsmerkmale versprächen. „Es ist nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren. Weil der Markt mit Durchschnittspferden übersättigt war, wurde die Zucht rigoros zurückgeschraubt.“ Danach habe ein Umdenken eingesetzt. „Deshalb sind qualitätsvolle Tiere heute wieder sehr gefragt.“ Schon seit Jahren ist Matthias Barth Mitglied im Pferdezuchtverein Oberlausitz, der den Landkreis Görlitz und den Süden des Landkreises Bautzen umfasst.

Vor allem in Dittersbach, Schönau-Berzdorf und im Oberland gebe es einige Züchter, die ebenfalls sehr erfolgreich seien. Beim jüngsten Championat konnte der Verein laut Barth in allen Kategorien des Deutschen Sportpferdes das Siegerfohlen stellen.

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